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Europäisches Austauschprojekt zu Gast in Ulm

Die deutsch-österreichische Gruppe vor dem Europe Direct

© Europe Direct Ulm

Dieses Jahr fand erstmals das Austauschprojekt "Entdecke Europa - unsere gemeinsame Geschichte und was heute zu tun ist", organisiert von den Europe Direct Informationszentren in Ulm und Vorarlberg, statt. Beteiligt waren jeweils eine 10. Klasse des Hans und Sophie-Scholl-Gymnasiums aus Ulm und des Bundesgymnasiums Blumenstraße aus Bregenz. Am 14.11. besuchten uns die österreichischen Schüler/innen in Ulm.

Vormittags beschäftigten wir uns an der vh Ulm mit dem Ulmer Jugendwiderstand gegen das NS-Regime. Dr. Andreas Lörcher, Leiter des Aicher-Scholl-Kollegs der vh Ulm, führte durch die Ausstellung der DenkStätte Weiße Rose "wir wollten das andere – Jugendliche in Ulm 1933 bis 1945". Anschaulich machte Dr. Lörcher deutlich, wie Hans und Sophie Scholl durch die Sozialisation in der Hitler-Jugend und dem Bund Deutscher Mädel zunächst zu überzeugten Unterstützern des Hitler-Regimes heranwuchsen. Durch Erläuterungen zum weiteren Lebensweg der beiden Geschwister machte er deutlich, wie sie sich zu Gegnern des Regimes entwickelten, handelten und schließlich beim Verteilen des fünften Flugblatts der Weißen Rose an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität gefasst wurden. Ergänzend wurde der Dokumentarfilm "Verräter der Nation" (2000) der Neu-Ulmer Regisseurin Sibylle Tiedemann gezeigt. Gemeinsam mit der Regisseurin und der Leiterin des Europe Direct diskutierten die Schüler/innen über die Zivilcourage der Mitglieder der Ulmer Abiturientengruppe, die damals bei der Verbreitung der Flugblätter der Weißen Rose halfen. Folgerichtig ging es dann auch um die Frage, wie heute unsere demokratischen Werte geschützt werden können und was jeder dazu beitragen kann. 

Nachmittags stand thematisch die Außen- und Sicherheitspolitik der EU im Mittelpunkt. Was bedeutet die aktuelle weltpolitische Lage für die EU? Wie arbeitet die EU im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik zusammen? Wie wird sich die EU in diesem Bereich künftig weiterentwickeln? Darüber sprachen die Schüler/innen mit dem österreichischen Oberst Hannes Krainz und dem deutschen Oberstleutnant Andreas Eckel vom Multinationalen Kommando Operative Führung Ulm. Die Schüler/innen konnten sich praktisch ein Bild machen, wie die Zusammenarbeit verschiedener Nationen in der Ulmer Wilhelmsburg aussieht. Anschaulich erläuterten Oberst Krainz und Oberstleutnant Eckel auch, warum die EU sich momentan häufig schwer tut, in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik tätig zu werden. Die Notwendigkeit der einstimmigen Entscheidungsfindung sowie die unterschiedlichen geografischen Prioritäten der EU-Staaten seien hier oft ein Hindernis.

"Entdecke Europa - unsere gemeinsame Geschichte und was heute zu tun ist" ist ein grenzüberschreitendes Austauschprojekt zwischen Schulklassen aus Ulm und Vorarlberg. Organisiert wird es von den beiden Europe Direct Informationszentren in Ulm und Vorarlberg. Ziel des Projekts ist es, Europa für junge Menschen erlebbar zu machen und die Basis für einen Austausch zwischen Jugendlichen aus unterschiedlichen europäischen Ländern zu schaffen. Im Rahmen des Projekts werden wichtige Etappen der europäischen Geschichte sowie aktuelle europapolitische Entwicklungen thematisiert.

Bereits am 02.10.2019 war das Team des Europe Direct Informationszentrums Ulm mit dem Hans und Sophie Scholl-Gymnasium in Vorarlberg zu Gast. Auf dem Programm stand eine Führung des Jüdischen Museums Hohenems zum Thema "Fluchtwege - An der Grenze. Flucht in die Schweiz 1938-1945". Dabei wurde das Dritte Reich, die Situation der Juden in Deutschland und Österreich aufgezeigt. Die deutsch-österreichische Schülergruppe folgte dem historischen Fluchtweg der Jüdinnen und Juden in die Schweiz und konnte dabei auch die Situation von heutigen Geflüchteten verstehen lernen.

Am Nachmittag gab des dann einen Workshop "Rechte und (Grund-) Rechte" mit Prof. Wolfgang Weber, FH Vorarlberg, in dem es um das Erkennen von Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus ging. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich dabei auch mit der Rechtslage der Darstellung von Nazisymbolen und der Strafbarkeit dieser in beiden Ländern auseinander.