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Museum der Brotkultur

Blick in einen Saal des Museums für Brotkultur. Die Fachwerkarchitektur mit massiven Deckenbalken ist gut zu erkennen

© Bernhard Friese, Pforzheim

Das Museum der Brotkultur ist ein Wissensmuseum, das die Bedeutung von Getreide und Brot für die kulturelle Entwicklung der Menschheit umfassend darstellt. Dazu gehören natur-, technik- und sozialgeschichtliche Aspekte der Brotherstellung ebenso wie das Verständnis von Brot als Sinnbild für Leben in der jüdisch-christlichen Vorstellungswelt. Besonderes Gewicht liegt auf der Auseinandersetzung mit dem Mangel an Brot bzw. Nahrung in Geschichte und Gegenwart. Hochrangige Kunstwerke des 15. bis 21. Jahrhunderts zeigen, wie tief und vielschichtig das Motiv Brot bzw. Getreide in unserer Kultur verankert ist.

Gegründet wurde das Museum im Jahre 1955 von dem Unternehmer Dr. h.c. Willy Eiselen und seinem Sohn Dr. Dr. h.c. Hermann Eiselen. Ihr Anliegen war es, die Bedeutung von Brot für den Menschen anschaulich zu machen. 1991 übernahm die private Vater und Sohn Eiselen Stiftung Ulm die Trägerschaft des Museums.
Untergebracht ist das Museum inmitten der Ulmer Altstadt im 1592 erbauten Salzstadel, einem Renaissancegebäude, das bis Anfang des 19. Jahrhunderts als Lagerhaus für Getreide, Salz und andere Güter diente.

Die umfassend angelegte Sammlung bewahrt rund 18.000 Objekte aus verschiedenen Epochen und vielen Teilen der Welt rund um das Thema Brot und Ernährung. Dazu zählen Gegenstände aus Handwerk und Technik,  Gemälde, Skulpturen und Objekte aus religiösen Zusammenhängen, Relikte der frühen Hochkulturen des Mittelmeerraumes (Ägypter, Griechen, Römer), aber auch der Reiskulturen Asiens und der Maiskulturen Lateinamerikas.
Schriftliche und bildliche Zeugnisse und Erinnerungsstücke vermitteln ein Bild von der meist unsichtbaren, aber ständig drohenden Gefahr des Hungers in der Geschichte des Menschen. Auch die aktuelle Welternährungslage wird thematisiert.

Eine Besonderheit der Sammlung besteht darin, dass zahlreiche Kunstwerke einbezogen sind. Dabei bildet die Malerei des 17. Jahrhunderts mit religiösen und profanen Werken von Pieter Brueghel d. J., Jan Flegel oder Frans Francken einen Schwerpunkt. Ebenso prominent sind sozialkritische Arbeiten so herausragender Künstler wie Ernst Barlach, Max Beckmann, Georg Grosz, Käthe Kollwitz und Pablo Picasso vertreten. Schließlich bewahrt das Museum einen beachtlichen Bestand zeitgenössischer Werke, der belegt, in welchem Maße sich Künstler wie Man Ray, Salvador Dalí, Joseph Beuys oder Markus Lüpertz mit dem Thema Brot und Ernährung auseinandergesetzt haben.