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Verschwörhaus

Schaufenster Verschwörhaus

Die Stadt Ulm nimmt seit 2015 am Programm „Zukunftsstadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teil. Gemeinsam mit der Bürgerschaft soll erarbeitet werden, wohin sich Ulm bis zum Jahr 2030 entwickeln wird. Von zentraler Bedeutung ist dabei, die Bürger*innen an eine zentrale Stelle in diesen Prozess zu setzen, denn:

Nur wenn die Bevölkerung in die Meinungsbildung eingebunden wird und hinter den Entscheidungen des Gemeinderats steht, Digitalisierung als Chance für  Stadt und Region zu begreifen, kann der Weg zur Digitalisierung erfolgreich und vor allem nachhaltig beschritten werden. (Quelle: Abschlussbericht Zukunftsstadt 2030 Phase 1, S. 27)

In  der ersten Phase der Programmbeteiligung geschah diese Einbindung vorrangig über die Einladung zu gemeinsamen Workshops und die Ausarbeitung von Visionen, wie die eigene Stadt im Jahre 2030 aussehen könnte. Mit der Einrichtung des Verschwörhauses wurde nun  ein Ort geschaffen, um der Stadtgesellschaft eine ganz aktive Rolle zu ermöglichen, an der Umsetzung dieser Ziele teilzunehmen.

Das Verschwörhaus ist deutschlandweites Leuchtturmprojekt für netzkulturelle Programme und Diskurse, um die „Zukunftsstadt 2030“ fest und nachhaltig in der Bürgerschaft zu verankern.

  • In fußläufig erreichbarer Innenstadtlage wurde ein Raum geschaffen, um in einem „Experimentierfeld für die Welt von morgen“ spielerisch digitale Mündigkeit zu erwerben und zu vermitteln. Das heißt, Computer, Smartphones und Tablets nicht nur als bloße Konsument*innen nutzen zu können, sondern auch ihre technische Funktionsweise sowie die sozialen und  ethischen Dimensionen zu verstehen, die mit ihnen verbunden sind. „Spielerisch“ heißt in diesem Zusammenhang vor allem eigenständiges Ausprobieren und kreatives Selbermachen,um im wahrsten Sinne des Wortes Spiel-Trieb und die selbstbestimmte  Lust zu Lernen zu wecken. Weder akademische Belehrung noch die Überhöhung wirtschaftlicher Verwertbarkeit zum Ziel allen Handelns reichen an dieses freie Spiel heran. Die Bürger*innen werden somit zu aktiven Mitgestalter*innen der Zukunftsstadt, die aus ihren höchstpersönlichen Bedürfnissen und Antrieben heraus aktiv werden. Sie haben somit ein persönliches Motiv und eigene Motivation, innovative Projekte nicht nur anzustoßen, sondern auch nachhaltig weiterzuentwickeln und zu erhalten.
  • Zur Förderung dieses Rahmens gehört auch, soziale Fähigkeiten, Teamwork und interdisziplinären Austausch zu fördern. Ganz im Geiste der Hochschule für Gestaltung ist das kreative Spielfeld nicht allein auf vermeintlich „digitale“ Themen beschränkt, sondern sucht aktiv die Verknüpfung mit gestalterischen und handwerklichen Betätigungsfeldern.
  • Das  Verschwörhaus ist auch Experimentierfeld  für außerschulische Bildungsangebote, als Impulsgeber für Vermittlung digitaler Kompetenzen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um klassische Elitenförderung. Vielmehr steht die Breitenwirkung im Vordergrund, um die gesamte Breite der Gesellschaft zu erreichen und insbesondere diejenigen Gruppen anzusprechen und zu fördern, die im Digitalisierungsdiskurs bislang unterrepräsentiert oder marginalisiert sind. Somit verschaffen sich auch diejenigen  Stimmen Gehör, denen der Zugang zur Digitalisierungsdebatte bislang erschwert wurde oder deren Probleme und Wünsche sich nicht als Produkt vermarkten lassen.