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Unterbringung und Wohnen

Kepplerhalle in Ulm mit eng gestellten Stockbetten für Flüchtlinge

© Norman Kurock

Blick in die Kepplerhalle, die bis Mitte 2016 mit Flüchtlingen belegt war.

Die Unterbringung von Flüchtlingen in dezentralen Unterkünften bzw. eigenen Wohnungen ist langfristig für die Integration dieser Menschen in unsere Stadtgesellschaft sehr wichtig. Im angespannten Ulmer Wohnungsmarkt ist die Anmietung geeigneter Wohnungen und Häuser für alle schwierig, die nur über ein geringes Einkommen verfügen. Geflüchtete sind in Gemeinschaftsunterkünften oder angemieteten Wohnraum in der Stadt Ulm und Ortsteilen dezentral untergebracht. Personen in der sogenannten Anschlussunterbringung haben einen etwas großzügigeren Quadratmeter-Schlüssel als Personen in der Vorläufige Unterbringung.

Mitte 2016 konnten die Flüchtlinge in der Meinloh-Halle in Söflingen und der Kepplerhalle verlegt werden, die Hallen wurden geräumt und an die Öffentlichkeit zurück gegeben.

Laut Gesetz sollen die für die vorläufige Unterbringung genutzten Liegenschaften aufgrund ihrer Lage und Beschaffenheit geeignet sein, den Bewohnerinnen und Bewohnern die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.  Alle Unterkünfte sind mit der notwendigen Grundeinrichtung, einer Küche und einem Bad ausgestattet. Mitarbeiter/innen des Flüchtlingssozialdienstes kümmern sich bei noch nicht anerkannten Asylbewerber/innen um Behördenkontakte, Gesundheit, Kindergarten, Schule und vieles mehr.

Die drei ehemaligen Kasernengebäude im Mähringer 101 bis 103 werden als Flüchtlingsunterkunft in der vorläufigen Unterbringung genutzt

Die drei ehemaligen Kasernengebäude im Mähringer 101 bis 103 werden als Flüchtlingsunterkunft in der vorläufigen Unterbringung genutzt

In Ulm werden wurden zwischen Juni 2016 und Ende 2017 3 Gemeinschaftsunterkünfte (GU) für Flüchtlinge betrieben. Die GU Römerstrasse hat schon in den 90ern Flüchtlinge v.a aus dem ehemaligen Jugoslawien beherbergt und brachte dadurch schon Erfahrung im Betrieb von Flüchtlingsunterkünften ein. Die GU Mähringer Weg (auf dem Gelände der ehemaligen Hindenburgkaserne) wurde 2015 mit 2 Gebäuden in Betrieb genommen, im Mai 2016 erfolgte die Erstbelegung eines weiteren Gebäudes. Die Erstbelegung der GU Magirusstraße in der Weststadt mit Flüchtlingen erfolgte im Juni 2016. Ende 2017 wurde die GU Magirusstraße in eine dezentrale Unterkunft umgewidmet, da dort ausschließlich anerkannte Geflüchtete, meist Familien, untergebracht sind.

In Gemeinschaftsunterkünften Römerstraße und Mähringer Weg ist die Flüchtlingssozialarbeit und jeweils eine Verwaltungseinheit angesiedelt. Flüchtlinge, die hier wohnen, haben kurze Wege zu Beratung und Verwaltung - leben aber auch in einer Dichte aufeinander, die nicht vergleichbar mit Wohnungen in einem Wohnblock des Sozialwohnungsbaus ist.  Nach Möglichkeit erfolgt die Belegung von Zimmern unter Berücksichtigung der Nationalität oder Familienzugehörigkeiten. Auch hat sich ein Mix aus Einzelpersonen und Familien auf einer Stockwerksebene bewährt. 2-Bettzimmer sind selten, 4-Bett-, 6-Bett sind die Regel. Bis zu 15 Personen, teilen sich Gemeinschaftsküche und WC/Duschräume.

Mitarbeiter/innen der Stadt Ulm weisen den neu ankommenden Flüchtlingen eine Unterkunft zu und informieren sie über das Wohnen, organisieren die Geldzuweisung (zu Beginn ein Scheck, dann Kontoeröffnung und Überweisung der zustehenden Leistungen) und geben Krankenscheine heraus. Post für die Flüchtlinge kann dreimal wöchentlich während der Öffnungszeiten bei der Verwaltung abgeholt werden.

Flüchtlinge in der Vorläufige Unterbringungoder in der Anschlussunterbringung können rechtlich nicht gezwungen werden eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Es gibt Schätzungen, dass auch 20% aller Bürger/innen Deutschlands ebenfalls keine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben. Die Stadt Ulm möchte nicht gegen den allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz (AGG) verstoßen und schließt - um andere bedürftige Personen in Ulm nicht zu benachteiligen - keine kommunale Haftpflichtversicherung für die in Ulm lebenden Flüchtlinge ab. Die Stadt Ulm kommt nicht für Schäden auf, die Dritten durch nicht versicherte Einwohner/innen Ulms entstehen. Für 30-50 Euro jährlich können Flüchtlinge selbst für sich und ihre Familie privat eine Haftpflichtversicherung abschließen.

Tipps von Ehrenamtlichen hierzu:   

  • Finanzscout Haftpflichtversicherung Flüchtlinge (Infos auf Deutsch, English, Arabisch)
    Hinweis: die Checkliste bewirbt nur ganz bestimmte Haftpflichtanbieter und stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Nennung des günstigsten Anbieters! Die Texte auf Englisch und Arabisch enthalten Argumentationshilfen.