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OBs von Ulm und Neu-Ulm beim Pact of Free Cities und Treffen mit Budapester OB

v.l. Martin Ansbacher OB Ulm, Gergely Karácsony OB Budapest, Katrin Albsteiger OB Neu-Ulm)

v.l. Martin Ansbacher OB Ulm, Gergely Karácsony OB Budapest, Katrin Albsteiger OB Neu-Ulm)

Die beiden Oberbürgermeister der Städte Ulm und Neu-Ulm, Martin Ansbacher und Katrin Albsteiger, haben am 11. und 12. Mai am Jahrestreffen des Pact of Free Cities in Bratislava teilgenommen.
Der weltweite Zusammenschluss von Städten, die sich zu Demokratie, Offenheit und internationaler Zusammenarbeit bekennen, gewinnt gerade in Zeiten politischen Wandels besondere Bedeutung.

„Wir als Städte halten zusammen und stehen gemeinsam für diese wichtigen und richtigen Werte ein. Und das über Ländergrenzen hinweg. Städtische Diplomatie kann und muss zusammenführen, was zusammengehört, gerade in Zeiten zunehmender Differenzen auf nationaler Ebene.“, sagte Ansbacher nach dem Treffen. Seine Kollegin Albsteiger zitierte eine US-amerikanische Bürgermeisterin mit den Worten: „Man muss sich Freunde machen, bevor man sie braucht.“

Insgesamt begrüßte der Gipfel 20 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie politische Vertreter verschiedener Städte aus unterschiedlichen Teilen der Welt. Eines der wichtigsten Ergebnisse des Gipfels war die Ausweitung des Pakts in den transatlantischen Raum sowie die Aufnahme von zehn neuen Mitgliedern – darunter Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus den Vereinigten Staaten.

Die Mitglieder des Pakts einigten sich heute ebenfalls darauf, gemeinsam eine vorgeschlagene Nominierung der Stadt von Minneapolis und seinen Bewohnern für den Friedensnobelpreis zu unterstützen. Die Nominierung von Minneapolis ist eine Reaktion auf jüngste Ereignisse in den Vereinigten Staaten, insbesondere in der Stadt Minneapolis, wo der Einsatz von Bundestruppen im Rahmen des angeblichen Kampfes gegen illegale Einwanderung zum Tod von zwei Bürgern führte. Diese Ereignisse hätten gezeigt, dass Menschen in einer Stadt selbst unter solchen Umständen zusammenkommen und sich gegen ungerechten Machtmissbrauch stellen können. Laut den Mitgliedern des Pact of Free Cities verdienen die Reaktionen der Einwohnerinnen und Einwohner von Minneapolis sowie von Bürgermeister Jacob Frey im Zusammenhang mit dem Einsatz für demokratische Werte Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Ansbacher und Albsteiger sind überzeugt: Der direkte und vertrauensvolle Dialog zwischen Städten ist ein wichtiger Beitrag zu einem starken, solidarischen und zukunftsorientierten Europa. In einer Zeit multipler Krisen sind Städte weit mehr als Verwaltungseinheiten. Sie sind tragende Säulen demokratischer Stabilität, gesellschaftlicher Resilienz und staatlicher Handlungsfähigkeit. Wo Kommunen stark sind, bleibt Demokratie lebendig.

Im Anschluss reisten die beiden Stadtoberhäupter aus Ulm und Neu-Ulm am 13. Mai nach Budapest. Anlass waren die langjährigen Verbindungen zur ungarischen Hauptstadt sowie das 14. Internationale Donaufest Ulm/Neu-Ulm.

Beim Besuch des art quarter Budapest sowie beim Austausch mit den diesjährigen Fahnenkünstlerinnen und -künstlern der Donaufest-Fahnen und mit dem Budapester Oberbürgermeister Gergely Karácsony wurde eine starke politische Botschaft ausgesendet:

„Budapest und Ulm/Neu-Ulm zeigen Flagge für eine freie Kultur und eine offene Gesellschaft!“

Beim Treffen der drei Oberbürgermeister der Donaustädte erklärte der Budapester OB: „Ungarn war bisher ein Symbol für den Abbau der Demokratie. Doch seit dem 12. April ist es ein Symbol dafür geworden, dass die Demokratie stärker ist. Es gibt ein sehr schönes ungarisches Gedicht, das sagt: ‚Oben zwar die Galeere und unten der Fluten Getöse.‘ Es handelt davon, dass die Freiheit der Völker stärker ist als das Festhalten der Tyrannen an der Macht.“

Im Mittelpunkt des Besuchs stand die künstlerische Gestaltung der traditionellen Donaufest-Fahnen. Die Gäste erhielten Einblick in die Arbeit eines Künstlerkollektivs im art quarter Budapest. Die Werke erzählen Geschichten und Mythen rund um die Donau und machen das Festival erneut zu einer Plattform für kulturellen Austausch und Meinungsvielfalt entlang der Donau.

Das Donaufest und seine unterschiedlichen Formate greifen zentrale aktuelle Entwicklungen auf: die Lage in der Ukraine, in Moldau und Serbien ebenso wie die politische Entwicklung in Ungarn. Ein starkes europäisches Haus könne nur gemeinsam mit dem Donauraum und Südosteuropa gebaut werden – eine Botschaft, die die Doppelstädte Ulm und Neu-Ulm seit 1998 mit dem Internationalen Donaufest vermitteln.

Als weltweit größtes Festival mit Schwerpunkt Südosteuropa nimmt das Donaufest international eine besondere Stellung ein.

Die Macherinnen und Macher des Donaufests sind überzeugt: Gerade in einer von Unsicherheiten und Krisen geprägten Zeit ist es wichtiger denn je, Begegnungen zu ermöglichen, in denen Menschen sich kennenlernen und auf Augenhöhe austauschen. Wo Dialog stattfindet, entstehen Verständnis und Perspektivwechsel, und es entwickeln sich gemeinsame europäische Zukunftsperspektiven für ein friedliches und freies Europa.

Das Donaufest bietet dafür eine einzigartige Plattform, um aktuelle Entwicklungen und politische Herausforderungen zu beleuchten.