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Energiesparmaßnahmen der Stadt

Ziel: Energieverbrauch um mindestens 20 Prozent senken

Der Glockenturm des Rathauses

Die Energiepreise steigen unaufhörlich. Das trifft private Haushalte und öffentliche Einrichtungen gleichermaßen. "Genau wie jeder von uns gerade überlegt, wo und wie er derzeit bei sich zuhause Energie einsparen kann, müssen wir dies auch für die städtische Infrastruktur überlegen - das ist ein Gebot der Vernunft", sagt Oberbürgermeister Gunter Czisch. Mindestens 20 Prozent des jährlichen Strom- und Gasverbrauchs der Stadt sollen kurz- und mittelfristig eingespart werden. Zugleich stellt Czisch klar, dass die Stadtverwaltung alles daransetzen werde, die städtische Infrastruktur am Laufen zu halten: "Die Stadt muss weiterhin funktionieren, wenn auch vielleicht mit Einschränkungen. Unser Ziel muss es sein, dass unser städtisches Dienstleistungsangebot erhalten bleibt."

Ein Verwaltungsstab unter der Leitung von Erstem Bürgermeister Martin Bendel hat über die Sommerferien einen mehrstufigen Plan erarbeitet, der rund 40 entsprechende Maßnahmen auflistet. Die ersten sollen sofort umgesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise: das Abschalten der Fassadenbeleuchtung öffentlicher Gebäude wie Rathaus, Schwörhaus und Münster, Absenkung der Wassertemperatur in den von der Stadt betriebenen Schwimmbecken um zwei Grad, das Abschalten der Warmwasserversorgung in städtischen Verwaltungsgebäuden sowie die Reduzierung der Raumtemperaturen in städtischen Arbeitsräumen; außerdem sollen Sporthallen über den Winter nur noch auf 15 Grad geheizt werden.

Umgesetzt werden selbstverständlich auch die Vorgaben aus der Energieeinsparverordnung der Bundesregierung. Die Hausmeister in Schulen und städtischen Gebäuden sind bereits geschult worden, was sie jeweils vor Ort tun können, um den Energieverbrauch zu optimieren. Großes Einsparpotential liegt in Ulm zudem in der Art der Wärmeversorgung: Blockheizkraftwerke an städtischen Liegenschaften, die auch mit Fernwärme versorgt werden können, bleiben abgeschaltet. Allein dadurch würde die Stadt bis zu 2,3 Millionen Kilowattstunden Gas im Jahr weniger verbrauchen.

Viele der diskutierten Maßnahmen müssten aber differenziert betrachtet werden, erläutert Bendel: Ein Reduzieren der Warmwassertemperatur könnte die Gefahr von Legionellenbildung in Wasserleitungen erhöhen, weniger Beleuchtung an öffentlichen Gebäuden ginge zu Lasten der Sicherheit. "Wir haben daher entschieden, die Maßnahmen differenziert, ausgewogen und stufenweise umzusetzen", sagt Bendel. Grundsätzlich hätten Verkehrssicherungspflichten, gesundheitliche Aspekte sowie Infektionsschutz bei der Priorisierung der Maßnahmen eine große Rolle gespielt.

Darüber hinaus plant die Stadt eine Reihe von Investitionen, die aber eher langfristig wirken werden: Beispielsweise einen Anschluss ans Fernwärmenetz der FUG für die Adalbert-Stifter-Schule, die Blauringhalle oder die Kita Neunkirchenweg sowie die weitere Umrüstung auf LED-Leuchtmittel im Innen- und Außenbereich.

Während es bei diesen Maßnahmen vor allem um Einsparungen geht, die die Auswirkung steigender Energiepreise dämpfen sollen, werden in dem Maßnahmenpaket auch Vorkehrungen getroffen, sollte im Winter eine Gasmangellage eintreten und nicht mehr ausreichend Gas zur Verfügung stehen. "Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass dieser Fall eintritt, aber wir müssen vorbereitet sein, sollte der Winter sehr kalt werden und die Gasnetze nicht mehr ausreichend gefüllt werden können", betont Czisch. Für diesen schlimmsten Fall plant die Stadt die Einrichtung von Wärmestuben. "Das Wetter können wir nicht beeinflussen, aber ein Stück weit haben wir es in der Hand, wie schlimm die Auswirkungen einer Gasmangellage werden, indem wir schon jetzt sorgsam mit unseren Ressourcen umgehen." Allerdings sei Ulm vergleichsweise gut aufgestellt, denn der Anteil der Fernwärme, bei deren Erzeugung fast kein Gas zum Einsatz kommt, sei hoch: Die Hälfte des Wärmebedarfs in Ulm wird über Fernwärme gedeckt.