Besser parken mit smarter Technik
In Ulm wird Parken ein Stück einfacher, gerechter – und digitaler. Mit dieser Maßnahme testet die Stadt ein neues System, um besondere Parkplätze, vor allem Behindertenparkplätze, besser zu erfassen, zu verwalten und zugänglich zu machen. Dafür wurden kleine Sensoren in den Boden eingebaut, die erkennen, ob ein Parkplatz gerade frei oder belegt ist. Diese Information landet in Echtzeit in einem zentralen Datensystem der Stadt. Ziel ist, herauszufinden, wie die Sonderparkplätze tatsächlich genutzt werden – und das so genau wie möglich.
Für Menschen mit Behinderung ist ein freier, nah gelegener Parkplatz oft entscheidend, um überhaupt mobil sein zu können. Mit dem neuen System kann künftig über eine digitale Karte live nachgeschaut werden, wo ein Behindertenparkplatz frei ist – ganz einfach übers Smartphone oder den Computer. Das macht das Parken nicht nur komfortabler, sondern auch barrierefreier.
Doch es geht noch weiter: Um Missbrauch zu verhindern – also etwa, dass Unberechtigte einen Behindertenparkplatz blockieren – wird gerade eine zusätzliche Technik getestet. Dabei erkennt ein Sensor, ob ein Auto wirklich mit einem gültigen Behindertenausweis parkt. Wenn ja, leuchtet ein kleines Signal am Parkplatz auf, und auch im System wird angezeigt, dass dieser Parkplatz korrekt genutzt wird. Behörden und Nutzer*innen können so besser nachvollziehen, ob alles mit rechten Dingen zugeht.
Das System funktioniert mit angepasster Open Source Software – die Sensoren sind direkt mit dem offenen Datennetz verbunden. Auch das macht es für andere Städte einfach, dieses Modell zu übernehmen. Eine Veröffentlichung auf Open Code wird nach Fertigstellung erfolgen. Die Technik ist übertragbar, zukunftsfähig und technologieoffen, also flexibel erweiterbar – zum Beispiel auch für Anwohnerparken oder Handwerkerparken.
Aktuell ist die Technik zur Belegungserkennung eingebaut und in Betrieb. Es laufen gerade Tests, ob sich das System auch auf Ampeln oder Baustellenleitsysteme erweitern lässt. Gleichzeitig wird geprüft, wie sich inklusives Parken – also Parkplätze für Menschen mit besonderen Bedürfnissen – noch besser mit moderner Technik unterstützen lässt. Ein Prototyp für eine solche Lösung ist in Arbeit.
Nach Projektende übernimmt die Abteilung Verkehrsplanung und Straßenbau, Grünflächen, Vermessung (VGV) den dauerhaften Betrieb. Ab 2026 kann das System ohne großen Aufwand erweitert werden.
Mit dieser Maßnahme macht Ulm einen wichtigen Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit im Straßenverkehr, weniger Parkplatzsuche und mehr digitaler Übersicht. Und das nicht nur für Menschen mit Behinderung – sondern für alle, die sich in der Stadt bewegen. Ein echtes Plus für eine smarte, inklusive und lebenswerte Stadt.
Projektleiter: Uwe Brennenstuhl | u.brennenstuhl@ulm.de
Projektpartner: VGV/ME | Gerrit Bernstein
Februar 2026: Umrüstung der Bodensensoren auf Behindertenparkplätzen
August 2025: Einreichung Projekterweiterung auf Parkberechtigung und blindengerechte Ampeln
Mai 2025 Sensoren sind verbaut und werden aktuell in Betrieb gesetzt.
Eine Berechtigungslösung mittels Loc.ID wird geprüft.
Februar 2025: Entwicklung von neuen Projektideen aus Bedarfen der Community und der Abteilungen
Oktober 2024: Prüfung der förderkonformen Erweiterungsmöglichkeiten des Projekts