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Arbeitsaufnahme von Flüchtlingen und Zuständigkeiten

Viele Flüchtlinge möchten möglichst schnell ihr eigenes Geld verdienen und arbeiten. Viele kennen jedoch die rechtlichen Einschränkungen bei der Arbeitssuche nicht und unterschätzen die Erforderlichkeit von Sprachkenntnissen. Folgende Informationen sind vor Aufnahme der Arbeitssuche wichtig:

  • Während der ersten drei Monate in Deutschland dürfen Flüchtlinge nicht arbeiten. Ab dem 4. Monat dürfen sie sich eine Arbeit suchen.
  • Eine Arbeitsaufnahme bedarf der Zustimmung der Agentur für Arbeit und Erlaubnis der Ausländerbehörde. Weiterhin erfolgt eine Prüfung der Beschäftigungsbedingungen.
  • Zeit- und Leiharbeit ist möglich.
  • Ab dem 49. Monat ist die Arbeitsaufnahme ohne die Genehmigung der Agentur für Arbeit und ohne Prüfung der Beschäftigungsbedingungen möglich.
  • Für nicht anerkannte Flüchtlinge ist die Agentur für Arbeit Ulm zuständig.
  • Für anerkannte Flüchtlinge ist das Jobcenter Ulm zuständig.

Beratung und weitere Infos
Generell haben Flüchtlinge/ Asylsuchende mit Duldung oder Aufenthaltsgestattung ab dem 1. Tag ihres Aufenthalts in Deutschland ein Recht auf Beratung gegenüber der Agentur für Arbeit (SGB III). Nach dem dritten Monat ihres Aufenthalts haben sie ein Recht auf Beratung und Vermittlung in Arbeit und/ oder Ausbildung gegenüber der Agentur für Arbeit.

Beratung für nicht anerkannte Flüchtlinge:
Agentur für Arbeit Ulm
Wichernstr. 5
89073 Ulm
Tel: 0800-455-55-00 (Arbeitnehmer), kostenfrei
Tel: 0800-455-55-20 (Arbeitgeber), kostenfrei
Fax: 0731/160- 499
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag 7:30-12:30 Uhr
Donnerstag 7:30-12:30 und 13:30-18:00 Uhr (ab 15:00 Uhr für Berufstätige)

Beratung für anerkannte Flüchtlinge:
Jobcenter Ulm
Schwambergerstr. 1
89073 Ulm
Tel: 0731/409-86-0
Fax: 0731/409-86-200
E-Mail: Jobcenter-Ulm.Fluechtlinge@jobcenter-ge.de
Öffnungszeiten: nach Vereinbarung

Ausbildung und Praktika
Für eine betriebliche Ausbildung benötigt ein Flüchtling die Genehmigung der Ausländerbehörde. Eine Zustimmung der Agentur für Arbeit ist nicht erforderlich. Mit dem Beginn einer Ausbildung besteht für bestimmte Personengruppen die Chance, den Aufenthaltsstatus zu verbessern. Praktika sind generell – mit Ausnahmen – nur mit Erlaubnis der Ausländerbehörde und zum Teil auch mit Zustimmung der Agentur für Arbeit möglich. Vor dem Beginn einer betrieblichen Ausbildung sollten die Sprachkenntnisse, die Ausbildungsfähigkeit und die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten mit der Agentur für Arbeit bzw. dem Jobcenter besprochen werden.

Anerkennung von Berufsabschlüssen und Qualifikationen
Wer einen Berufsabschluss aus dem Ausland mitbringt, kann ihn sich in Deutschland anerkennen lassen, um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Für manche Berufe ist die Anerkennung zwingend. Verschiedene Stellen bieten zum Anerkennungsverfahren Beratung und Unterstützung an.

Ein Studium in Deutschland ist erst mit einem C1-Sprachniveau und einem für den Hochschulzugang anerkannten Bildungsabschluss möglich. Studiengänge sind oft nicht vergleichbar oder identisch vorhanden. Es empfiehlt sich die Studienberatungen an den Hochschulen und Universitäten zu kontakten. Oft gibt es extra Ansprechpersonen für interessierte Studenten/innen mit Fluchthintergrund. Manchmal werden auch Vorkurse für Geflüchtete angeboten. Die Studieninformationen für Geflüchtete enthält auch Ansprechpartner/innen für die Universität Ulm. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass die interessierten Geflüchteten i.d.R. deutlich länger für das Studium benötigen, als Bewerber/innen aus Deutschland.