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Vorhabenbezogener Bebauungsplan „Klosterhof 12“

Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Abs. 1 Baugesetzbuch findet wie gewohnt statt. Die Planunterlagen werden zur Einsicht vom 14.01.2021 bis 19.02.2021 im Bürgerservice Bauen der Hauptabteilung Stadtplanung, Umwelt, Baurecht, Münchner Str. 2, Zimmer 0.001 öffentlich dargelegt.

Wichtiger Hinweis: Besuche im Bürgerservice Bauen der Hauptabteilung Stadtplanung, Umwelt, Baurecht sind derzeit nur mit Voranmeldung möglich.

leider wie für Ulm bekannt. Wieder wenig Grünfläche. Maximale Gewinnerzielung, mehr ist auch das nicht, was dort entsteht. Grüße Jürgen Mack

Sehr geehrter Herr Mack,

Ihren kritischen Beitrag haben wir erhalten und werden diesen in die Abwägung im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens aufnehmen, wenngleich es für uns nicht ganz einfach ist, aus Ihrer pauschalen Ablehnung der Ulmer Wohnbaupolitik konstruktive Schlüsse für das konkrete Bauvorhaben zu ziehen. Wir verstehen Ihre Kritik so, dass Sie einerseits das Verhältnis von bebauter und nicht bebauter Fläche als unausgewogen und die geplanten Baukörper für das Grundstück als zu groß empfinden.

Mit Blick auf den nicht ganz einfachen Grundstückszuschnitt haben gerade die Baukörperstellung und die damit verbundene Differenzierung der Freiflächen die Jury des konkurrierenden Planungsverfahrens von der Qualität des vorliegenden Entwurfs überzeugt. Aus Respekt für das historische Amtshaus und für die bestehende Nachbarschaft Klosterhof 11 sieht die Planung am Eingang zur neuen Wohnanlage einen kleinen Vorplatz vor. Diese wohlgemerkt private Grundstücksfläche wird nicht vom Klosterhof abgegrenzt und diesen damit faktisch erweitern. Die drei Gebäude gruppieren sich um einen begrünten, nach Westen offenen Innenhof, der den künftigen Bewohnern ein qualitätsvolles Wohnumfeld und einen gemeinsamen, halbprivaten Mittelpunkt bietet. An den hofabgewandten Gebäudeseiten am Übergang zu den Grundstücksgrenzen liegen schließlich private Gärten.

Der Anteil der überbauten Grundstücksfläche liegt für einen solchen innerörtlichen Standort, dessen Charakter gerade von einer gewissen Dichte geprägt ist, eher am unteren Rand des Ortsüblichen. Mit zwei Vollgeschossen, Sockel und Kniestock bewegt sich die Planung im Rahmen des für Alt-Söflingen üblichen Maßstabs.

Gewinnmaximierung ist kein Kriterium für städtebauliche Entscheidungen. Der Gemeinderat entscheidet in eigener Hoheit darüber, was für den jeweiligen Standort städtebaulich angemessen ist - selbstverständlich in dem Bewusstsein, dass Flächenressourcen endlich und innerörtliche, voll erschlossene Standorte folglich effektiv zu nutzen sind.

SG Damen und Herren, wie der SUB und Hr. v.Winning schon mitgeteilt, sind die Gebäude zu hoch! 2,4 m > vorderer Rathausfirst, 5,4 m >hintere Rathausfirste. Dies bedingt durch Hochparterre und Dachneigung. Die Tiefgarage kann mit unterschiedlichen Ebenen/Rampen ausgebildet werden, damit ist die Ebene Gebäude 2 höher, Gebäude 1+3 mit Parterreniveau altes Rathaus. Dies wurde auch so mit der Tiefgarage der zum Klosterhof führenden Torstrasse 8-12/Klosterhof 7 mit Erfolg durchgeführt. Nur reine Dachterrassen ohne Pergolen und damit Vermeidung von evtl. Wintergärten!! Sonst siehe Schreiben an Hr. v. Winning vom 17.12.20 Mit freundlichen Grüßen Dr. A. Schäuffelen

Sehr geehrter Herr Dr. Schäuffelen,

vielen Dank für Ihre Anregungen und damit verbundene, intensive Beschäftigung mit dem Bauvorhaben am Klosterhof 12. Wie im Zuge des von Ihnen erwähnten Schriftverkehrs mitgeteilt werden wir Ihre Punkte gerne ins formale Verfahren aufnehmen und dem Gemeinderat zur Abwägung vorlegen.

Mit zwei Vollgeschossen zzgl. eines Kniestocks bis zur Dachtraufe sind die Baukörper am unteren Ende der baulichen Dichten, die wir angesichts des hohen Entwicklungsdrucks in innerörtlichen und bestens erschlossenen Lagen normalerweise vorsehen. Im vorliegenden Falle ist diese moderatere Dichte dem historischen Kontext geschuldet und absolut gerechtfertigt. Das ausschlaggebende Richtmaß ist nach unserer – mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmten – Überzeugung die Traufhöhe des angrenzenden historischen Amtshauses. Generell ist die Traufkante das Maß, das die Wahrnehmung der Gebäudehöhe im Wesentlichen bestimmt. Im vorliegenden Entwurf wird die Traufhöhe des Amtshauses durch die Traufe der Neubauten lediglich im Zentimeterbereich überschritten.

Die von Ihnen aufgeführten Firsthöhen sind den ortsüblichen, steilen Dächern geschuldet. Die Entscheidung für die Dachneigung von 58° Neigung beruht also auf bautypologischen Erwägungen. Der Umstand, dass die geplanten Dachfirste die Oberkanten der benachbarten Dächer überragt, ist nach unserer Einschätzung gerade in den perspektivischen Verzerrungen geneigter Dachflächen städtebaulich zweitrangig, zumal die Gebäude deutlich zurückversetzt stehen.

Das geplante Hochparterre an den dem Klosterhof zugewandten Giebelseiten ist dem ansteigenden Gelände geschuldet. Ein kompletter Verzicht auf den Gebäudesockel wäre auch aus unserer Sicht ein Vorteil, hätte zur Folge, dass die Wohnanlage in die ansteigende Topographie des Grundstücks weiter eingegraben und das gewachsene Gelände überformt und abgefangen werden müsste. Die Architekten haben die Höhenlage des Erdgeschosses daher so über den natürlichen Geländeverlauf ausgemittelt, dass zu den tieferliegenden Grundstücksteilen ein vergleichsweise niederer Gebäudesockel in Erscheinung tritt und die Geländemodulation an den höher gelegenen Grundstücksteilen moderat bleibt – immer unter Berücksichtigung der Traufhöhe des historischen Amtshauses. Ihre Anregung, die Höhenverhältnisse etwa mittels Differenzierung der Tiefgaragenniveaus weiter zu optimieren, geben wir aber gerne nochmals an Vorhabenträgerin und Architekten weiter. Über das Prüfergebnis werden wir dem Bauausschuss zum anstehenden Auslegungsbeschluss berichten.

Die Pergolen auf den Dachterrassen werden offen gestaltet und nicht etwa in Wintergärten umgewandelt; dies werden wir im Durchführungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit der Vorhabenträgerin so vereinbaren.

Sehr geehrte Damen und Herren, die Idee Wohnraum im Klosterhof zu schaffen ist hervorragend. Ich finde es ist eine große Chance vor allem für Familien hier Lebensraum zu schaffen. Daher würde ich es gut finden, wenn eher große familientaugliche Wohnungen geplant werden. Zum Beispiel 4-5 Zimmer Wohnungen anstelle von mehreren 2-3 Zimmer Wohnungen. Beste Grüße, Michael Schneider

Sehr geehrter Herr Schneider,

vielen Dank für Ihren Beitrag und die Zustimmung zum geplanten Vorhaben. Der Bedarf an größeren Familienwohnungen generell und insbesondere in innerörtlichen Lagen ist uns bekannt. Der Gemeinderat hat in seinen wohnungspolitischen Beschlüssen aus dem Jahr 2017 daher festgelegt, das auf Grundstücken aus städtischem Eigentum mindestens 15 % der Wohnfläche für große Wohnungen (4 Zimmer und mehr) herangezogen wird. Im vorliegenden Falle handelt es sich allerdings um ein Vorhaben auf privater Grundstücksfläche, so dass die vorgenannten Beschlüsse nicht greifen. Wir werden Ihre Anregung aber gerne an die Vorhabenträgerin weiterleiten und darauf hinwirken, dass das Familienwohnen im geplanten Objekt ausreichend Berücksichtigung findet.

Sehr geehrter Herr Rimmele, herzlichen Dank für die Möglichkeit, im Rahmen der „frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“ Ideen einbringen zu dürfen. Als Anwohnerin des Klosterhofs habe ich die zurückliegende Sanierung, die von Sanierungstreuhand in Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt mit viel Fingerspitzengefühl und Liebe zum Detail begleitet wurde, sehr gerne mitgetragen und mitgestaltet. Um so stärker leidet man unter den begangenen Bausünden, die mit der Errichtung des Klosterhof 11 entstanden sind. Zwar wurde aus den groben Fehlern der Vergangenheit gelernt, dennoch erschrickt man erneut über die Dimensionen des geplanten Neubaus, der in diesem denkmalgeschützten und geordneten Ensemble des Klosterhofs geplant wird. Die alten Bauherrn des Mittelalters hatten noch eine Ahnung vom goldenen Schnitt, von Proportionen zueinander, von gestalterischen Winkeln, aber auch von Raum und Weite, um überhaupt wirken zu können. Dies alles, wofür Denkmalschutz steht, wurde außer dem Spitzdach nicht berücksichtigt. Wie kann auf einem Grundstück, auf dem zwei Häuser stehen, die ursprünglich mal ein hübscher Bauerngarten zierte, ein solches Vorhaben geplant werden? Wenn in einer Zeit der Nachhaltigkeit die beiden Häuser geopfert werden, dann kann die Antwort nur lauten: Der einzige Maßstab, der herangezogen wurde, ist lediglich der der Gewinnmaximierung. Meine Anregung: Mit „nur“ zwei Gebäuden von durchaus geringerer Höhe und ansprechendem Arrangement (analog den Gärten der übrigen Klosterhofhäuser) ließen sich die genannten Aspekte durchaus positiv miteinander verbinden. Mit freundlichen Grüßen Lioba Weber

Sehr geehrte Frau Weber,

es freut uns, dass es in der aktuellen Situation immerhin auf diesem Wege gelingt, auf direktem Wege die Argumente auszutauschen und Sie von dieser Möglichkeit auch Gebrauch machen.

Der Klosterhof ist fraglos das städtebaulich und bauhistorisch wertvollste Bauensemble in Söflingen und weit darüber hinaus. Es steht daher ganz besonders im Fokus der städtischen Bauverwaltung und des Landesamtes für Denkmalpflege. Eingriffe in ein solches Ensemble bedürfen der besonderen Behutsamkeit. Ich kann Ihnen versichern, dass dieser hohe Maßstab auch an das vorliegende Vorhaben angelegt wird.

Nun gehen offensichtlich unsere Einschätzungen, wie das Bauvorhaben Klosterhof 12 in diesem Kontext zu bewerten ist, auseinander.

Aus unserer Sicht haben es die Planer des vorliegenden Entwurfs geschafft, in ein schwieriges Grundstück eine Bebauung einzufügen, die einerseits den Erfordernissen modernen Wohnens genügt und andererseits mit der Stellung der Baukörper, der Ausformung der Kubaturen und der architektonischen Haltung dem bauhistorischen Kontext Rechnung trägt.

Die den Entwurf bestimmenden klaren Baukörper mit den schlanken Giebelfassaden und der ruhigen Dachlandschaft sind aus den für Alt-Söflingen typischen Baustrukturen entwickelt worden. Die moderne Zutat der zweigeschossigen Vorbauten wird vom Hauptkörper gestalterisch so abgesetzt, dass die freigestellten Giebelfassaden den Söflinger Maßstab beibehalten. Auch die unregelmäßige Stellung der Baukörper reflektiert die gewachsenen Strukturen in Söflingen. Darin unterscheidet es sich ganz erheblich von der Bebauung Klosterhof 11, die mit ihren flachen Walmdächern und der rasterartigen Baukörperstellung am Klosterhof in der Tat fremd wirkt.

Dass Sie als Anwohnerin am Klosterhof einer intensiveren Grundstücksausnutzung kritisch gegenüberstehen, ist selbstverständlich nachvollziehbar - zumal, wenn Sie noch das Bild des ehemaligen Bauerngartens vor Augen haben. Die bestehende Situation ist aber weder architektonisch noch stadträumlich schützenswert. Es entspricht unserem Verständnis von einer nachhaltigen Stadtentwicklung, innerörtliche, voll erschlossene Grundstücke angemessen zu entwickeln und damit den Flächenfraß an den Stadträndern einzudämmen - immer unter der Prämisse der städtebaulichen Verträglichkeit. Dies ist nach unserer Einschätzung und nach Einschätzung des Landesamts für Denkmalpflege im vorliegenden Falle gewährleistet.

Wir werden Ihre Zweifel an der Planung ins förmliche Bebauungsplanverfahren aufnehmen und dem Gemeinderat im Rahmen der anstehenden Beschlussfassungen zur Abwägung vorlegen.

Sehr geehrte Damen und Herren, zunächst einmal ein großes Lob an die Archtekten und an die BSG, die geplanten Häuser mit den steilen Dächern passen per se und als Ensemble hervorragend hinter/neben das alte Rathaus in Söflingen, sie fügen sich nahtlos in die (alte) Söflinger Architektur und werten den denkmalgeschützen und jetzt schon sehr attraktiven Klosterhof damit nochmals auf. Wir wundern uns allerdings ein wenig darüber, dass für die Fenster im Dachgeschoss keine Gauben vorgesehen sind, insbesondere auf den Seiten, an denen sich die Hauseingänge und sowieso schon jeweils eine fensterlose Gaube für den Aufzug befinden. Fast alle Häuser in der Klosterhof-Nachbarschaft (mit Ausnahme des alten Rathauses und des Klosterhofs 11) zeichnen sich durch Dachgauben mit Fenstern aus und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass die geplanten Häuser (ohne, dass das Moderne verloren geht) mit zumindest ein paar solcher Gauben noch besser zur Klosterhofumgebung passen. Außer diesem eher auf die Außenwirkung der Häuser abzielenden Argument, würden Dachgauben sicherlich auch die Nutzbarkeit der Räume im Dachgeschoss erhöhen und diese deutlich attraktiver machen. In diesem Zusammenhang sollte ich allerdings erwähnen, dass wir selbst Interesse an einer Maisonette-Wohnung (mit Dachgeschoss) in Haus 2 oder Haus 3 haben und aus diesem Grund vielleicht nicht ganz objektiv sind. Freundliche Grüße, wir würden uns über eine Rückmeldung freuen Marcella und Bernhard Eikmanns

Sehr geehrte Familie Eikmanns,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Es ist selbstverständlich legitim, auch eigene Interessen in die Diskussion mit einzubringen.

Generell sind Dachgauben gerade bei steilen Dächern ein probates Mittel, um Dachgeschosse nutzbar zu machen; insbesondere bei nachträglichen Dachausbauten ist dies häufig die einzige Möglichkeit. Wie Sie sagen, ist dies auch in Söflingen ein durchaus gängiges Stilelement.

Im vorliegenden Falle würde der Entwurf durch zusätzliche Dachgauben aber erheblich an Prägnanz verlieren. Den Architekten ist es gelungen, durch den Kunstgriff der Fensterbänder über den zweigeschossigen Vorbauten - genau genommen lange Gauben - die Wohnungen im Dachraum großzügig zu belichten. Anstelle vieler einzelner Gauben haben sich die Planer für diese großen, zusammenhängenden Belichtungselemente entschieden. Auf diese Weise entsteht eine sehr ruhige DachIandschaft, die sich gestalterisch zurücknimmt und damit der historischen Nachbarschaft Respekt zollt. Zusätzliche Einzelgauben würden dieses sehr intelligente Konzept konterkarieren. Die sich abzeichnende Aufzugsüberfahrt ist in diesem Zusammenhang ein notwendiges Übel, nach unserer Einschätzung aber kein überzeugender Anlass für weitere Dachaufbauten.

Trotz unserer grundsätzlichen Skepsis zu weiteren Dachaufbauten werden Ihre Anregung gerne in die anstehenden Diskussionen im Zuge des laufenden Bebauungsplanverfahrens einbringen.

Sehr geehrte Damen und Herren, gerne möchte ich Ihnen auf diesem Wege unsere Stellungnahme zum Bauvorhaben Klosterhof 12 zukommen lassen. Wir, meine Familie und ich wohnen in direkter Nachbarschaft in der Torstraße 5 und sind Eigentümer des Gebäudes. - Parkplatzsituation: die gegenwärtige Parkplatzsituation ist bereits stark angespannt auch wenn die aktuelle Corona Pandemie hier eine vorrübergehende Entlastung bringt. Die Bebauung des Grundstücks Klosterhof 12 (auch unter Berücksichtigung der geplanten Stellplätze) bringt „netto“ eine zusätzliche Belastung der vorhandenen Parkplätze in und um den Klosterhof mit sich. Beispielhaft möchte ich hier z.B. Zweitfahrzeuge und Besucherverkehr anführen. Dies hatte sich unter anderem auch durch die Bebauung der Torstraße in nördlicher Himmelsrichtung im Laufe der letzten Jahre gezeigt. Letztlich stellen wir (Bürger und Stadtverwaltung) uns damit einen der schönsten Plätze in ganz Ulm mit Automobilen zu. Ich verweise an dieser Stelle gerne auf den Münsterplatz in Ulm. Hier wurde im Zuge der Neugestaltung erkannt, dass historische Plätze durch Parkplätze verschandelt werden. - Fließender Verkehr: auch hier bringt die Corona Pandemie aktuell einen positiven Effekt mit sich. Jedoch ist es so, dass der fließende Verehr immer mehr und belastender wird. Eine Erhöhung der Nettoanzahl an Anwohnern wird diese Belastung vergrößern. Gleichzeitig wird die historische Substanz durch die Mehrbelastung weiter in Mitleidenschaft gezogen. Im Zuge der Sanierung des Klosterhofs wurde von den Eigentümern ein Ausgleichsbetrag eingezogen welcher sich unter anderem durch die Erhöhung des Kriteriums „Einrichtung des ruhenden Verkehrs“ orientierte. Diese Abgabe war sicherlich richtig aber wird mit der zusätzlichen Bebauung weiter und weiter ad absurdum geführt. Unser Gebäude ist weit über 100 Jahre alt und wurde erst 2016 bis 2017 aufwendig saniert. Wie Sie wissen, ist es nur bedingt möglich, dass historische Gebäude auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden können. So verhält sich dies in unserem Falle auch mit der Dämmung des Schalls bzw. der Lärmbelastung durch den fließenden Verkehr. Der Großteil des Verkehrs zum Klosterhof hin und vom Klosterhof weg fließt von der „Harthauserstr.“ über „Hinter der Mauer“ und die „Torstraße“. Durch die Schule, die Musikschule und die Besucher von Biergärten oder Glühweinbuden findet von früh morgens bis spät abends eine enorme Belastung statt. An die geltende „Zone 30“ halten sich zahlreiche Autofahrer nicht. Neben dem akustischen Aspekt ist auch der Sicherheitsaspekt zu nennen. Den genannten Weg nehmen (zum Glück!) auch viele Schüler der Meinlohschule sowie unzählige weitere Personen zu Fuß. In unserem Hof können wir unsere Kinder nicht spielen lassen. Zu groß ist die Angst davor, dass ein Kind auf die Straße rennt und die Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit nicht mehr reagieren können. Auf Basis der vorab genannten Argumente rufen wir die Stadtverwaltung daher dringend auf, dass das generelle Konzept des fließenden und ruhenden Verkehrs im Klosterhofs an das Jahr 2021 angepasst wird. Dies muss auch im Zuge einer Nachverdichtung von Wohngebieten berücksichtigt werden. Wenn eine Neubebauung des Klosterhofs 12 erfolgen soll dann muss in einem Atemzug darüber nachgedacht werden wie parallel eine Entlastung stattfinden kann. Nachfolgend finden Sie diverse „Ideen“ die sich mit teils überschaubarem Aufwand realisieren lassen: - Reduktion der öffentlichen Parkplätze auf dem Klosterhof - Ausweis eines Fahrradparkplatzes auf dem Klosterhof anstelle von PKW Parkplätzen - Verstärkte Kontrollen durch das Ordnungsamt zur Überprüfung von berechtigt abgestellten Fahrzeugen. - Verkehrsberuhigung der Zufahrtsstraßen: Ausweis von Spielstraßen im Bereich „Hinter der Mauer“ und „Torstraße“ oder eine Reduktion der Geschwindigkeit im genannten Bereich auf 20 km/h. Auch das Anbringen von Schwellen und ähnlichem zur Verhinderung von schnellem Fahren sollte angedacht werden. Vergleichbare „Hürden“ sind in vielen Wohngebieten heute Standard. Wir sind überzeugt, dass Ihnen noch weitere Ideen einfallen, wie Sie die Situation entschärfen können. Gleichzeitig hoffen wir, dass Sie unsere Anliegen ernst nehmen und Maßnahmen ergreifen. Nur wenn die Anliegen der Anwohner ernst genommen werden ist mit deren Akzeptanz des Bauvorhabens zu rechnen. Gerne können Sie mit uns auch in Kontakt treten und die genannten Punkte weiter diskutieren. Mit besten Grüßen Familie Taubert

Sehr geehrte Familie Taubert,

vielen Dank für Ihre ausführliche Stellungnahme. Ausgehend vom Bauvorhaben Klosterhof 12 sprechen Sie ein sehr breites Spektrum rund um das Thema Verkehr am Klosterhof an. Ich fürchte, die aufgeworfenen Themen überfrachten ein wenig das zur Diskussion stehende Bauprojekt mit übergeordneten verkehrspolitischen Fragen.

Im konkreten Falle geht es um 26 zusätzliche Stellplätze in einer Tiefgarage. Die Erfahrung zeigt, dass die Erschließung privater Tiefgaragen von Wohnanlagen für das Verkehrsaufkommen unerheblich ist. Wenige Bewegungen je Fahrzeug über den Tag machen sich in der Gesamtverkehrsbilanz vor Ort nur unwesentlich bemerkbar.

Die Landesbauordnung fordert je Wohneinheit einen Stellplatz; dieser Regel wird mit dem Bauvorhaben entsprochen. Jede künftige Bewohnerin, jeder Bewohner muss sich darüber im Klaren sein, dass Zugriff auf je nur einen Stellplatz besteht. Es gibt keinen Anspruch auf Parkraum auf öffentlichen Flächen. Wer sich also für einen innerörtlichen Wohnstandort entscheidet, muss sich auf diese Gegebenheit einlassen. Angesichts der exzellenten Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist dies auch vertretbar.

In einer so zentralen Lage wie dem Klosterhof ist davon auszugehen, dass alle Parkplätze, die dort angeboten werden, auch in Anspruch genommen werden. Ihre Anregung, das Parkplatzangebot zu reduzieren, die Widmung der Straßen zu verändern oder sonstige Maßnahmen zur Verringerung des Verkehrs zu ergreifen, gehen weit über das Projekt Klosterhof 12 hinaus und wären an anderer Stelle politisch zu diskutieren. Dies ist zuletzt 2014 im Zuge des breit angelegten Parkraumkonzeptes für Söflingen geschehen.

Sehr geehrter Herr Rimmele, sehr gerne möchte ich als Anwohner die Gelegenheit nutzen, um Ihnen meine Anregungen, Kritik und Ideen zur Neugestaltung des Klosterhof 12 mitzuteilen. Einen Neubau in einem denkmalgeschützten Areal zu wagen, gehört sicherlich zu den eher größeren architektonischen Herausforderungen. Legt man Ihre im Online-Clip genannten Kriterien bzgl. der „Typologie Altsöflingens“ (Zitat Rimmele) zugrunde, lässt sich feststellen , dass man (siehe Klosterhof 11) durchaus scheitern kann. Das Renommee des Architektenbüros verheißt hingegen Sensibilität und Gespür für den „besonderen Raum“ (Zitat Rimmele). Dies wird beim Betrachten der Pläne und Animationen deutlich. Dennoch lässt sich über den im Detail gelungenen Versuch ein gewisser Zwang erahnen, unter dem das Büro stand. Dieser wird nicht im Detail, sondern in der Gesamtanlage sichtbar. Die sicherlich vom „Kassenwart“ des Auftraggebers vorgegebene Anzahl der Wohneinheiten hat mich dazu gebracht, diese Zeilen zu schreiben. Zwei Problembereiche sind es, die ich anmerken möchte: 1. es ist förmlich greifbar, wie die Architekten ringen mussten, die Wohneinheiten auf dem Areal unterzubringen. Herausgekommen ist, dass das Zueinander der Häuser in keinem Maß zu fassen ist, zu willkürlich und für das Auge geradezu störend sind Winkel, Abstände und Arrangement der Gebäude. Hier wurde hineingepresst, was sich eigentlich nicht pressen lässt. Wäre es nicht dieser „besondere Raum“ des Klosterhofs, es wäre zwar nicht gelungen, aber zu verschmerzen. Die Frage der Höhe der Gebäude (die Sie im Clip herunterspielen) möchte ich nicht weiter vertiefen. 2. Die Situation des rollenden und stehenden Verkehrs ist im Klosterhof eine nie endende Geschichte. Sie bewegt alle Betroffenen seit Jahrzehnten (!). Es gibt auch hier (wie in Punkt 1) immer nur eine Richtung: größer, höher, mehr. Es ist natürlich naiv anzunehmen, dass die von Ihnen erwähnte Einhaltung der Baurechtsvorschriften (Bau einer Tiefgarage) der Situation gerecht würde. Kaum ein Hausstand besitzt heutzutage lediglich nur ein KFZ, von Besuch etc. mal abgesehen. Nicht erst in Spitzenzeiten wird man dem „besonderen Raum“ des Areals schon lange nicht mehr gerecht. Meine Anregung: Lassen Sie das Areal mit weniger Wohneinheiten planen, dann werden die Häuser kleiner, die Architekten haben mehr Spielraum für Phantasie und können die Gebäude besser arrangieren, dann können sie wirken, die Umgebung wird „klosterhofgerecht“ berücksichtigt werden und die Verkehrssituation nicht zur noch größeren Belastung. Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Weber

Sehr geehrter Herr Weber,

vielen Dank für Ihr Schreiben. Mit Ihrer Einschätzung, das Bauen in einem so sensiblen Kontext gehöre zu den größeren architektonischen Herausforderungen, haben Sie sicherlich Recht. Sie äußern starke Bedenken, ob die Dimension der Planung diesem Anspruch gerecht werden kann.

Selbstredend spielt die Wirtschaftlichkeit eine Rolle im Entwicklungsprozess eines Projekts. Das muss so sein, ansonsten würde keine städtebauliche Entwicklung stattfinden. Die Annahme, der Kassenwart des Vorhabenträgers würde maßgeblich das Projekt mitbestimmen, entspricht jedoch nicht der Realität eines solchen Planungsprozesses.

Gewinnmaximierung ist kein Kriterium für städtebauliche Entscheidungen. Der Gemeinderat entscheidet in eigener Hoheit darüber, was für den jeweiligen Standort städtebaulich angemessen ist - selbstverständlich in dem Bewusstsein, dass Flächenressourcen endlich und innerörtliche, voll erschlossene Standorte effektiv zu nutzen sind. Das Bestreben des Bauherrn nach Wirtschaftlichkeit ist in diesem Abwägungsprozess nur einer von vielen Aspekten.

Selbstverständlich ist die Baukörperstellung auch dem schwierigen Grundstückszuschnitt geschuldet. Nach unserer Überzeugung ist es den Planern jedoch gelungen, hier eine kleine Wohnanlage zu schaffen, die sich einerseits sehr angemessen und respektvoll zum Klosterhof präsentiert und andererseits die halbprivaten und privaten Freiräume auf dem Grundstück intelligent zuordnet. Es entspricht dabei durchaus der Bebauungsstruktur von Söflingen, dass die Gebäude in etwas zufälligen Winkeln und eben nicht orthogonal zueinanderstehen.

Die Landesbauordnung fordert je Wohneinheit einen Stellplatz; dieser Regel wird mit dem Bauvorhaben entsprochen. Jede künftige Bewohnerin, jeder Bewohner muss sich darüber im Klaren sein, dass Zugriff auf je nur einen Stellplatz besteht. Es gibt keinen Anspruch auf Parkraum auf öffentlichen Flächen. Wer sich also für einen innerörtlichen Wohnstandort entscheidet, muss sich auf diese Gegebenheit einlassen. Angesichts der exzellenten Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist dies unseres Erachtens auch vertretbar. Eine aus unserer Sicht angemessene städtebauliche Entwicklung wegen einer möglichen Parkplatzknappheit für Zweitwagen zurückzustellen, würde diesem Aspekt wohl ein unangemessen großes Gewicht einräumen.

Wir werden Ihr Schreiben wie alle anderen abgegebenen Stellungnahmen dem Gemeinderat vorlegen, damit dieser die vorgebrachten Argumente in seiner Abwägung im Zuge der anstehenden Beschlüsse berücksichtigen kann.