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Flüchtlingsunterkünfte in den Ortschaften

So viele Geflüchtete wie noch nie in den letzten Jahrzehnten leben inzwischen in Ulm. Jede Woche kommen 35 bis 40 weitere Menschen dazu, die vor Krieg und Gewalt in ihrer Heimat geflüchtet sind und hier Schutz suchen. Die Hauptlast, was die Unterbringung dieser Geflüchteten angeht, trägt bisher die Kernstadt mit den Gemeinschaftsunterkünften im Mähringer Weg, in der Römerstraße, der Ulm-Messe und in zahlreichen dezentralen Unterkünften im Stadtgebiet. Nun sollen auch die Ortschaften verstärkt in die Verantwortung genommen werden.

Ziel ist es, im Laufe des Jahres 2023 auf diesem Weg Wohnraum für rund 400 Geflüchtete in den Ortschaften zu schaffen. Welche Standorte konkret und in welcher Reihenfolge belegt werden, darüber wird der Gemeinderat im Februar 2023 entscheiden.
Auch jetzt können die Ortschaften noch weitere geeignete Grundstücke und Liegenschaften melden. Dennoch wird für alle Standorte, unabhängig davon, ob sie sofort oder erst später benötigt werden, schon jetzt das baurechtliche Genehmigungsverfahren eingeleitet. Dieser Weg wird gewählt, um flexibel auf eine veränderte Situation reagieren zu können.

Bebaut werden sollen die ausgewählten Grundstücke mit Modulbauten, die einerseits städtebaulich verträglicher sind als ähnlich teure Stahlcontainer, die andererseits aber mobil sind, sodass die belegten Flächen auch wieder freigemacht werden können, sollten sie in einigen Jahren nicht mehr benötigt werden. Wann das sein wird, ist schwer vorauszusagen. Die Entwicklung des Ukraine-Kriegs und die generelle Migrationsdynamik sind dabei wichtige Faktoren.

Die Stadt strebt eine sozial verträgliche Verteilung der Geflüchteten an. Ziel ist, dass der Anteil Geflüchteter in den dörflich geprägten Ortschaften nicht mehr als drei Prozent der Einwohnerzahl betragen wird. Befürchtungen, es kämen Hunderte Geflüchteter in eine kleine Ortschaft, sind unbegründet. Das wird nicht geschehen.

Bei der Stadt geht man von einer Mindestbelegung von 25 bis 30 Menschen je Standort aus. Auch die Verfügbarkeit von Kita- und Schulplätzen spielt bei der Entscheidung eine Rolle. Es wurden gerade in den letzten Jahren wertvolle Erfahrungen bei der Unterbringung und Betreuung geflüchteter Menschen gesammelt. Erfahrungen, die sich jetzt auszahlen. Die Stadt verfügt über ein funktionierendes Integrationsmanagement und dezentrale Hausleitungen, die sich kümmern. All dies erleichtert die Integration der Geflüchteten in ein neues Umfeld.

Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zu diesem Thema geben wir Ihnen in den FAQs.