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Ulm4CleverCity - das smart city-Projekt

Ulm ist Smart City Modellprojekt des Bundes

Herausforderungen smart city ulm

Clever, für alle offen und nachhaltig. In der „Ulmer Vision“ spiegelt sich wider, was digitale Transformation erfolgreich macht: Ulm möchte im Rahmen des Förderprogramms des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) „Smart Cities made in Germany“ mit den Menschen vor Ort ihre digitale Zukunft gestalten. Digitale Ansätze orientieren sich an den Bedürfnissen und Bedarfen der Bürgerinnen und Bürger und beziehen ihre Ideen und Vorstellungen mit ein.

Um dieser Vision näher zu kommen, macht sich Ulm in den nächsten zwei Jahren auf den Weg, eine integrierte Smart-City-Strategie zu entwickeln. In den Bereichen Mobilität, Zusammenleben, Umwelt/Energie, Bildung, Handel, Kultur und Verwaltung entstehen neue digitale Ansätze. Gleichzeitig soll eine leistungsfähige digitale Infrastruktur geschaffen werden.

Die Blaupause für die Smart-City-Strategie ist eine Stadt im Umbruch. Ulm ist eine wachsende Stadt. Dieser Trend wird durch die engere Anbindung an Stuttgart noch weiter verstärkt werden. Strukturelle, gesellschaftliche und demografische Veränderungen bieten neue Herausforderungen für die Stadtentwicklung, aber auch neue Chancen für digitale Lösungen. Nachhaltigkeit in allen sozialen, ökonomischen und ökologischen Dimensionen zieht sich dabei als roter Faden durch alle Handlungsfelder.

Dieser Mischung an unterschiedlichsten Herausforderungen begegnet man am besten mit vielen Köpfen am Tisch. Stadtverwaltung und Politik werden eng in alle Phasen der Strategieentwicklung eingebunden. Das digitale Ehrenamt und die Community haben im Prozess einen Raum, um eigene Dynamiken zu entfalten. Auch die lokale Wirtschaft hat beispielsweise über die Initiative ulm.digital oder das Digitalisierungszentrum einen festen Platz am Tisch. Um die Smart City Ulm auf ein solides Fundament zu stellen und gleichzeitig das größere Bild nicht aus dem Blick zu verlieren, wird die digitale Agenda von Partnerinnen und Partnern aus der Wissenschaft begleitet.

Das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) fördert Ulm im Rahmen der ersten Förderstaffel der Ausschreibung „Modellprojekte Smart Cities". Die Stadt Ulm konnte mit ihrer Bewerbung durch die Geschäftsstelle Digitale Agenda neben den Städten Solingen und Wolfsburg in der Kategorie „Großstädte“ überzeugen und bekam 8 Millionen Euro Fördergelder bewilligt. 4 Millionen Euro steuert die Stadt selbst zusätzlich bei. Das entspricht einer Förderquote von 65 %. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren noch drei Förder-Staffeln und damit rund 50 Modellprojekte gefördert werden. Ziel des Bundesprojektes ist es, eine integrierte Smart City Strategie für das Stadtleben der Zukunft zu entwickeln und zu erproben.

Das Projekt Ulm4CleverCity wird insgesamt von Januar 2020 bis Dezember 2026 vom BMI gefördert. Von 2020 bis Ende 2021 wird gemeinsam mit verschiedenen Akteuren aus Bürgerschaft, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft die Smart City Strategie erarbeitet. 2022 startet die vierjährige Umsetzungsphase.

Stadtentwicklung und Digitalisierung zusammen zu denken ist ein zentraler Baustein in der Entwicklung der Ulmer Smart City Strategie. Digitalisierungsaktivitäten werden gebündelt und in die Stadtentwicklung integriert. Alle Daseinsebenen einer Kommune hinsichtlich siedlungsökonomischer, sozialer, wirtschaftlicher und infrastruktureller Aspekte sollen verknüpft werden.

Im Stadtentwicklungskontext steht Ulm vor drei großen Zukunftsaufgaben, die der Ausgangspunkt für alle strategischen Überlegungen zu digitalen Ansätzen sind:

  • Wachsende Stadt (Resilient City): Ulm ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Bedingt durch die prosperierende Wirtschaft und den Zuzug von Arbeitskräften und Pendlern werden zukünftig neue digitale Lösungen benötigt. Eine darin wesentliche Aufgabe im Zuge des Wandels der Automobilindustrie im Südwesten wird sein, neue funktionale Bezüge zwischen der Innenstadt und der Wissenschaftsstadt (Verknüpfung von Forschung und Wirtschaft) und neue Räume für digitale Arbeitsformen der Zukunft zu ermöglichen.
  • Stadt im Wandel (Transformation City Demografie, Gesellschaft und Strukturen): Auch in Städten gilt es, Lösungen für die Herausforderungen durch den Wandel zu entwickeln und aufzuzeigen. Die Stadt ist der Ort, an dem Menschen und Ressourcen versammelt sind. Sie bietet unerreichte Möglichkeiten, um Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, wirtschaftliche Innovation und soziale Inklusion zu fördern und mit den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung zu verknüpfen.
  • Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Sinne einer Kreislaufwirtschaft (Circular Economy): Die soziale, ökonomische und ökologische Seite der Nachhaltigkeit gibt den Rahmen der Digitalisierungsaktivitäten der Stadt vor. Die klimapolitischen Maßnahmen können durch die Verknüpfung mit neuen digitalen Möglichkeiten erweitert werden. Als Handlungsfelder sollen mindestens alle Bereiche des ISEK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept) 2019 in der Smart City-Strategie enthalten sein.

Abbildung der Quartiere, in denen das smartcity-Projekt in Ulm umgesetzt wird

Fünf Quartiere bilden den Gebietsumgriff, in dem die im Projekt entwickelten digitalen Ansätze exemplarisch für die Gesamtstadt umgesetzt werden. Mit einer guten Mischung aus Neubau-, Bestands- und Sanierungsgebieten sowie dem Mobilitätshub und dem zukünftigen Landesgartenschaugelände ist das Umsetzungsgebiet sehr heterogen - sowohl unter städtebaulichen Aspekten als auch von den in den Quartieren lebenden Menschen her betrachtet. Diese Vielfalt stellt sicher, dass im Projekt keine Insellösungen entwickelt werden, sondern eine Übertragbarkeit auf verschiedene Kontexte gewährleistet ist. Die Umsetzungsquartiere sind:

  • Theaterviertel (Neubaugebiet)
  • Wengen- und Dichterviertel (Sanierungsgebiet)
  • Mobilitätshub (Neubau- und Bestandsgebiet)
  • Innenstadt und Sedelhöfe (Neubau- und Bestandsgebiet)
  • Landesgartenschau/ Ehinger Tor (Neuer öffentlicher Raum)

Die Erarbeitung einer Smart City Strategie für Ulm und die anschließende Umsetzung lebt von der Beteiligung unterschiedlicher Akteure. Digitalisierung von Unten bedeutet dabei, die Ulmer Bürgerschaft von Anfang an einzubeziehen, Bedarfe zu ermitteln und Lösungen für real existierende Probleme zu finden.

Für alle interessierten Bürger*innen wird es die Möglichkeit geben, über eine Mischung aus Online- und Offlineformaten zu diskutieren und die digitale Zukunft der Stadt mitzugestalten. Das Online-Beteiligungsportal zukunftsstadt-ulm.de wird dabei eine zentrale Rolle spielen, genau wie vor-Ort-Formate in den Quartieren und im m25 hinter dem Münster. Über Github wird es außerdem für Community und digitales Ehrenamt eine direkte Möglichkeit geben, an der Strategie mitzuwirken.

Die Verwaltung mit den unterschiedlichen Abteilungen der Stadt Ulm wird über einen konstanten Dialog immer wieder mit eingebunden und ist an der Formulierung der strategischen Ziele beteiligt.

Als eine von 13 Modellkommunen des Bundes verpflichtet sich Ulm, Learnings, Erkenntnisse und Ergebnisse in einem umfassenden Wissenstransfer in die Breite zu tragen. Innovative digitale Ansätze auf den Weg zu bringen setzt vielfältige Kooperationen voraus, in denen wir von anderen lernen und unser Wissen weitergeben.

Über die nationale und internationale Dialogplattform Smart Cities steht Ulm in einem konstanten Austausch mit anderen Städten.
Regional wird ein enger Austausch mit den Kommunen der umliegenden Landkreise und Städten u.a. durch die Innovationsregion Ulm erfolgen.

Offene Daten und freies Wissen als Grundlage für Teilhabe stehen im Fokus aller Maßnahmen. Der enge Kontakt in Ulm zur Open Knowledge Foundation sorgt für eine bundesweite Übertragbarkeit. Zudem steht das bundesweite Netzwerk der Zukunftsstädte wie auch die Einbindung in das Netzwerk der Partnerschaft der Urban Agenda zur Dissemination auf EU Ebene zur Verfügung. Weiterhin können Anwendungsfälle und Handlungsempfehlungen transparent im Beirat diskutiert und gesteuert werden. Zudem sind nicht nur durch die Wissenschaftspartner Veröffentlichungen geplant, die anderen Städten als Empfehlung dienen können.

Mit der wissenschaftlichen Begleitforschung wird neben der Dokumentation auch die Evaluations-, Innovations-, und Wirkungsforschung unter den Aspekten Methodik, Zielgruppen, Themen und Räume in den Fokus gerückt. Zusätzlich soll sie die Aufbereitung der Erkenntnisse eine Übertragbarkeit auf andere Projekte und Kommunen respektive Stadtteile sicherstellen.

  • Bürgerschaft: Verschwörhaus, Community, Lokale Agenda Ulm
  • Stadt / Region: Innovationsregion Ulm, EBU, Sanierungstreuhand, SWU, Ulmer Citymarketing e.V., Messe Ulm, PBG, UWS
  • Wirtschaft: Citysense GmbH, Initiative ulm.digital e.V., Ulmer nachhaltige Wirtschaftsentwicklung e.V, TFU
  • Wissenschaft: Aicher-Scholl Kolleg, Hochschule Neu-Ulm, Universität Ulm (ZAWiW)
  • Aktive Externe Akteure: City & Bits, Deutsches Institut für Urbanistik, Ecostra GmbH, Polyspektiv, TU Dresden, Wuppertal Institut, Zebralog
  • Beirat: Deutscher Landkreistag, Innenministerium BW, KGST, NEGZ, VKU, Bertelsmann Stiftung, Fraunhofer IESE, OKF, Städtetag BW, DStGB, Fraunhofer IAO, Initiative, TU Berlin, Universität Ulm, Universität Konstanz, Zeppelin Universität