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Lesung: „Troll“ von Michal Hvorecky (10.04.2019)

Von Europa, der Demokratie und Fake News

Foto des Autors

© Michal Hvorecky

Michal Hvorecky liest am 10. April 2019 ab 19:30 Uhr aus seinem aktuellen Roman „Troll“ in der Stadtbibliothek Ulm. Rasant und literarisch verdichtet erzählt er von Fake News, Europa und nichts geringerem als der Demokratie. Der Eintritt ist frei.

Europa in naher Zukunft: Die europäische Gemeinschaft ist zerfallen und wurde durch die Festung Europa ersetzt. Ihr gegenüber steht das diktatorisch geführte Reich, in dem ein ganzes Heer von Internettrollen die öffentliche Meinung lenkt. Der namenlose Held in dieser in einer allzu naheliegenden Zukunft angesiedelten Geschichte entwicklt immer stärkere Zweifel und versucht gemeinsam mit seiner Verbündeten Johanna, das staatliche System der Fehlinformationen von innen heraus zu stören – und wird dabei selbst Opfer eines Shitstorms.

Was ursprünglich als grotesk-dystopischer Science Fiction-Roman geplant war, bildet erschreckend zutreffend unsere Gegenwart ab. Der Wahrheitsbegriff steht im heutigen Europa durch Fake News und Hasskommentare von sogenannten Trollen in nie dagewesener Weise unter Druck. Erst langsam beginnen wir zu begreifen, welche Konsequenzen das für den Zustand unserer Gesellschaft und unseres demokratischen politischen Systems hat. Wie viel Wahrheit steckt in Hvoreckys fiktiver Romanhandlung? Wie kann sich eine demokratische Gesellschaft gegen die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch Fake News und Internettrolle zur Wehr setzen? Welchen Einfluss könnten Fake News z.B. auf die Europawahl im Mai 2019 haben?

Michal Hvorecky, geboren 1976, lebt in Bratislava. Auf Deutsch erschienen bereits drei seiner Romane und eine Novelle. Hvorecky verfasst regelmäßig Beiträge für die FAZ, die ZEIT und zahlreiche Zeitschriften. Im vergangenen Jahr war er zu Gast im Ersten bei ttt - titel, thesen, temperamente. In seiner Heimat engagiert Hvorecky sich für den Schutz der Pressefreiheit und gegen antidemokratische Entwicklungen. Schon viel Male musste er selbst verleumderische Internetattacken miterleben. Der Mord an seinem Freund und Kollegen, dem slowakischen Investigativjournalisten Ján Kuciak, sorgte im Februar 2018 europaweit für Entsetzen.

Eine Veranstaltung des Europe Direct Ulm in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Ulm.