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Bildungsforum der Stadt Ulm

"Bildung gestaltet Zukunft"

 

Beim Bildungsforum der Stadt Ulm handelt es sich um eine nicht-öffentliche Sitzung, zu der je nach Thema Stadträtinnen und Stadträte der Stadt Ulm, Vertreterinnen und Vertreter der Kammern und Hochschulen, von Schulen, Kindertageseinrichtungen, Bildungs- und Kultureinrichtungen, des Gesamtelternbeirats und der Kirchen sowie Mitglieder der Stadtverwaltung eingeladen sind. Das Bildungsforum informiert einmal im Jahr zu einem aktuellen bildungspolitischen Thema unter dem Aspekt "Bildung der Zukunft". Ein bis zwei Impulsvorträge geben einen Überblick über das Thema und ermöglichen anschließend einen Meinungsaustausch der Teilnehmenden. Je nach Themenstellung und Interesse der Teilnehmenden bietet das Bildungsbüro der Stadt Ulm im Anschluss an das Bildungsforum eine thematische Vertiefung an.

 

Das Bildungsforum der Stadt Ulm 2022

Gesellschaftlicher Zusammenhalt oder Spaltung?
Dimensionen - Herausforderungen - Prävention

Am 3. Mai 2022 konnte das Bildungsforum der Stadt Ulm wieder in Präsenz im großen Sitzungssaal des Ulmer Rathauses stattfinden.

Es knüpfte thematisch an das wichtige Thema Demokratiebildung des vergangenen Jahres an, fasste dieses allerdings ein bisschen weiter. So wurden auch die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen hinsichtlich einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft bzw. der Ausdifferenzierung und Radikalisierung von Meinungen und Standpunkten zu verschiedenen Themen mit in den Blick genommen.

Als Impulsgeber war Mathieu Coquelin* von der Fachstelle Extremismusdistanzierung im Demokratiezentrum Baden-Württemberg eingeladen. Sein Vortrag beschäftigte sich mit den theoretischen Grundlagen zu den Fragen, wie Solidarität und Zusammenhalt gelingen und ein Klima gefördert werden kann, in welchem sich jede*r für Minderheiten einsetzt und Extremen entgegenstellt.

Als Metapher führte das Bild eines Schokoladenkuchens mit flüssigem Kern durch den Impuls. Der Kuchenteig um den flüssigen Kern stand dabei symbolisch für den Toleranz-Puffer eines jeden Einzelnen. Die Anwesenden wurden angeregt darüber nachzudenken, wie stabil dieser Kuchenteig ist, welche Einflüsse destabilisierend wirken könnten und welche Toleranz wir selbst in uns tragen. Weiter führte Herr Coquelin aus, dass radikale Ideologien ein Feindbild benötigen. Diesem Feindbild schließt sich eine Person dann an, wenn es für sie schlüssig ist. Das Potential für starke Feindbilder wurde als Trias von Anschlussfähigkeit, Funktionalität und Märchenpotential dargestellt. Anschlussfähigkeit meint hierbei, inwieweit ein Feindbild in aktuelle Diskurse passt bzw. diese eine Rolle für möglichst viele Menschen spielen. Bei der Funktionalität geht es um die Rolle, die ein Feindbild zur Sortierung des eigenen Lebens einnimmt. So wohnte dem Antisemitismus beispielsweise immer schon auch die Funktion inne, die Komplexität der Welt mit einem klaren Feindbild zu reduzieren. Das Märchenpotential beschreibt das kollektive Wissen bzw. gesellschaftlich tradierte Stereotype zu einem Thema. Gerade die Pandemiesituation der letzten Jahre hat gezeigt wie folgenreich antisemitische Denkmuster im Kontext von Verschwörungserzählungen sein können.

Die Handreichung "Radikal.verstehen! (Pdf)" liefert einen ersten Überblick darüber, warum sich junge Menschen radikalisieren. Sie stellt Faktoren einer Radikalisierung vor und skizziert Möglichkeiten einer pädagogischen Prävention. 


Praktisches Beispiel aus Ulm:
Das Team "Chancengerechtigkeit und Vielfalt" stellt sich vor

Im Anschluss an den Impuls stellte das neu gegründete Team "Chancengerechtigkeit und Vielfalt" der Stadt Ulm seine Aufgabenfelder und Unterstützungsmöglichkeiten vor.

Projekte zur Stärkung, Aktionen, Kooperationen etc., die Vielfalt, Demokratie und/oder die Zivilgesellschaft sichtbar machen und stärken, können im Rahmen der Kleinprojektförderung Vielfalt gefördert werden.
Zudem berät, unterstützt und koordiniert das Team "Chancengerechtigkeit und Vielfalt" in Ulm das Bundesförderprogramm "Partnerschaft für Demokratie", in dessen Rahmen ebenfalls Projekte, Aktionen und Kooperationen etc. finanziell gefördert werden. (s. a. Präsentation Bildungsforum Team CuV (0,16 MB, pdf))

Ansprechperson:
Stadt Ulm, Anna Sonntag, Koordinierungsstelle Internationale Stadt
Tel.: 0731 161-5605 a.sonntag@ulm.de


Fragen und Diskussion

Die Frage, was Bildungseinrichtungen, in der Ausbildung und darüber hinaus unterstützend anbieten können, bildete den roten Faden im Anschluss an die Impulse.

An der Fachstelle für Extremismusprävention am Demokratiezentrum Baden-Württemberg wird aktuell an einem Anamneseinstrument gearbeitet, mit dem es zukünftig gelingen soll Situationen und Begebenheiten zu analysieren und somit schneller und exakter auf verschiedene Situationen reagieren zu können. Derzeit sei es, laut Herrn Coquelin zu häufig so, dass mit "Standardverfahren" (z. B. rechtsextremer Vorfall führt zu einem Besuch eines Konzentrationslagers) reagiert wird, die zu wenig die Hintergründe und tatsächlichen Beweggründe der handelnden Personen in den Blick nehmen. Herr Coquelin sensibilisiert dafür, sich bei individuellen Anliegen/Fragen direkt an die Fachstelle für Extremismusprävention zu wenden.

Präventiv bietet die Fachstelle für Extremismusprävention zu den Themen Vielfalt, Umgang mit Radikalisierung, Hassrede etc. eine Reihe von Workshops und Schulungsangeboten vornehmlich für Lehrkräfte, Ehrenamtliche und pädagogische Fachkräfte an. Eine Übersicht liefert dieses Dokument: FEX-Angebote Mai 2022 (0,19 MB, pdf).
Ansprechperson für die Buchung und weitere Informationen in Ulm ist ebenfalls Anna Sonntag (Kontaktdaten s. o.).

Vernetzung und Austausch

Im Anschluss an den offiziellen Teil war Zeit für Vernetzung und Austausch. Verknüpft war der Austausch mit dem Aufruf Beispiele aus der Praxis zu sammeln oder erste gemeinsame Ideen zu entwickeln, die hier Flipchart (0,63 MB, jpg) dokumentiert sind.  


*Informationen zum Referenten:

Mathieu Coquelin ist Leiter der Fachstelle Extremismusdistanzierung am Demokratiezentrum Baden-Württemberg (https://fexbw.de/). Er studierte Soziale Arbeit in Stuttgart und Sozialwirtschaftslehre in Esslingen und hat vielfältige Erfahrungen in Wissenschaft und Praxis. Unter anderem war und ist er in der Jugendarbeit, als Referent und Dozent tätig. Seine Schwerpunkte liegen in der Extremismusprävention sowie der Analyse von Radikalisierungsprozessen. Darüber hinaus berät er Kommunen im Umgang mit Extremismus - zuletzt auch hinsichtlich des Umgangs mit den Spaziergängern gegen die Infektionsschutzmaßnahmen der Corona-Pandemie. Sein aktuelles Forschungsprojekt trägt den Titel "Radikalisierungsprävention in Wissenschaft und Praxis - ein Transfermodell". 

Aktuelle Veröffentlichung des Referenten zum Thema:
Coquelin, Mathieu; Salzmann, Julian (2022 i. E.): Radikalisierungsprävention | ein kritischer Blick aus der Praxis. In: Kemal Bozay, Jens Ostwaldt, Veronika Zimmer, Burak Copur, Emre Arslan und Mehmet Kart (Hg.): Prävention und Deradikalisierung. Weinheim: Beltz Juventa.

 

Das Bildungsforum der Stadt Ulm 2021
"Demokratie verstehen, erfahren und erleben. Demokratiebildung von Anfang an."

Pandemiebedingt fand das Bildungsforum am 15. April 2021 als Online-Veranstaltung statt.

Anlässlich der Konstituierung des ersten demokratisch gewählten Gemeinderats in Ulm vor 75 Jahren und des daraus resultierenden Themenjahres der Stadt Ulm 2021 "Zuhören. Mitreden. Gestalten. 75 Jahre Demokratie in Ulm" beschäftigte sich auch das Bildungsforum 2021 mit dem Thema Demokratie bzw. Demokratiebildung. Vier Impulse aus Wissenschaft und Praxis, nahmen und mit auf die Reise Demokratiebildung von Kindern und Jugendlichen.

Alle Impulspräsentationen in einem Gesamtdokument können nebenstehend unter Downloads "Bildungsforum 2021" heruntergeladen werden.

Begrüßung

Impuls 1: Demokratie braucht Alle. Politische Bildung, Demokratiebildung und Partizipation.

Demokratie braucht Alle. Politische Bildung, Demokratiebildung und Partizipation. (0,59 MB, pdf)

Referent: Benedikt Widmaier
ist Direktor im Haus am Maiberg - Akademie für politische und soziale Bildung der Diözese Mainz. Er ist Redakteur des Journals für politische Bildung und Mitherausgeber der Schriftenreihe "Non-formale politische Bildung". Seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte sind u. a. Demokratieförderung und Politische Bildung. Er kennt politische Bildung sowohl im institutionellen als auch im außerinstitutionellen Kontext.

Impuls 2: Demokratiebildung von Anfang an. Persönlichkeit, Selbstbestimmung und aktive Teilhabe von Kindern am Gemeinschaftsgeschehen in ihrer Kita (in Ulm).

Demokratiebildung von Anfang an. Selbstbestimmung und aktive Teilhabe von Kindern am Gemeinschaftsgeschehen in ihrer Kita (in Ulm). (1,01 MB, pdf)

Referentin: Dr. Beata Williams
erforschte und entwickelte als Bildungs- und Verhaltenswissenschaftlerin Lern- und Gesundheitskulturen in verschiedenen Bildungs- und Arbeitssystemen, u. a. an den Universitäten Heidelberg und Mannheim und am Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm. Als Fachberaterin für Qualität und Sprache bei der Stadt Ulm unterstützt sie trägerübergreifend v. a. pädagogische Fachkräfte der frühkindlichen Bildung. In ihrer langjährigen Tätigkeit als Familientherapeutin, Prozessberaterin für Psychoedukation und Supervisorin arbeitet sie mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen daran, eine menschenfreundliche, evidenzbasierte Lern- und Beziehungslandschaft zu implementieren.

Impuls 3: Demokratiebildung in Schulen. Der Leitfaden Demokratiebildung des Kultusministeriums Baden-Württemberg in Theorie und Praxis.

Demokratiebildung in Schulen. Der Leitfaden Demokratiebildung des Kultusministeriums Baden-Württemberg in Theorie und Praxis. (1,67 MB, pdf)

Referent: Robert Feil
ist Fachreferent für Schule und Bildung bei der Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg und Autor des Leitfadens "Demokratiebildung. Schule für Demokratie, Demokratie für Schule", der zum Schuljahr 2019/2020 verbindlich an allen öffentlichen und privaten allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Baden-Württemberg eingeführt wurde. Er unterstützt die Akteure bei der Implementierung, beobachtet die Umsetzung und fungiert als Multiplikator für Best Practice.

Impuls 4: Demokratiebildung außerhalb der institutionellen Bildung. Beteiligung junger Menschen als Kern der Demokratiebildung?!

Demokratiebildung außerhalb der institutionellen Bildung. Beteiligung junger Menschen als Kern der Demokratiebildung?! (0,95 MB, pdf)

Referent: Thorsten Gabor
ist Fachreferent für Kinder- und Jugendbeteiligung bei der Servicestelle für Kinder- und Jugenbeteiligung in Baden-Württemberg. Zuvor war er in der Jugend- und Schulsozialarbeit an einer Gemeinschaftsschule tätig und arbeitete bei einem freien Träger der Jugendhilfe. In alle seine Tätigkeiten fließt seine Leidenschaft für die Beteiligung junger Menschen mit all ihren Grenzen und Möglichkeiten ein.

Fragen und Diskussion im "Plenum"

Aufgrund der Corona-Pandemie musste das für Herbst 2020 geplante Bildungsforum ins Frühjahr 2021 verschoben werden.

Das Bildungsforum der Stadt Ulm 2019
"Bildung gestaltet Raum - Raum gestaltet Bildung. Innovative Konzepte für unsere Schulen entdecken, entwickeln und erleben."

beschäftigte sich damit, welche Bedarfe und Anforderungen moderne Schulgebäude (als Bildungs- und Lebensraum) erfüllen müssen. Herr Dr. Otto Seydel, den wir als Referenten gewinnen konnten, lieferte uns hierzu spannende Impulse. Einen Überblick darüber finden Sie nebenstehend unter Downloads.