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Unterbringung im "Engländer"

Außenansicht des "Engländers"

© Europe Direct Ulm

Heute beherbergt das Haus "Engländer" am Weinhof 19 das Europabüro und Europe Direct Informationszentrum der Stadt Ulm. "Engländer" stellt dabei jedoch lediglich die Kurzform des Namens "Zum König von England" dar. Dieser Name geht auf die Gaststätte "Zum König von England" zurück, die sich vor rund 200 Jahren in den heutigen Büroräumen befand. Tatsächlich ist das Gebäude wesentlich älter.

Eigenheiten an der Bauweise des Fachwerks lassen darauf schließen, dass der "Engländer" zwischen 1420 und 1427 erbaut worden sein muss. Als wahrscheinlich gilt, dass sich am Bauplatz zuvor ein anderes Gebäude im ältesten Siedlungskern Ulms, dem Patrizierviertel, befunden haben muss. Das Erdgeschoss gestaltet sich als Kreuzgrat-Gewölbehalle, wie sie für Stallungen und Lagerräume eines Kaufmannshauses typisch war. Seine erste Erwähnung fand das Gebäude 1609 als Gasthaus "Zum Weißen Ochsen". Dieser wurde 1749 bedingt durch einen Wirtswechsel in "Zum König von England" umbenannt. 

1851 ging der "Engländer" in jüdischen Besitz über. Die Firma Israel Strauß & Co., später Israel & Levi, betrieb dort eine Bettfederfabrik. Auch Hermann Einstein arbeitete in dieser Fabrik - sein berühmter Sohn Albert wurde 1874 in der Ulmer Bahnhofstraße geboren. Im ersten Stock des "Engländers" wohnte Albert Einsteins Großmutter Helene Einstein; sein Onkel August führte im "Engländer" eine Zeit lang ein Damenkonfektionsgeschäft.  

Im März 2013 erschien in "Das Fenster", einer deutschsprachigen US-amerikanischen Zeitschrift, ein Artikel zu Albert Einstein und seiner Verbindung zur Stadt Ulm. Den Artikel können Sie in den PDF-Dokumenten in der rechten Spalte nachlesen.

Noch vor dem Ersten Weltkrieg kaufte die Stadt Ulm das Gebäude und vermietete es bis zu einer Großrenovierung in den 80er-Jahren an Privatleute; danach zog ein Altentreff ins Erdgeschoss. Seit 2009 heißen Europabüro und Europe Direct Informationszentrum Sie im "Engländer" herzlich willkommen!