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Längere Verkehrseinschränkungen am Hauptbahnhof

So geht es in der Friedrich-Ebert-Straße weiter

Die Friedrich-Ebert-Straße am Ulmer Hauptbahnhof

© PBG Ulm

Die Friedrich-Ebert-Straße am Hauptbahnhof wird entweder bis Herbst 2022 weiterhin einspurig oder bis Mitte 2023 im Wechsel ein- und zweispurig geführt werden müssen. Grund sind der unerwartet schlechte Zustand von Infrastruktur und Untergrund und die Tatsache, dass sich die verschiedenen Bauvorhaben an dieser Stelle (Bahnhofspassage, Sedelhöfe, Tiefgarage und Straßenbahnhaltestelle) in ihrer Komplexität und ihren Abläufen gegenseitig beeinflussen.

Ziel der Stadtverwaltung ist es, trotz dieser Umstände die Bauvorhaben zu den ursprünglich anvisierten Terminen abzuschließen. Mit einer durchgängig einspurigen Verkehrsführung könnte dieses Ziel trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen erreicht werden. Sollte der bisher vorgesehenen Bauablauf mit einem Wechsel zwischen einspurigen und zweispurigen Phasen beibehalten werden, würde das zu einer um rund neun Monate verlängerten Bauzeit führen.

Details zur aktuellen Lage und möglichen Maßnahmen können Sie hier nachlesen: ulm baut um Newsletter 52 (1,10 MB, pdf)

Im Laufe der letzten Monate haben sich auf der Großbaustelle Hindernisse aufgetan, die vorher nicht absehbar waren: Erstens muss die entlang der Friedrich-Ebert-Straße am östlichen Gehweg verlaufende Hauptversorgungstrasse der Telekom aufwendig über mindestens vier Monate hinweg saniert werden. Grund sind die Kanäle und Schächte, die sich in einem baulich sehr schlechten Zustand befinden. Zweitens rufen der vorgefundene Baugrund und der tatsächliche Zustand der Infrastrukturbauwerke laufende Planungs- und Terminanpassungen hervor. Vor allem der Bau der Passage und der Bau der Straßenbahntrasse (Stammstrecke) haben derzeit mit erheblichen Erschwernissen zu kämpfen.

Diese beiden ungünstigen Rahmenbedingungen würden die Herstellung der Bahnhofplatzfläche gegenüber dem ursprünglich angesetzten Endtermin um rund neun Monate nach hinten verschieben. Um die ursprüngliche Termin- und Kostenplanung einhalten zu können, hat die Stadtverwaltung die Baulogistik nochmals grundsätzlich überdacht und eine Variante des Bauablaufes entwickelt, die eine entsprechende Beschleunigung bewirken würde. Die Kosten und der geplante Fertigstellungstermin Mitte 2022 könnten eingehalten werden, wenn man weiterhin nur die Fahrtrichtung von Süd nach Nord der Friedrich-Ebert-Straße beibehält, anstatt wieder zur Zweispurigkeit zu wechseln. Die Verwaltung hat diese Variante in die engere Wahl genommen, da sich die bisherige Einspurigkeit im Hinblick auf Verkehrsfluss und Sicherheit als gut erwiesen hat und im Hinblick auf die Erreichbarkeit der Innenstadt in Verbindung mit den flankierenden Maßnahmen zwar nicht wünschenswert, aber im Verhältnis zu den Alternativen doch vertretbar erscheint.

Die endgültige Entscheidung über die Frage der durchgängigen Einspurigkeit oder der Ein- bzw. Zweispurigkeit soll im Bauausschuss noch im Dezember 2019 getroffen werden:

Variante 1: Beibehaltung der Einspurigkeit bis zum Ende der Bauzeit Mitte 2022

  • mit konstanter Verkehrsführung
  • mit Erreichen des ursprünglichen Terminzieles und Kostenrahmens
  • mit besserer Bauqualität aufgrund der Reduzierung von Einzelbauabschnitten

Variante 2: Herstellung der Zweispurigkeit ab April 2020

  • die in den Sommerferien 2020 und 2021 jeweils von Phasen der Einspurigkeit unterbrochen wäre.
  • Der im Rahmen der Prüfung der verkehrlichen Leistungsfähigkeit und Verkehrsqualität in der Schlußphase (Oktober 2022 bis Mitte 2023) ein hohes Leistungsfähigkeitsdefizit beschieden wurde. Dadurch würden sich in den Spitzenstunden das Deutschhaus nicht entleeren und die Rückstaus in der Zinglerstaße sich nicht abbauen. Ergebnis wäre auch eine Verschlechterung des ÖPNVs bei den Bussen.
  • Die immer wieder kritische Umstellungsphasen zwischen Ein- und Zweispurigkeit mit sich bringen würde.
  • Die aufgrund der vielfältigen Provisorien Mehrkosten in Höhe von ca. 1,5 - 2,5 Millionen erfordern würde.
  • Die den Herstellungstermin der gesamten Fläche vor dem Bahnhof um ca. 9 Monate verzögern würde.

Aus Sicht der Verwaltung ist der Unterschied zwischen der einspurigen und zweispurigen Verkehrsführung im Hinblick auf die Erreichbarkeit der Innenstadt nicht so groß, als dass dafür die anderen Nachteile in Kauf genommen werden sollten. In Abwägung empfiehlt die Verwaltung daher die Umsetzung der Variante Einspurigkeit. Dabei sind in die Abwägung mit eingeflossen, dass für die Bauzeit das Angebot der kostenlosen ÖPNV-Samstage weitergeführt werden soll und dass ab Frühsommer 2020 mit den Sedelhöfen eine ergänzende Handelsattraktion mit einem neugestalteten Eingangsbereich in die Fußgängerzone und mehr als 700 zusätzliche und auch von Norden einfach anfahrbare Parkplätze zur Verfügung stehen. Darüber hinaus wird ab Herbst 2021 das Parkhaus Am Bahnhof weitere 540 Parkplätze für die Erreichbarkeit der Innenstadt anbieten.