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Erfolgsmodell Wissenschaftsstadt

Luftbild der Wissenschaftsstadt

© Reinhold Mayer

Das wirtschaftliche Wachstum der Zukunft wird entscheidend durch Wissen, Können und durch enge Verzahnung von Forschung, Entwicklung und Anwendung neuer Produkte in der Industrie bzw. in Dienstleistungsbereichen geprägt sein. Eine starke Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft, um aktuelle Forschungs- und Entwicklungsergebnisse schneller in Produkte, Leistungen und Verfahren umzusetzen, ist heute wichtiger denn je, um als Stadt und Region wettbewerbsfähig zu bleiben.

Vor diesem Hintergrund zeigt sich die Entscheidung von vor ca. 30 Jahren, das wissenschaftlich-technische Potenzial in der Universitätsstadt Ulm erheblich zu verbessern, aus heutiger Sicht als eine Entscheidung mit Weitblick und zukunftsweisende Investition.

Seit Beginn des Auf- und Ausbaus der Wissenschaftsstadt hat die Anzahl sowohl der Studienplätze an Universität und Hochschule, als auch der Arbeitsplätze an der Universität, der Hochschule, im Daimler-Forschungszentrum, in den "An-Instituten" und im Science Park kräftig zugenommen. Insgesamt bietet die Wissenschaftsstadt inklusive der Kliniken ca. 11.500 Menschen Arbeit, über 12.000 studieren an den Hochschulen. So wurden allein im Science Park II bislang über 200 Millionen EUR investiert und es entstanden etwa 2.500 Arbeitsplätze. Die Ansiedlung von Unternehmen - ob namenhafte weltweit tätige Firmen, kleinere Unternehmen, Zweigniederlassungen oder Startups - sind Folge des innovativen und kreativen Umfelds der Wissenschaftsstadt.

Dies hat erheblich dazu beigetragen, den notwendigen Wandel in der Beschäftigungsstruktur vom in den 80er Jahren dominierenden verarbeitenden Gewerbe hin zu Arbeitsplätzen im Dienst-, Forschungs- und Wissenschaftsbereich erfolgreich zu bewältigen. Damals musste Ulm einen weit überdurchschnittlichen hinnehmen. Die Einwohnerzahl nahm seit Mitte der 80er Jahre um ca. 20 Prozent zu. Heute verzeichnet Ulm, anders als die meisten anderen Städte, seit Jahren Zuwanderungsgewinne. Und dieser Trend setzt sich fort. Zahlreiche Rankings darunter der Prognos Zukunftsatlas attestieren unserer Region heute hohe Zukunftschancen, ein Ergebnis, das ohne die Einrichtungen der Wissenschaftsstadt nicht möglich gewesen wäre. So ist die Wissenschaftsstadt neben dem Münster zu einem weiteren Markenzeichen Ulms geworden. Sie steht für Spitzenleistungen in Forschung und Entwicklung und ist Garant für neue Arbeitsplätze. Ulm ist heute die Region mit der intensivsten privatwirtschaftlichen Forschung und Entwicklung in Baden-Württemberg, der Wirtschaftsraum steht in der Spitzengruppe der Wirtschaftsstandorte in Deutschland und die Region belegt Spitzenplätze mit ihren Schlüsseltechnologien.

Wissenschaft und Wirtschaft stärker zu vernetzen, damit Forschungsergebnisse rascher in marktfähige Produkte, Leistungen und Verfahren umgesetzt werden - mit dieser Formulierung hatte Lothar Späth, als baden-württembergischer Ministerpräsident Mitte der 80er Jahre einer "der Gründungsväter" der Wissenschaftsstadt, die Grundidee der Wissenschaftsstadt auf den Punkt gebracht: Wissen schafft Zukunft. Dieses Motto gilt heute mehr denn je. Die Wissenschaftsstadt Ulm steht für Spitzenleistungen in Forschung und Entwicklung und erweist sich als Jobmaschine. Die Lebendigkeit, Dynamik und hohe Kreativität spricht sich herum. Ulm ist nicht nur ein gutes Pflaster für innovative Existenzgründer, auch etablierte Firmen bieten ein großes Angebot unterschiedlicher, qualifizierter Berufsfelder. Kein Zufall, dass Ulm in Fachkreisen als "Stiller Star" gehandelt wird.

2006, zum 20-jährigen Jubiläum, trafen sich namhafte Referenten und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zum zweitägigen Kongress "Wissen schafft Zukunft" in Ulm (Dokumentation der Ausstellung und des Kongresses im pdf-Format am Absatzende). Der Entstehungs- und Wachstumsprozess der Wissenschaftsstadt wurde thematisiert und noch wichtiger: Die zukünftige Ausrichtung, Visionen und Strategien.

Außenansicht des Universitäts-Gebäudes bei sommerlichem Wetter und blauem Himmel

Seit Generationen ist Ulm ein gutes Pflaster für Pioniergeist und revolutionäre Entwicklungen. Die Region war Geburtsstätte für Tüftler, Forscher, Entwickler, geniale Vordenker und Konstrukteure (z.B Berblinger, Magirus, Einstein). Fürwahr unterschiedliche Persönlichkeiten, aber eines einte sie alle: die Vision, bestehende Grenzen zu überwinden und die Tatkraft, scheinbar Unmögliches doch möglich zu machen. Eine Mentalität wie gemacht für eine Wissenschaftsstadt.

Auch heute arbeiten Wissenschaftler und Unternehmen für den gemeinsamen Erfolg. Mit der Wissenschaftsstadt entstand mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg ein einzigartiges Kooperationsmodell. In der Nachbarschaft von Universität, Hochschule, Daimler Forschungszentrum, Science Park und den vom Land und der Wirtschaft gemeinsam getragenen "An-Instituten" entwickelte sich eine Drehscheibe von Akteuren für den Austausch von Know-How und Ideen, die den Technologietransfer in die Wirtschaft geradewegs umsetzt. Internationale Konzerne mit weltweit agierenden Kompetenzzentren siedeln dort in der Nachbarschaft mittelständischer Unternehmen. Partner in Stadt und Region runden die Palette ab.

Die Vernetzung zwischen Forschung und Wirtschaft steht dabei im Mittelpunkt des Handelns, der Wille, neue Technologien gemeinsam zu entwickeln und wirtschaftlich zu nutzen. Dabei hat man durch räumliche Konzentration auf dem Oberen Eselsberg und intensive Zusammenarbeit zwischen Universität und den ihr angeschlossenen Forschungsinstituten einerseits und innovativen Unternehmen andererseits die Basis für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort gelegt.

Die Kliniklandschaft mit dem Universitätsklinikum, dem Rehabilitationskrankenhaus und dem Bundeswehr-Krankenhaus garantieren eine Vielzahl von Arbeitsplätzen und gleichzeitig gesundheitliche Versorgung auf höchstem Niveau. Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist der Neubau der Chirurgie des Universitätsklinikums, der im Jahr 2012 abgeschlossen wurde. Der aus Landesmitteln finanzierte Neubau ist ein weiteres klares Bekenntnis der Politik zum Wissenschaftsstandort Ulm.

Außenansicht des Siemens-Gebäudes in der Ulmer Wissenschaftsstadt

Erfolg lässt sich nicht erzwingen, aber man kann die Rahmenbedingungen optimieren. Die Stadt Ulm hat das Projekt Wissenschaftsstadt und deren Dynamik stets gefördert und aktiv begleitet. Zielstrebig begann die Stadt den Imagegewinn umzusetzen, den Wirtschaftsstandort konsequent zu stärken und die Attraktivität der Stadt zu steigern. Dazu gehört die Bereitstellung von Flächen. So entstanden z.B. neue Wohngebiete, neue Messe-, Kongress- und Tagungsmöglichkeiten, das Stadthaus, die Stadtbibliothek und die Neue Mitte - Projekte von höchster architektonischer und städtebaulicher Qualität. Die Projekte Citybahnhof und Sedelhöfe werden die Innenstadt weiter enorm aufwerten.

Der Bereich, den die Stadt in der Wissenschaftsstadt direkt beeinflusst, ist der Science Park. In diesem Gewerbegebiet finden Forschungs- und Entwicklungsunternehmen sowie aufstrebende Unternehmen unterschiedlichster Ausrichtung ihren Standort. Der Science Park entwickelte sich dank dieses Konzepts zu einem integralen Bestandteil der Wissenschaftsstadt Ulm. Das bedeutet: Science Park Firmen partizipieren einerseits an der Arbeit der Ulmer Forschungseinrichtungen. Andererseits befruchten sie sie indem sie Forschungsbedarf aus der Alltagspraxis anmelden. Der Science Park ist ein Angebot an Unternehmen, sich ohne Umwege im persönlichen Kontakt in eine einzigartige Forschungslandschaft einzuklinken in der Elfenbeintürme geöffnet, Hemmschwellen abgebaut, Unternehmerworte gefragt und wichtige Zukunftsfelder kompetent besetzt sind. Der Science Park konzentriert sich in erster Linie auf Technologiefelder, die speziell auf dem vorhandenen Potenzial von Wissenschaft und Wirtschaft der Region aufbauen und vom Markt als zukunftsträchtig nachgefragt werden. Er erhöht die Attraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und schreibt die Erfolgsgeschichte der Wissenschaftsstadt fort. Nachdem im Science Park II alle bebaut sind, wird aktuell der Science Park III erschlossen und die ersten Bauten wurden bereits fertiggestellt.

Als wichtiges und effektives Instrument der Wirtschaftsförderung hat sich dabei die städtische Projektentwicklungsgesellschaft (PEG) erwiesen. Diese Gesellschaft entwickelt, plant, baut maßgeschneidertere und individuelle Lösungen für alle denkbaren Bedarfe, Konstellationen und Auftraggeber. Wo Neugründungen oder expandierende Unternehmen Standorte und Gebäude suchen, ist die PEG der richtige Ansprechpartner für maßgeschneiderte Lösungen.

Plan der Wissenschaftsstadt mit eingezeichneten geplanten Projekten

Das Konzept der Wissenschaftsstadt ist als ständiger Prozess angelegt, der immer wieder neue Impulse braucht, immer wieder neu gestaltet und weiterentwickelt werden muss. Mit dem Masterplan Wissenschaftsstadt wurde der nächste Schritt der Entwicklung vollzogen. Nun liegt eine Verabredung aller Akteure und Beteiligten vor, die in sieben Leitzielen den Rahmen absteckt, in dem das Areal innerhalb des Berliner Rings auf dem Oberen Eselsberg gemeinsam weiterentwickelt werden soll. Neben der Neuen Chirurgie und weiterer Forschungseinrichtungen, wie dem Helmholtz-Institut oder dem Forschungsbau Lebenswissenschaften geht es darum, der Wissenschaftsstadt urbanen Charakter zu geben. Boulevard, Wohnen, Dienstleistungen, Einkaufen, Anbindung und Erschließung durch eine Straßenbahnlinie sind hier die Themen. Diese Entwicklung wird der Wissenschaftsstadt neue Impulse geben, die sie auch weiterhinbraucht.