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Integration durch Bildung

Schulbesuch für Kinder und Jugendliche ohne oder mit wenig Deutschkenntnissen

Schulklasse beschäftigt sich mit Globus

© Bildagentur PantherMedia/Wavebreakmedia ltd

Integration durch Bildung

Für alle Kinder und Jugendlichen, die die ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihre Arbeits- oder Ausbildungsstätte in Baden-Württemberg haben besteht die Schulpflicht (§ 72 Abs.1 des Schulgesetzes Baden-Württemberg). Sie beginnt spätestens sechs Monate nach dem Zuzug und gilt unabhängig des Aufenthaltsstatus.
Die Schulpflicht gliedert sich in die Pflicht zum Besuch einer Grundschule und weiterführenden Schule sowie in die Pflicht zum Besuch einer Berufsschule.

Für neuzugewanderte und geflüchtete Kinder und Jugendliche sind passende Bildungsangebote entscheidend, damit Sie ihre Bildungsbiographie so schnell wie möglich fortsetzen können und  ihren weiteren Bildungsweg selbstbestimmt und bewusst wählen können.
Der Zugang zum Schulsystem erfolgt für Kinder und Jugendliche mit wenig Deutschkenntnissen je nach Alter

  • über Vorbereitungsklassen (kurz VKL) an den allgemeinbildenden Schulen (6-15 Jahre) oder
  • über das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf mit Schwerpunkt Erwerb von Deutschkenntnissen (kurz VABO) an den beruflichen Schulen (ca. 16-19 Jahre).

Wer?
Für Kinder und Jugendliche von 6 bis 15 Jahren ohne oder mit wenig Deutschkenntnissen

Was?
In den VKL-Klassen an den allgemeinbildenden Schulen lernen Kinder und Jugendliche verstärkt die deutsche Sprache und schulische Arbeitsweisen. Sie haben Zeit zum "Ankommen", erfahren mehr über das Leben in Deutschland und werden auf den Regelunterricht vorbereitet.
Im Anschluss an die VKL können Sie in eine Regelklasse der passenden Schulart wechseln. Der Wechsel wird gemeinsam mit der VKL-Lehrkraft, den Eltern oder Betreuungspersonen und der aufnehmenden Schule besprochen und organisiert. Ein Wechsel in eine Regelklasse ist auch während des Schuljahres möglich.

Formen der VKL
In der klassischen VKL werden geflüchtete und migrierte Kinder gemeinsam unterrichtet. Bei der integrierten VKL (mittlerweile auch als Sprachfördergruppe bezeichnet)  nehmen die neuzugewanderten und geflüchteten Schüler und Schülerinnen bereits am regulären Unterricht teil, erhalten aber zusätzliche Sprachförderung über Sprachförderstunden. Die integrierten VKLs stehen allen Schülern und Schülerinnen mit Sprachförderbedarf offen, z.B. auch hier aufgewachsenen Schülerinnen mit Schwieirgkeiten in Deutsch.

Sonderschulbedürftigkeit
Ein Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot wird in der Regel nicht vor dem Erwerb der deutschen Sprache festgestellt. Es sei denn, dieser wurde im Heimatland bereits festgestellt und entsprechende Dokumente können vorgelegt werden.

Organisation
Die VKLs werden über das Staatliche Schulamt Biberach organisiert.
Die Stadt Ulm in der Funktion des Schulträgers ist für die Räumlichkeiten, die Ausstattung und die weiteren Sachmittel zuständig.

Anmeldung
Eine Schulanmeldung erfolgt direkt bei der je nach Wohnort zuständigen Schule mit VKL-Klasse. Geflüchtete Kinder und Jugendliche werden über das Integrationsmanagement bzw. die Flüchtlingssozialarbeit angemeldet.

Bei Fragen rund um das Thema VKL in Ulm:
Staatliches Schulamt Biberach
Fachberatung für Interkulturelle Bildung
Fr. Wieland
0152-370 85718
Heidrun.Wieland@ssa-bc.kv.bwl.de

Wer?
Für Jugendliche ab 16 Jahren bis 19 ohne oder mit wenig Deutschkenntnissen, die berufsschulpflichtig- oder berufschulberechtigt sind.

Was?
Der Bildungsgang VABO steht für „Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf mit Schwerpunkt Erwerb von Deutschkenntnissen“ und wurde an den beruflichen Schulen eingerichtet. Ziel der VABO ist die intensive Sprachförderung. Gleichzeitig werden die Jugendlichen auf die Anforderungen einer beruflichen Ausbildung oder eines weiterführenden beruflichen Bildungsgangs vorbereitet. Neben dem Sprachunterricht findet daher auch handlungsorientierter und projektbasierter Unterricht sowie ein Betriebspraktikum statt.
Das VABO ist ein einjähriger Bildungsgang, der selbst nicht zum Schulabschluss führt. Die Berufsschulpflicht wird mit dem VABO nicht erfüllt. Das VABO-Jahr schafft Übergänge in das reguläre berufliche Schulwesen (z.B. VAB, ein-oder zweijährige Berufsfachschule, duale Ausbildung etc.) und wird mit einer Deutschprüfung auf der Niveaustufe A2 oder B1 (GER) abgeschlossen

Organisation VABO
Die Einrichtung der VABO-Klassen wird über das Regierungspräsidium Tübingen koordiniert. In Ulm liegt diese Aufgabe bei der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule als geschäftsführende berufliche Schule. Die Stadt Ulm in der Funktion des Schulträgers ist für die Räumlichkeiten, die Ausstattung und die weiteren Sachmittel zuständig.
 
Einstufungsverfahren und niveaudifferenzierte VABO-Klassen

Da die Sprachkenntnisse und Bildungsbiographien der VABO-SchülerInnen sehr unterschiedlich sein können, gibt es seit dem Schuljahr 2017/2018 ein zentrales Einstufungsverfahren für alle neuangemeldeten VABO-SchülerInnen. Ziel davon ist es, VABO-Klassen auf unterschiedlichen Niveaustufen einrichten zu können und die neuen Schüler und Schülerinnen in die vom Niveau her am besten passende Klasse zu zuteilen. Dadurch entsteht eine wirksame Lernumgebung. Zudem können Schüler und Schülerinnen, die während des Schuljahres nach Ulm ziehen, leichter in die VABO-Klasse integriert werden.
Neben der großen Einstufungsrunde in der ersten Woche nach den Sommerferien finden während des Schuljahres je nach Bedarf Nacheinstufungsrunden statt.
Das Einstufungsverfahren wird über die Stelle "Bildungskoordination für Neuzugewanderte koordiniert und zusammen mit den VABO-Lehrkräften umgesetzt.

Anmeldung für das VABO
Sekretariat Ferdinand-von-Steinbeis-Schule
Fr. Schilling
0731-161-3825

Kommunale Koordination von Bildungsangeboten für Neuzugewanderte
Fr. Meyer
0731-161-3458
j.meyer@ulm.de

Für Grundschulkinder gibt es Hausaufgabenbetreuung und Lernhilfe direkt an den Grundschulen. Für Schüler und Schülerinnen ab Klasse 5 gibt es an vielen Schulen Hausaufgabenbetreuung und die kostenlosen offenen Sprach-und Lerntreffs in den Stadtteilen.

Die Kosten für professionelle Nachhilfeinstitute können manchmal auf Antrag übernommen werden Bildung und Teilhabe. Hier müssen jedoch die Förderkriterien erfüllt werden. Der Sozialdienst und die Lehrkräfte an der Schule können dabei weiterhelfen.

Bei Problemen oder Unterstützungsbedarf in der Ausbildung zeigt die Übersicht "Übergang Schule-Beruf" (unter Downloads) mögliche Unterstützungsangebote für geflüchtete und neuzugewanderte Jugendliche auf.

Grundlegende, allgemeine Informationen über das Schulsystem in Deutschland bietet das Handbook Germany - Schule in mehreren Sprachen (Deutsch, Englisch, Arabisch, Persisch, Paschto, Französisch, Türkisch). Hier gibt es auch spezielle Informationen über das Schulsystem in Baden-Württemberg.

Wer einen guten Überblick über die unterschiedlichen Bildungswege in Baden-Würrtemberg benötigt, ist beim interaktiven Bildungsnavi Baden-Württemberg des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport richtig.

Bildung ermöglicht Kinder und Jugendlichen unabhängig ihrer Herkunft, faire Chancen auf Teilhabe und Mitwirkung an der Gesellschaft. Auf diesem Weg möchte die Projektstelle Bildungskoordination speziell neuzugewanderte Kinder und Jugendliche in der Stadt Ulm unterstützen.
Die Stelle "Kommunale Koordination der Bildungsangebote für Neuzugewanderte" konnte durch die erfolgreiche Teilnahme der Stadt Ulm am gleichnamigen Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bis Dezember 2020 eingerichtet werden.

Ziele des Förderprogramms:

  • Bildungsakteure zusammenzubringen
  • Transparenz über bestehende Bildungsangebote und Strukturen herzustellen
  • Vorhandene Maßnahmen und Bildungsangebote aufeinander abzustimmen
  • Bedarfe identifizieren und Lösungsansätze/ Impulse initiieren

Weiterführende Informationen zum Förderprogramm "Bildung für Neuzugewanderte"  finden sie hier.

In Ulm gehört die Projektstelle zum Bildungsbüro bei der Abteilung Bildung und Sport. Um eine enge Zusammenarbeit mit den beruflichen Schulen zu ermöglichen, ist sie außerdem räumlich an der geschäftsführenden beruflichen Schule, der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule, verortet.

Schwerpunkte der Bildungskoordination für Neuzugewanderte in Ulm sind:

(1) die Unterstützung des VABO-Bereichs
Hierzu gehört beispielsweise die Koordination und Organisation des VABO-Einstufungsverfahrens während des gesamten Schuljahres, die Organisation des Schulischen Schnupperpraktikums, der Aufbau von Kooperationen und Projekten zwischen VABO-Klassen und externen Bildungsträgern oder Akteuren etc.

(2) Elternarbeit im Kontext von Migration
Bestandsaufnahme der Elternbildungsangebote, Initiierung neuer Elternbildungsangebote bei Bedarf, Erstellung einer Informationsbroschüre über das deutsche Schulsystem

Bei Anregungen, Ideen oder Bedarfen können Sie sich jederzeit gerne melden.
Jana Meyer
j.meyer@ulm.de
0731-161-3458