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Live-Bericht aus Brüssel

Claudia Warken trifft Schüler/innen eines Ulmer Gymnasiums

Blick auf die Schüler im Publikum von hinten

© Europe Direct Ulm

Dorothea Hemminger, Leiterin des Europe Direct Ulm, begrüßt die Schüler/innen

Am Mittwoch, den 20. Juni 2018, waren zwei 10. Klassen des Hans und Sophie Scholl-Gymnasiums im Europe Direct Ulm zu Gast. Sie tauschten sich mit Claudia Warken über ihre Tätigkeit als Abgeordnete Nationale Sachverständige in der Generaldirektion Migration und Inneres bei der Europäischen Kommission aus. 

Claudia Warken, ehemalige Richterin am Ulmer Landgericht, ist mittlerweile seit etwa zweieinhalb Jahren bei der Europäischen Kommission in Brüssel tätig. Den etwa 50 Schüler/innen berichtete sie anschaulich von der Arbeit der Europäischen Kommission im Allgemeinen sowie dem Leben in Brüssel.

Im zweiten Teil ihres Vortrags ging Claudia Warken auf aktuelle Initiativen der Europäischen Kommission ein. Hier drehte sich die Diskussion vor allem um die am 25. Mai 2018 wirksam gewordene EU-Datenschutzgrundverordnung. Claudia Warken veranschaulichte den Schüler/innen klar und verständlich, warum der Umgang mit den eigenen Daten so wichtig ist. Besonders hob sie die nun erforderliche ausdrückliche Zustimmung der Nutzer/innen zur Datenerhebung hervor. Im Bereich der Datenerhebung und Datenweitergabe an Dritte sei zuvor im Prinzip nichts geregelt gewesen; Firmen wie Facebook und Google hatten bei der Datensammlung freie Hand – ohne, dass den Nutzer/innen überhaupt bewusst war, was passierte. Als Beispiel führte Claudia Warken Payback an. Das Unternehmen habe kürzlich öffentlich gemacht, dass es die Daten der Nutzer/innen an etwa 600 externe Unternehmen verkauft habe, ohne die Nutzer/innen zu informieren. Solche Praktiken seien mit der Datenschutzgrundverordnung nicht mehr vereinbar, so Warken.

Auf die Frage, ob sie tatsächlich glaube, dass Unternehmen die Praxis des Datensammelns aufgrund der neuen Verordnung in Zukunft aufgeben würden, zeigte sich Warken verhalten optimistisch. Es werde sicherlich Unternehmen geben, welche die Praxis im Verborgenen fortsetzen. Sollten solche Praktiken an die Öffentlichkeit gelangen, biete die Datenschutzgrundverordnung Nutzer/innen und Datenschutzbehörden jedoch eine bessere Handhabe. Strafen in Höhe von bis zu 4% des jährlichen Umsatzes sind möglich. Dies könne ganz schnell ganz schön teuer für ein Unternehmen werden, so Warken. Abschließend rief Claudia Warken die Schüler/innen dazu auf, bewusster mit ihren Daten umzugehen – diese seien vielen Unternehmen beträchtliche Summen Geld wert.