Unaufdringlich hilfreich - die LOC.id-Ampel
"Wir freuen uns, dass wir so das Leben in Ulm für viele Menschen in Ulm sicherer und damit auch besser machen", befand Bürgermeister Martin Bendel zum offiziellen Startschuss an der Kreuzung vor dem Theater Ulm. Dazu waren neben Vertretern des Gemeinderats und der Stadtverwaltung auch rund 20 sehbehinderte Menschen auf den Theater-Vorplatz gekommen, um die neue Technik zu testen. Und sie waren begeistert: "Super", urteilte Gertrud Vaas: "Das funktioniert super - es ist für mich über die App ganz einfach zu handhaben und ich empfinde deutlich weniger Stress, wenn es um die Überquerung einer Straße geht. Eine gute Lösung." Das freute auch den Bürgermeister: "Es ist toll auch selbst zu erfahren, wie digitale Lösungen das Leben in der Stadt verbessern können. Ein wichtiger Beitrag zur Barrierefreiheit und für Inklusion in der Stadt."
In Ulm gibt es rund 200 Ampelanlagen; folgende Ampelanlagen sind bereits mit LOC.id ausgerüstet oder die Ausrüstung ist für 2026 in Planung:
Innenstadt
in der Neue Straße:
- Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/ Neue Straße/ Zinglerstraße (am Xinedome)
- Kreuzung in Höhe Glöcklerstraße (beim Busparkplatz)
- Kreuzung in Höhe Sattlergasse
- Kreuzung in Höhe Donaustraße/Frauenstraße
in der Olgastraße:
- Kreuzung in Höhe Neutorstraße/Wengengasse (Theaterkreuzung)
- Kreuzung in Höhe Ensinger Straße/Salzstadelgasse
- Kreuzung in Höhe Syrlinstraße/Platzgasse
- Kreuzung in Höhe Keplerstraße/Hafenbad (Fußgängerschutzanlage vor dem Justizgebäude und Signalanlage neben dem Justizgebäude)
in der Frauenstraße:
- Kreuzung Bockgasse/Sammlungsgasse
in der Donaustraße:
- an der Herdbrücke
in der Stuttgarter Straße:
- Kreuzung in Höhe Heidenheimer Straße
Wiblingen
in der Donautalstraße:
- Kreuzung in Höhe Fischerhauser Weg (unser Bild)
Hinter diesen smarten Lösung steckt Bluetooth-Technik: Über eine App, die auf ein Smartphone geladen werden kann, können Ampel und Smartphone gewissermaßen miteinander sprechen: Die Ampel erkennt, dass ein sehbehinderter Mensch an die Kreuzung kommt und aktiviert das Pilotsignal - das eingangs beschriebene Klacken. Der Mensch findet die Ampel selbst spürbar leichter und aktiviert über einen kleinen Schalter an der Ampel das akustische Grünphasen-Signal. Wird die Ampel dann grün, gibt es ein weiteres Signal, dass nun sicher gequert werden kann. Das Klacken hört auf, wenn es nicht mehr benötigt wird, ein betroffener Mensch also mit seinem Smartphone aus dem Sensorbereich herausgeht. Anwohner werden so nicht länger als nötig dem Klacken ausgesetzt - allen ist gedient.
"Wir haben hiermit einen Standard gesetzt", betont Bürgermeister Bendel (rechts), der weitere Einsatzmöglichkeiten nicht ausschließt. Es gebe weitere Szenarien, bei denen die LOC.id-Technologie zum Einsatz kommen kann, das werde gerade geprüft. Ulm hat rund 200 Ampelanlagen, die in den kommenden Jahren mit LOC.id ausgestattet werden sollen, bis Ende 2026 sollen es schon mal 15 werden - "an den Kreuzungen, die besonders hoch frequentiert werden", sagt Martin Bendel und unterstreicht: "Barrierefreiheit ist für uns als Stadt Verpflichtung."
Das Projekt wurde in der Digitalen Agenda vom Team der Mission Smart City um Projektleiter Uwe Brennenstuhl entwickelt, gemeinsam mit dem Team Chancengerechtigkeit und Vielfalt von Jamila Schönsiegel und der Unterstützung der Abteilung Verkehrsplanung und Straßenbau, Grünflächen, Vermessung mit Michael Jung und Gerrit Bernstein. Damit setzt die Stadt Ulm mit Fördermitteln aus dem Smart City Projekt des Bundes einen weiteren wichtigen Baustein für digitale Barrierefreiheit und ermöglicht künftig auch blinden und sehbehinderten Gästen eine einfachere Orientierung im öffentlichen Raum.
Weitere Infos:
Digitale Lösungen für Inklusion
https://chancengerechtigkeitundvielfalt.ulm.de/