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Viel Neues vom Nachbarn

Oliver Lück bei seiner Lesung in Ulm

© Europe Direct Ulm

Oliver Lück bei seiner Lesung in Ulm

Am Abend des 11. Februars 2015 war ganz Europa zu Besuch in Ulm. In Form von erzählten Geschichten brachte Oliver Lück den Besucherinnen und Besuchern unsere Nachbarn in den anderen Ländern näher. "Neues vom Nachbarn - 26 Länder, 26 Menschen" ist der Titel seines Buches, obwohl es weit mehr als 26 interessante Menschen auf seiner Reise gab.

Der Journalist und Fotograf verwandelte das Gewölbe in den folgenden zwei Stunden mit Hilfe von großen, farbintensiven Bildern. Es sei keine gezielte Reise in Länder oder zu Sehenswürdigkeiten gewesen, es habe kein konkretes Ziel gegeben, dafür viel Zeit, denn Zeit sei das, was man aus ihr mache, begann der Autor. Die einzige Ambition, die Oliver Lück mit Locke zusammen verfolgte, war Menschen kennen zu lernen. Oft verbrachte er bis zu einer ganzen Woche mit ihnen, wie beispielsweise mit einem Chilibauern aus Südfrankreich oder einer Strandgutsammlerin und Künstlerin aus Lettland. Bei auftretenden Sprachbarrieren suchte sich der Reisende Übersetzer, obwohl das nicht allzu häufig nötig gewesen sei. Auf die Frage, wie man solch interessante Menschen fände, meinte Lück, man müsse einfach auf die Leute zu gehen.

Unter einigen Mitbringseln, wie einer vertrockneten Chilischote oder Goldpartikeln aus Finnland, waren auch eine Flasche Wodka und drei - immer größer werdende - Schnapsgläser. Wodka verbindet und fließt in unseren Adern, das würde ein Osteuropäer sagen und unter dem gleichen Motto prosteten sich Oliver Lück und zwei Männer aus dem Publikum zu. So kommt zum Ausdruck, wie bunt Europa ist - es sei wie ein Flickenteppich aus verschiedenen Ländern, Traditionen, Sprachen und Kulturen - und das sei schön. Oliver Lück meinte zum Ende der Veranstaltung, dass viele Menschen aus anderen Kontinenten Europa genau deshalb bewunderten und begeistert seien von der Vielfalt auf so kleinem Raum, während es für uns schon Alltag sei. Er rief dazu auf, nicht nur in den Nachbarländern nach Geschichten zu suchen, sondern sich seinen eigenen Nachbarn auch mal genauer anzuschauen. Gute und spannende Geschichten gebe es überall. Auf die Frage, ob die Reise nun zu Ende sei, erklärte Oliver Lück gelassen, dass die Reise nie wirklich enden würde, man brauche nur die Zeit - denn Zeit sei das, was man aus ihr mache.