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Neues Medienhaus - Olgastraße 121

Lageplan

© © Allmann Sattler Wappner Architekten, München

Die Neue Pressegesellschaft Ulm (NPG) beabsichtigt, im Planungsgebiet einen bedarfsgerechten, zukunftsfähigen und repräsentativen Neubau zu errichten. Die unternehmensstrategische Ausrichtung der NPG sieht vor, verschiedene Dienste und Organisationseinheiten zu zentralisieren. Hierfür soll der Standort Ulm erhalten bleiben und auf dem Entwicklungsgrundstück an der Olgastraße die Zentrale der Unternehmensgruppe entstehen.

Zur Ausarbeitung einer architektonischen Konzeption für die Gestaltung des neuen Verlagsgebäudes hat die Vorhabenträgerin im Frühjahr 2021 eine Mehrfachbeauftragung durchgeführt. In diesem konkurrierenden Verfahren hat sich das Architekturbüro Allmann Sattler Wappner aus München gegen weitere Mitbewerber durchsetzen können. Der Vorhaben- und Erschließungsplan, bindender Teil des vorhabenbezogener Bebauungsplans, basiert auf dem Ergebnis dieser Konzeption.

In der Sitzung des Fachbereichsausschusses "Stadtentwicklung, Bau und Umwelt" am 09.11.2021 wurde der Aufstellungsbeschluss und Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit gefasst. Der Bebauungsplan wurde in der Zeit vom 22.11.2021 bis einschließlich 23.12.2021 öffentlich ausgelegt.

Die aktuellen Unterlagen finden Sie hier.
https://buergerinfo.ulm.de

Aufgrund der derzeitigen Situation fand in der Zeit vom 15.02.2022 bis zum 02.03.2022 eine informelle Bürgerinformation in einem Online-Format statt.

 

 

Infolgedessen gingen zwei Stellungnahmen/Kommentare zu dem geplanten Vorhaben ein:

Stellungnahme zu dem geplanten Vorhaben vom 21.02.2022

Die Carl-Ebner-Straße ist in ihrer jetzigen Ausführung eine enge Straße, Autos kommen nicht aneinander vorbei. Können Sie mir bitte sagen, wie viele Mitarbeiter in dem Gebäude diese Straße benutzen müssen. Wie wollen Sie verhindern, dass zur Stoßzeit die Straße von Autofahrern blockiert wird, die zur Arbeit wollen? Dazu müssten Sie eigentlich die Parkplätze entfernen.

2. So, wie ich die Beschreibung verstanden habe, ist das Gebäude 20 - 24m hoch. Das scheint mir sehr schluchtig zu sein. Welche Vorschriften/Vorgaben oder Empfehlungen gibt es, die den Abstand zweier Gebäude insbesondere zu einem Wohngebäude regeln. Wie ist das in diesem Fall eingehalten? Warum ist das akzeptabel?


3. Eine Möglichkeit wäre es, den Nordteil niedriger als den Südteil des Gebäudes zu machen. Das würde wohl auch die klotzige Gestalt des Gebäudes auflockern und gibt mehr Licht für das Wohngebäude



Antwort zur Stellungnahme des geplanten Vorhabens vom 21.02.2022

Vielen Dank für Ihren Beitrag und Ihr Interesse am Bauvorhaben des neuen Medienhauses in der Olgastraße 121.

Die Erschließung des Grundstückes für PKW erfolgt ausschließlich über die Carl-Ebner-Straße. Die erforderlichen Stellplätze in der Tiefgarage können über die Zufahrtsrampe an der westlichen Gebäudeseite erreicht werden. Der Querschnitt der Fahrbahn weist eine Breite von 6,0 m auf, so dass zwei Fahrzeuge aneinander vorbeikommen. Auch zukünftig ist diese Straßenbreite gegeben. Aktuell wird z.T. auf der Fahrbahn geparkt. Falls erforderlich können zu einem späteren Zeitpunkt verkehrsrechtliche Maßnahmen ergriffen werden, so dass es nicht zu erheblichen Beeinträchtigungen des Verkehrs kommt. Aufgrund der untergeordneten Rolle der Carl-Ebner-Straße kommen übergreifende Maßnahmen, wie z.B. eine Einbahnregelung nicht in Frage.

Die erforderlichen Abstandsflächen sind in der Landesbauordnung geregelt. Durch diese Abstandsflächenregelung wird mit Blick auf die jeweilige Nutzungs- und Bautypologie eines Quartiers sichergestellt, dass eine ausreichende Belichtung und Belüftung gewährleistet wird. Im Verfahren wurden auch die für das vorliegende Vorhaben geforderten Abstandsflächen geprüft. Zu den angrenzenden Wohnbebauungen können die Abstandsflächen eingehalten werden.

Da das Gebäude einen größeren Maßstab aufspannt als die angrenzende Wohnbebauung, wurde bei der Planung darauf geachtet, dass insbesondere eine ausreichende Belichtung der nördlichen Nachbarbebauung berücksichtigt wird. Dementsprechend ist das oberste Geschoss von der Außenkante zurückversetzt, was einen besseren Lichteinfallswinkel ermöglicht.

Stellungnahme zu dem geplanten Vorhaben vom 01.03.2022

Die Unterlagen und ergänzenden Informationen sind gut aufbereitet. Dafür zunächst einen Dank an die Verantwortlichen. Das Konzept ist grundsätzlich überzeugend und trägt zur Verbesserung der Bebauung in diesem Bereich der Olgastraße bei. Gerne möchte ich auf drei Dinge hinweisen, die in den Unterlagen aus meiner Sicht nicht ausreichend thematisiert sind:

1. Aufgrund der über 20 m hohen Bebauung auf beiden Straßenseiten entsteht ein enger Straßenbereich, der zur Verstärkung des Verkehrslärms beiträgt. Wurde dies bei der Planung berücksichtigt und verschiedene Maßnahmen zur Lärmreduktion diskutiert?


2. Durch die enge Bebauung (ohne Bepflanzung) ist von einer Erhöhung der Feinstaubbelastung auszugehen. Auch wenn dies gegenüber der momentanen Situation keine Verschlechterung darstellt, wäre eine Berücksichtigung sinnvoll. Wurde dies bei der Planung berücksichtigt?


3. Was tatsächlich unterrepräsentiert scheint, ist ein zeitgemäß nachhaltiges Konzept für einen modernen Bau (aus diesem Jahrhundert). Gibt es ein Konzept zur Nutzung von Regenwasser als Brauchwasser? Warum wird die Dachfläche als begrüntes Flachdach ausgeführt (was ökologisch keinen großen Mehrwert bietet), anstatt eine Nutzung mit Photokollektoren bzw. Photovoltaik vorzusehen? Wurde die Möglichkeit der Installation von Photovoltaik in den Außenwänden evaluiert? Ist der Bereich des Atriums dahingehend konzeptioniert, dass einfallendes Licht zur Energieeinsparung beitragen kann?

Vielen Dank für die Möglichkeit zur Beteiligung.

 

Antwort zur Stellungnahme des geplanten Vorhabens vom 01.03.2022

Vielen Dank für Ihr Schreiben und damit verbundene, gründliche Auseinandersetzung mit dem Bauvorhaben des neuen Medienhauses in der Olgastraße 121.

Im Zuge des Bebauungsplanverfahrens wurde eine schalltechnische Begutachtung mit Untersuchung der Verkehrslärmimmissionen erstellt. Aufgrund der bestehenden hohen Verkehrsbelastung der Olgastraße sind entsprechende Schallschutzmaßnahmen erforderlich und werden in den Bebauungsplan aufgenommen. Durch das Gebäude kann es zu Reflexionen der Schallemissionen kommen. Unter Berücksichtigung der bereits bestehenden hohen Vorbelastung können die minimalen Auswirkungen außer Acht gelassen werden. Bei dem Grundstück handelt es sich um eine kriegsbedingte Baulücke. Es ist in jedem Fall das städtebauliche Ziel, eine Bebauung in einem der Umgebung angemessenen Maßstab umzusetzen. Maßnahmen zur Schallreduktion in der gesamten Olgastraße können z.B. durch die Fortschreibung des Lärmaktionsplanes untersucht werden.

Es würde ein einzelnes Bauvorhaben überfrachten, eine gesamtstädtische Problemstellung, wie die der Feinstaubbelastung, zu lösen. Entsprechend dem Luftreinhalteplan der Stadt Ulm wurden bereits an erforderlicher Stelle Maßnahmen zur Senkung der Belastung durch Luftschadstoffe aufgestellt und umgesetzt. Luftreinehalteplan

Die Planung wurde zwischenzeitlich weiterentwickelt und verschiedene Möglichkeiten für ein nachhaltiges Gesamtkonzept untersucht. Die Gestaltung der Dachlandschaft beinhaltet nun ein umfangreiches Konzept mit intensiver sowie extensiver Dachbegrünung zur Schaffung von Retentionsraum sowie die Installation von Photovoltaikanlagen in unterschiedlichen Ausführungen. Neben aufgeständerten PV-Kollektoren im zentralen Dachbereich werden zusätzlich auf den Einhausungen der erforderlichen Lüftungsanlagen PV-Kollektoren angebracht. Die Photovoltaikanlagen sind in das Energiekonzept des Gebäudes integriert und dienen als Pufferspeicher.