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Zwölf neue Stolpersteine in Ulm

Zwei Stolpersteine glänzen golden im Gehwegpflaster. Daneben wurden zwei Rosen auf den Boden gelegt.

Seit 21. Mai 2024 gibt es an fünf Orten in der Stadt weitere Stolpersteine, die golden im Bürgersteig glänzen. Sie tragen die Namen von Opfern der Nationalsozialisten, von Menschen, die einst dort wohnten und grausam ermordet worden sind. Der NS-Rassenwahn traf nicht nur jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, sondern auch andere Menschen wie Sinti und Roma. Deshalb erinnern nun mehrere Steine an eine Sinti-Familie namens Eckstein. Sie wurden im Beisein von Oberbürgermeister Martin Ansbacher am Roten Berg in Söflingen in den Boden eingelassen.

Die Ecksteins gehörten zu einem weit verzweigten Netzwerk von Sinti Musikerfamilien. Sie zogen mit dem Wohnwagen umher und wohnten freiwillig oder unfreiwillig längere Zeit im Wohnwagen an bestimmten Orten. 1932 wurde die Geburt eines der Kinder in Ulm gemeldet, wo die Eltern am Roten Berg vorübergehend wohnten, wie in einem Register vermerkt ist. Auch später hat die Familie mit ihren fünf Kindern sicherlich öfters dort Halt gemacht oder ist auch länger geblieben. Im März 1943 wurde die Familie nach Auschwitz deportiert. Dort wurden die Familienmitglieder, einer nach dem anderen, ermordet.

An diesen neuen Standorten erinnern Stolpersteine jetzt an folgende Personen:

  • Am Roten Berg/ Ecke Kellerhalde, Karl Eckstein, Helene Eckstein, Regina Eckstein, Margot Eckstein, Anton Eckstein, Willy Eckstein, Karl Eckstein
  • Uhrenmachergasse 21, Söflingen: Katharina Ruopp
  • Hauptstraße 44, Wiblingen: Maria Knoll
  • Ensingerstraße 3: Dr. Ernst Moos und Julius Salomon
  • Schwilmengasse 7 gegenüber (früher Schwilmengasse 14): Friedrich Bürzele

Ausführliche Biografien der Menschen können auf der Website stolpersteine-fuer-ulm.de gelesen werden.

Ein Handwerker bohrt in einen Gehweg ein Loch.

Stolpersteine sind 10 x 10 x 10 Zentimeter große Betonquader mit einer Messingplatte, in der Name, Lebens- und Sterbedaten eines Opfers des NS-Regimes eingeschrieben sind, und die vor dem ehemaligen Wohnhaus in den Bürgersteig eingelassen werden. Auch in Ulm halten solche Steine die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus lebendig. Die Idee stammt von dem Kölner Künstler Gunter Demnig. Die Steine sollen Menschen unerwartet „stolpern“ lassen, nicht mit den Füßen, sondern mit dem Verstand und dem Gefühl. In Ulm organisiert die Bürgerinitiative „Stolpersteine Ulm“ (stolpersteine-fuer-ulm.de) die Verlegungen.