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Ehrenamtlich tätig werden

Freiwillige mit 2 Seniorinnen und deren selbst gemalten Bildern

Bürgerschaftliches, freiwilliges Engagement definiert sich als "Handlungsbereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern, im Eigeninteresse mit Anderen gemeinsam etwas für alle zu tun". (Konrad Hummel). Diese Tätigkeit wird "klassisch" mit dem Begriff des "Ehrenamts" belegt, allerdings finden sich heute auch immer wieder die Begriffe "Freiwilligenengagement" und "Bürgerschaftliches Engagement". Im weiteren Text werden für alle Bereiche des ehrenamtlichen, freiwilligen bzw. bürgerschaftlichen Engagements die Begriffe "bürgerschaftliches Engagement" und "bürgerschaftlich Engagierte" benutzt.

Bürgerschaftliches Engagement umfasst ein breites Spektrum: Von der Tätigkeit in Vereinen und Verbänden, Kirchen, karitativen und anderen gemeinnützigen Organisationen über das Engagement bei Bürger- oder Freiwilligenagenturen, Hospizbewegungen oder Tafeln bis hin zur Mitarbeit in Selbsthilfegruppen, und Nachbarschaftsinitiativen, Elternbeiräten oder Arbeitskreisen der Lokalen Agenda 21 oder im Flüchtlingsbereich.  Bürgerschaftliches Engagement beschreibt ferner gemeinwohlorientierte Aktivtäten von Unternehmen und Stiftungen ebenso wie kulturelles Engagement oder Engagement im Umweltbereich oder die Spendenbereitschaft Einzelner.

Unsere Bürgergesellschaft braucht die ehrenamtliche Arbeit und das Engagement für konkrete Aufgaben in der Stadt. In diese Solidarnetze sind alle Bürgerinnen und Bürger, die deutschen wie die ausländischen, einzubeziehen.

In Ulm z. B. in Form der "Regionalen Planungsgruppen", die die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgerin im Stadtteil im Rahmen des Ulmer Dialogmodells möglich machen. Auch das Engagment in Elternbeiräten an Schulen und Kindertagesstätten ist gelebtes Bürgerengagement im Sinne von Bürgerbeteiligung. Ebenso wie die Mitarbeit in Parteien oder Gewerkschaften, oder die Wahrnehmung des Amtes als Gemeinderat oder Ortschaftsrätin oder die Initiierung von Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden. All das fällt auch unter den Begriff des bürgerschaftlichen Engagements.

Auch Freiwilligendienste, wie das Freiwillige Soziale oder seit einigen Jahren das freiwillige ökologische Jahr oder auch der neu geschaffene Bundesfreiwilligendienst sind Formen Bürgerschaftlichen Engagements, die nicht mehr nur junge Erwachsene nach der Schulzeit und vor der Berufsausbildung ausüben, sondern immer mehr Menschen zwischen verschiedenen Lebensphasen. Das bürgerschaftliche Engagement kann sowohl dauerhaft und kontinuierlich als auch kurzfristig und spontan sein; es kann berufsbegleitend, zur Überbrückung von Ausbildungsabschnitten, zur Vorbereitung auf den Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit oder nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben stattfinden.

Die Idee eines Zukunftsmanifestes entstand in der „Ideenwerkstatt Ulm 2000“, einem mehrjährigen bürgerschaftlichen Dialog über die Zukunftsfähigkeit und Zukunft unserer Stadt. Viele Bürgerinnen und Bürger sowie Ulmer Institutionen, Organisationen, Vereine und Gruppierungen haben sich seit 1995 daran beteiligt. Im Juni 1999 wurde das Zukunftsmanifest verabschiedet.

Das Zukunftsmanifest aus dem Jahr 1999 enthält Grundsätze, wie das Zusammenleben in unserer Stadt künftig aussehen soll und was unsere Stadtgesellschaft zusammenhält. Es ist kein Programm und muss sich deshalb, soweit es den Charakter einer öffentlichen Erklärung bewahren soll, auf Kernaussagen beschränken. Unter der Überschrift "Ulm - eine Stadt der Solidarität" wurde dem bürgerschaftlichen Engagement ein eigenes Kapitel gewidmet. Es heißt darin u.a. "...Unsere Bürgergesellschaft braucht die ehrenamtliche Arbeit und das Engagement für konkrete Aufgaben in der Stadt. In diese Solidarnetze sind alle Bürgerinnen und Bürger, die deutschen wie die ausländischen, einzubeziehen...".