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Europäische Freiwilligentätigkeiten

Junge Freiwillige mit Patienten in einem Flüchtlingscamp

© Unbekannt, 2018 / Quelle: EC - Audiovisual Service

Im Rahmen verschiedener EU-Programme kann man sich freiwillig für die Gemeinschaft engagieren. Bereits seit mehreren Jahrzehnten gibt es den Europäischen Freiwilligendienst (EFD). Dieser bietet jungen Menschen zwischen 17 und 30 Jahren die Möglichkeit, für zwei bis zwölf Monate an einem gemeinnützigen Projekt im europäischen Ausland mitzuarbeiten. Dabei können junge Erwachsene andere Kulturen kennen lernen, Sprachkenntnisse verbessern und berufliche Orientierung finden.

Der EFD bietet viele Vorteile. Teilnehmende sind während des gesamten Zeitraums versichert und erhalten eine Betreuung vor und während ihrem Dienst - beispielsweise durch Sprachkurse, Seminare oder spezielle Beratungsangebote. Gute Noten oder besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Tätigkeitsbereiche im EFD reichen von der Arbeit im Kinderheim bis hin zu Flüchtlingsprojekten, Nationalparks, Jugendarbeit und vielem mehr. Junge Menschen im EFD werden darüber hinaus ermutigt, ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen. Beispiele und Erlebnisberichte sind auf dem Webportal Youthreporter zusammengestellt.

Um sich im Rahmen des EFD zu engagieren, müssen sich Interessierte an eine von derzeit über 200 anerkannten so genannten Entsendeorganisationen in Deutschland wenden. Bei der Suche steht die Datenbank des Jugendportals der EU-Kommission unterstützend zur Seite. Weitere Informationen zum Europäischen Freiwilligendienst gibt es hier.

Auftaktveranstaltung der Europäischen Kommission zum Start des Europäischen Solidaritätskorps

© Europäische Union, 2016 / Foto: François Walschaerts

Auftaktveranstaltung der Europäischen Kommission zum Start des Europäischen Solidaritätskorps

Auch das erst 2016 ins Leben gerufene Europäische Solidaritätskorps bietet jungen Menschen die Chance, sich für eine Dauer von 2-12 Monaten in Freiwilligenprojekten oder Beschäftigungsprojekten in ihrem eigenen Land oder im Ausland zu engagieren. 

Teilnehmen kann jeder im Alter von 18-30 Jahren. Die Registrierung für das Europäische Solidaritätskorps ist bereits mit 17 Jahren möglich. Man muss die Staatsangehörigkeit eines EU-Landes oder eines der folgenden Länder besitzen oder sich rechtmäßig in der EU oder einem der folgenden Länder aufhalten: Island, Liechtenstein, Norwegen, Türkei, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien. Zur Registrierung für das Europäische Solidaritätskorps geht es hier.

Bei der Registrierung in der Datenbank des Solidaritätskorps gibt man an, für welche Art von Projekten man sich interessiert und welche Erfahrungen und Kenntnisse man mitbringt.
Die Projekte, in denen man sich im Rahmen des Solidaritätskorps engagieren kann, decken eine Vielzahl von Themenbereichen ab. Mögliche Tätigkeiten sind:
• Hilfe beim Wiederaufbau einer bei einem Erdbeben verwüsteten Schule oder eines Gemeinschaftszentrums
• Unterstützung kürzlich eingetroffener Asylbewerber/-innen
• Arbeit mit Menschen mit Behinderungen in einem Gemeinschaftszentrum

Interessierte Organisationen kontaktieren über die Datenbank des Europäischen Solidaritätskorps junge Menschen, die zu ihren Solidaritätsprojekten passen. Alle Organisationen werden Überprüfungen unterzogen, bevor sie zur Durchführung von Projekten für das Europäische Solidaritätskorps akkreditiert werden.

Das Besondere am Europäischen Solidaritätskorps ist, dass es Freiwilligenprojekte und Beschäftigungsprojekte kombiniert. Die Freiwilligenprojekte stützen sich u.a. auf den Europäischen Freiwilligendienst. Im Rahmen der Beschäftigungsprojekte erhalten junge Menschen hingegen einen Arbeits-, Praktikums- oder Ausbildungsplatz in Organisationen, die Solidaritätsprojekte durchführen.

Freiwillige erhalten für ihre Arbeit zwar keine Vergütung; in der Regel werden jedoch die Kosten für Hin- und Rückreise, Unterkunft, Verpflegung und Krankenversicherung übernommen. Darüber hinaus wird ein Taschengeld für alltägliche Ausgaben gezahlt.

Teilnehmer/-innen an Beschäftigungsprojekten, denen eine Stelle angeboten wurde, erhalten einen Arbeitsvertrag und eine Vergütung. Praktikanten/Praktikantinnen und Auszubildende erhalten ebenfalls einen Beschäftigungsvertrag und eine Aufwandsentschädigung.

Momentan laufen intensive Diskussionen zwischen der Europäischen Kommission, dem Rat der Europäischen Union sowie dem Europäischen Parlament über die künftige Ausrichtung des Korps. Die Europäische Kommission möchte dieses künftig als eigenständiges Programm einrichten. Dadurch werden sich voraussichtlich auch Änderungen für den Europäischen Freiwilligendienst ergeben. Die Kontinuität der Förderung soll nichtsdestotrotz gewährleistet werden. Laufend aktualisierte Informationen zum Solidaritätskorps finden Sie hier.