Stadt Ulm - Ulm4CleverCity - das smart city-Projekt

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Ulm4CleverCity - das smart city-Projekt

Ulm wird zur smarten Modellstadt des Bundes

Herausforderungen smart city ulm

Das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI), gab im Juli 2019 bekannt, dass Ulm zu den Gewinnern der ersten Förderstaffel der Ausschreibung „Modellprojekte Smart Cities“ gehört. Die Stadt Ulm konnte mit ihrer Bewerbung durch die Geschäftsstelle Digitale Agenda neben den Städten Solingen und Wolfsburg in der Kategorie „Großstädte“ überzeugen und bekam 8 Millionen Euro Fördergelder bewilligt. 4 Millionen Euro steuert die Stadt selbst zusätzlich bei. Das entspricht einer Förderquote von 65 %.

Ziel des Bundesprojektes ist es, sektorübergreifende Strategien für das Stadtleben der Zukunft zu entwickeln und zu erproben. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren noch drei Förder-Staffeln und damit rund 50 Modellprojekte mit insgesamt 750 Millionen Euro gefördert werden.

Ulm verfolgt seit vielen Jahren eine konsequente strategische Ausrichtung ihrer Aktivitäten rund um Digitalisierung und Smart City und hat einen Nährboden geschaffen, der ein positives Umfeld für digitale und smarte Innovationen schafft. Dazu zählen Strukturen (z.B. Geschäftsstelle Digitale Agenda, Verschwörhaus, Zukunftslabore, Innovationsausschuss und  eine querschnittsorientierte Projektlenkungsstruktur), IT-Infrastrukturen (z.B. Offenes LoRaWAN oder die im Aufbau befindliche Offene Datenplattform), Initiativen (z.B. Community ulm.api, ulm.digital e.V., TTN Gruppe), Verfahren und Methoden (z.B. Citizen Science, Open Innovation, mobile vor Ort Dialoge) sowie ein innovatives Projektumfeld (z.B. Zukunftsstadt 2030, Zukunftskommune@BW – quartiersbezogene smarte Innovationen).

Ab 2022 wird die Region zwischen Stuttgart und Ulm (Stuttgart 21) durch die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke enger an die Metropolregion Stuttgart heranrücken. Die wachsende Stadt bringt städtebauliche Herausforderungen mit sich. Ulm mit seinen 125.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist seit jeher bedeutender Wissenschafts- und Produktionsstandort mit einer starken Ausrichtung auf Fahrzeugbau. In Zukunft machen es der Wandel vom industriellen ins digitale Zeitalter und die Veränderung der Produktion Richtung E-Mobilität erforderlich, dass der Dienstleistungsbereich viele von der Veränderung Betroffene aufnimmt. Auf der anderen Seite ist Ulm als freie Reichsstadt eine selbstbewusste Bürgerstadt und von Pioniergeist geprägt: Beispiele dafür sind das Ulmer Münster, die Hochschule für Gestaltung für Design oder die junge Universität mit dem Science Park, die Ulm als Wissenschaftsstadt auszeichnen.

Der Wandel der Gesellschaft durch digitale Transformation und der demographischen Wandel sind für die Bürgerstadt Ulm Herausforderungen, die gesellschaftliche Teilhabe und sozialen Zusammenhalt in den Mittelpunkt rücken.

Das Projekt Ulm4CleverCity hat eine Laufzeit von 2020 bis zum Jahr 2026.

In Ulm wird Digitalisierung als Querschnittsthema mit einem hohen Stellenwert behandelt. Die Digitale Agenda Ulm wird als ein Stadtentwicklungsprozess verstanden. Digitalisierungsaktivitäten werden gebündelt und in die Stadtentwicklung integriert. Alle Daseinsebenen einer Kommune hinsichtlich siedlungsökonomischer, sozialer, wirtschaftlicher und infrastruktureller Aspekte sollen verknüpft werden. Schwerpunkte im Stadtentwicklungskontext, die damit auch die strategische Ausrichtung zur Entwicklung einer Smart City-Strategie bestimmen, sind:

  • Wachsende Stadt (Resilient City): Ulm ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Bedingt durch die prosperierende Wirtschaft und den Zuzug von Arbeitskräften und Pendlern werden zukünftig neue digitale Lösungen benötigt. Eine darin wesentliche Aufgabe im Zuge des Wandels der Automobilindustrie im Südwesten wird sein, neue funktionale Bezüge zwischen der Innenstadt und der Wissenschaftsstadt (Verknüpfung von Forschung und Wirtschaft) und neue Räume für digitale Arbeitsformen der Zukunft zu ermöglichen.
  • Stadt im Wandel (Transformation City Demografie, Gesellschaft und Strukturen): Auch in Städten gilt es, Lösungen für die Herausforderungen durch den Wandel zu zeigen. Die Stadt ist der Ort, an dem Menschen und Ressourcen versammelt sind, sie bietet unerreichte Möglichkeiten, um Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, wirtschaftliche Innovation und soziale Inklusion zu fördern und mit den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung zu verknüpfen.
  • Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Sinne einer Kreislaufwirtschaft (Circular Economy): Die soziale, ökonomische und ökologische Seite der Nachhaltigkeit gibt den Rahmen der Digitalisierungsaktivitäten der Stadt vor. Die klimapolitischen Maßnahmen können durch die Verknüpfung mit neuen digitalen Möglichkeiten erweitert werden. Als Handlungsfelder sollen mindestens alle Bereiche des ISEK 2019 in der Smart City-Strategie enthalten sein.
  • Die bereits bestehende gute Kooperation zwischen Stadtentwicklung und digitaler Transformation soll durch einen weiteren Baustein ergänzt werden: die Schaffung eines urbanen Planungslabors.

In einem hybriden Beteiligungsverfahren werden analoge und digitale Bausteine angewendet: Das bekannte Online-Beteiligungsportal zukunftsstadt-ulm.de ist Kulminationsort einer crossmedialen Informations- und Beteiligungskampagne, die mit virtuellen und realen Partizipationsformaten die Bevölkerung in die Strategieentwicklung einbezieht. Mit den mobilen Vor-Ort-Dialogen wird eine Sichtbarkeit des Projektes in der Fläche und Öffentlichkeit erzeugt. Gleichzeitig erfolgt eine zielgruppenspezifische Ansprache. Planspiele dienen im Kontext der Entwicklung einer Gesamtstrategie als Ort, um die gewonnenen Ideen und Erkenntnisse in der Praxis zu erproben, zu evaluieren und anschließend weiterzuentwickeln. Das Ulmer Verschwörhaus  dient als Projektzentrum. Die Fähigkeit und Bereitschaft zur digitalen Teilhabe sowohl bei technikaffinen als auch bei weniger technikaffinen Bevölkerungsgruppen zu fördern, ist Bestandteil der Informations- und Beteiligungskampagne mit Experimentierworkshops und der flankierenden kommunikationswissenschaftlichen Begleitstudie, die auf soziodemografischen und städtebaulichen Analysen basiert. Das Selbstverständnis aller Akteure ist, dass Digitalisierung Problemlagen der Menschen lösen soll.

Durch die Begleitung des Projektes seitens verschiedener lokaler Aktuere erfolgt Reflexion und Wissenstransformation in der Bürgerschaft.Das Forum Smart City, das sich aus interessierten Multiplikatoren zusammensetzt, sichert den kommunal zu verortenden Nutzen der Projekte. Die Akzeptanz in der Bevölkerung wird durch Beteiligung, Nutzerorientierung und Prototyping erreicht.  Mit der wissenschaftlichen Begleitforschung gelingt neben der Dokumentation auch die Evaluations-, Innovations-, Wirkungsforschung unter den Aspekten Methodik, Zielgruppen, Themen und Räume. Zusätzlich soll sie die Aufbereitung der Erkenntnisse zur Übertragung auf andere Projekte und Kommunen respektive Stadtteile sicherstellen. Für den Wissenstransfer innerhalb der Verwaltung und der Eigenbetriebe steht das Zukunftslabor aus der Zukunftsstadt 2030 im räumlichen Kontext des Verschwörhauses zur Verfügung.

Regional wird ein enger Austausch mit den Kommunen der umliegenden Landkreise und Städten u.a. durch die Innovationsregion Ulm  erfolgen. Die entstehenden Lösungen sind mit offenen Schnittstellen und Standards so gestaltet, dass eine gute Übertragbarkeit auf andere Städte gewährleistet ist. Hierzu dient auch das Netzwerk der Digitalakademie Baden-Württemberg. Offene Daten und Freies Wissen als Grundlage für Teilhabe stehen im Fokus aller Maßnahmen und sind Grundlage des urbanen Planungslabors. Der enge Kontakt in Ulm zur Open Knowledge Foundation sorgt für eine bundesweite Übertragbarkeit. Zudem steht das bundesweite Netzwerk der Zukunftsstädte wie auch die Einbindung in das Netzwerk der Partnerschaft der Urban Agenda zur Dissemination auf EU Ebene zur Verfügung. Weiterhin können Anwendungsfälle und Handlungsempfehlungen transparent im Beirat diskutiert und gesteuert werden. Zudem sind nicht nur durch die Wissenschaftspartner Veröffentlichungen geplant, die anderen Städten als Empfehlung dienen können.

  • Bürgerschaft: Verschwörhaus, Community, Lokale Agenda Ulm
  • Stadt / Region: Innovationsregion Ulm, EBU, Sanierungstreuhand, SWU, Ulmer Citymarketing e.V., Messe Ulm, PBG, UWS
  • Wirtschaft: Citysense GmbH, Initiative ulm.digital e.V., Ulmer nachhaltige Wirtschaftsentwicklung e.V, TFU
  • Wissenschaft: Aicher-Scholl Kolleg, Hochschule Neu-Ulm, Universität Ulm (ZAWiW)
  • Aktive Externe Akteure: City & Bits, Deutsches Institut für Urbanistik, Ecostra GmbH, Polyspektiv, TU Dresden, Wuppertal Institut, Zebralog
  • Beirat: Deutscher Landkreistag, Innenministerium BW, KGST, NEGZ, VKU, Bertelsmann Stiftung, Fraunhofer IESE, OKF, Städtetag BW, DStGB, Fraunhofer IAO, Initiative, TU Berlin, Universität Ulm, Universität Konstanz, Zeppelin Universität