Stadt Ulm - "Ulmer Rede für Europa" mit Claudia Warken am 26. September 2018

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"Ulmer Rede für Europa" mit Claudia Warken am 26. September 2018

Claudia Warken im Gespräch mit OB Gunter Czisch und Südwest Presse-Chefredakteur Ulrich Becker

© Europe Direct Ulm

Claudia Warken im Gespräch mit OB Gunter Czisch und Südwest Presse-Chefredakteur Ulrich Becker

Europa lebt von Ideen und Visionen, aber basiert auch auf Gesetzen. Gerade das Themenfeld der Cyberkriminalität hat Dimensionen erreicht, die neuartige europäische Regelungen zur Strafverfolgung erfordern. Claudia Warken, Richterin am Ulmer Landgericht und bis vor kurzem Abgeordnete Nationale Sachverständige in der Europäischen Kommission, gab am 26.09.2018 einen faszinierenden persönlichen Einblick in das Leben und Arbeiten in Brüssel.

Noch bis vor wenigen Wochen arbeitete Claudia Warken in Brüssel als Abgeordnete Nationale Sachverständige in der Generaldirektion Migration und Inneres der Europäischen Kommission. Im Rahmen ihrer Arbeit in Brüssel beschäftigte sich Claudia Warken schwerpunktmäßig mit der Strafverfolgung im Cyberspace in der EU. Die Strafverfolgung in Fällen von Internetkriminalität ist angesichts der steigenden Bedeutung von Beweismitteln elektronischer Natur ein spannendes und hochaktuelles Thema. Dies konnte Claudia Warken in ihrer täglichen Arbeit in Brüssel z.B. an dem hohen Interesse seitens verschiedenster Lobbygruppen festmachen. Claudia Warken betonte hierbei, dass der Austausch mit Interessensvertreter/innen für die Europäische Kommission von hoher Bedeutung ist. Denn schließlich werde man oft erst auf wichtige Aspekte eines geplanten Gesetzesvorschlags aufmerksam, wenn man mit denjenigen im Austausch steht, die hiervon am Ende direkt betroffen sind. Aber ein ausgeprägtes Bewusstsein für die versuchte Einflussnahme durch Interessenvertreter/innen und ein reflektierter Umgang hiermit sei natürlich unabdingbar, so Warken.

Claudia Warken zeigte sich persönlich begeistert von der Arbeit in Brüssel. In ihrem Bereich arbeitete sie in einem Team, das zahlreiche Nationalitäten und verschiedenste berufliche Hintergründe vereinte. Die Arbeit mit Polizeipersonal, Verwaltungswissenschaftler/innen und IT-Spezialist/innen aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten empfand sie als sehr bereichernd. Für Claudia Warken steht fest: "Wir brauchen die EU" - wenn auch nicht notwendigerweise in ihrer jetzigen Form. Gerade ihre persönliche Arbeit im Bereich der Internetkriminalität habe sehr deutlich gezeigt, dass nur durch EU-weites, gemeinsames Handeln etwas bewirkt werden könne. Europa müsse aber viel mehr zum Gesprächsthema bei den Bürger/innen werden. Das Empfinden der Bürger/innen gegenüber der Europäischen Union müsse weg von "Die in Brüssel" hin zu "Wir in Europa", so Claudia Warken.

Claudia Warken war im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Ulmer Reden für Europa" zu Gast. Bei der Veranstaltungsreihe handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen der Stadt Ulm mit ihrem Europe Direct Informationszentrum und der Südwest Presse.

Einen Bericht der Südwest Presse zur Veranstaltung finden Sie hier.