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Tauben in Ulm

Wie wir gemeinsam die Lebensbedingungen der Tiere verbessern und für mehr Sauberkeit sorgen

Das Verbortschild zeigt eine Hand, die einer Taube Krümel hinwirft, und kennzeichnet diese Handlung mit einem roten Balken als verboten.

In Ulm gibt es zu viele Tauben auf zu engem Raum. Nicht nur Bürgerinnen und Bürger sind dadurch beeinträchtigt. Auch die Tauben selbst leiden unter der Überbevölkerung. Deshalb betreibt die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Verein „AG Stadttauben Ulm“ drei Taubenhäuser.

Das Ziel ist eine kleinere und gesunde Population. Deshalb gilt: Das Füttern der Tauben ist in ganz Ulm verboten. In den Taubenhäusern werden die Tiere bestens versorgt.

Die Überbevölkerung macht die Tauben anfälliger für Krankheiten und Parasiten. Insbesondere Küken und Jungtiere leiden darunter und sterben häufig. Haben Stadttauben ein überreiches Nahrungsangebot, können sie zwar viel fressen, finden aber trotzdem zu wenig artgerechte Schlaf- und Nistplätze.

Gleichzeitig beeinträchtigten die zahlreichen Tauben das Leben in der Stadt. Ihr Kot verschmutzt Gebäude, Bänke und Gehwege, schädigt Dächer und Fassaden. Tiere, die keinen Brutplatz finden, drängen auf Balkone.

Die ursprünglich kleinen Taubenbestände sind in vielen Großstädten explodiert. Grund ist unsere Wohlstandsgesellschaft. Essensreste, die der Mensch achtlos wegwirft, bieten den Tauben reichlich Nahrung.

Die Stadttauben, auch Straßentauben genannt, sind Nachkommen von Tauben, die als Haustiere gehalten wurden. Viele Jahrhunderte wurden Tauben unter anderem als Brieftauben gehalten. Der Mensch züchtete sie daraufhin, möglichst viel zu brüten. Dieses Verhalten, den sogenannten Brutzwang, tragen die Stadttauben weiterhin in sich. Sie brüten zwei bis acht Mal pro Jahr.

Die Stadtverwaltung möchte die Zahl der Tauben verringern. Ziel ist, die Population soll auf einen kleineren, gesunden Bestand zu bringen.

Die Stadt soll dadurch sauberer und die Gebäudewände geschützt werden. Zugleich die Verantwortung, die wir Menschen gegenüber den Tauben haben, im Fokus: Mit den Taubenhäusern sollen die Lebensbedingungen der Tiere nachhaltig verbessert werden. Ehrenamtliche des Vereins „AG Stadttauben Ulm“ sorgen in den Schlägen für die Tiere.

Die Stadt hat die Taubenhäuser bezahlt und verantwortet das Konzept, auch Tauben-Management genannt. Das Fütterungsverbot wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes kontrolliert. Darüber hinaus informiert die Stadt in einer Kampagne im Frühjahr 2026 die Öffentlichkeit über das Problem und das richtige Verhalten.

Durch das reichliche Nahrungsangebot vermehren sich die Tiere stärker. Das ist, wie oben beschrieben, für die Tiere nicht gut. Füttern hält die Tiere davon ab, sich in den Taubenhäusern anzusiedeln. Außerdem lockt ausgelegtes Futter Ratten an.

In Ulm ist - wie in vielen anderen Großstädten - das Füttern per Polizeiverordnung verboten: Tauben dürfen nicht gefüttert werden - weder mit Brotkrumen noch mit Körnern oder anderer Nahrung. Das Verbot gilt überall im öffentlichen Bereich, also in allen Straßen und Gassen, auf Plätzen und in Parks. Der Kommunale Ordnungsdienst kontrolliert das Verbot. Wer sich nicht daran hält, muss ein Bußgeld bezahlen. Es beträgt mindestens 50 Euro. Bei wiederholten Verstößen kann es sich bis auf 5.000 Euro erhöhen. Das Verbot gilt nicht nur für Tauben, sondern auch für Wasservögel - also auch für Enten, Schwäne, Gänse und Möwen.

Bitte halten Sie sich an das Verbot und füttern Sie Tauben nicht. Dadurch helfen Sie den Tieren am meisten.

Sie möchten uns einen Hinweis im Zusammenhang mit dem verbotenen Füttern geben? Dann melden Sie ihn bitte unserer Abteilung Sicherheit, Ordnung und Gewerbe.

  • Parkhaus Deutschhaus im 7. Parkdeck: Die Tiere fliegen von außen durch eine Öffnung in der Fassade in den Taubencontainer.
  • Westlich des Hauptbahnhofs in der Nähe des Gebäudes „Gleis 44“: Der Taubenwagen ist mobil und kann entsprechend platziert werden.
  • Böfingen auf einer Wiesenfläche am Böfinger Weg: Der Taubenwagen ist mobil und kann entsprechend platziert werden.

An allen drei Standorten finden jeweils rund 300 Tauben Platz. Es gibt darin jeweils 80 Brutboxen sowie weitere Sitzplätze.

In den Schlägen haben die Tauben ein dauerhaftes Zuhause mit Nistplätzen. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der „AG Stadttauben Ulm“ kümmern sich um die Tiere. Sie geben ihnen frisches Wasser, artgerechtes Futter und putzen die Flächen. Hat eine Taube Eier gelegt, nehmen sie diese aus dem Nest heraus und legen stattdessen Eier aus Kunststoff hinein. Dadurch verhindern sie, dass die Taube die echten Eier ausbrütet. Stattdessen brütet die Taube eine Zeit lang auf dem Kunstei.

Durch ihre Standorttreue halten sich die Tauben, die in einem Schlag brüten, überwiegend dort auf. Ein Großteil ihres Kots fällt im Schlag. Das bedeutet weniger Dreck in der Stadt.

Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass betreute Taubenschläge wirksam sein können. Allerdings dauert es, bis die Tiere sich dort ansiedeln. Wenn Menschen trotz des Verbots Tauben füttern, verzögern und behindern sie diesen Prozess.

Ja, Taubenhäuser gelten als nachhaltig und tierschutzgerecht. Ihre Zahl wird reduziert, ohne den Tieren Leid zuzufügen. Im Gegenteil: Indem die Überpopulation gesenkt wird, verbessern sich die Lebensbedingungen für die Tiere.

In Ulm hat 2026 ein Falkner seine Arbeit aufgenommen, um Saatkrähen zu vertreiben. Für Tauben ist diese aber keine Option. Da sie Nachkommen von Haustieren sind, keine Wildtiere, hat die Stadt eine gewisse Fürsorgepflicht. Die Stadttaube wird sich auch künftig den Lebensraum in der Stadt mit dem Menschen teilen.