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Verabschiedung von Intendant Kay Metzger: Acht Jahre prägende Theaterarbeit für Ulm

Oberbürgermeister Martin Ansbacher mit dem scheidenden Intendanten Kay Metzger. Metzger hält einen Spatz in der Hand.

Mit einem Empfang im Rathaus hat die Stadt Ulm am 29. Juni den Intendanten des Theaters Ulm, Kay Metzger, verabschiedet. Oberbürgermeister Martin Ansbacher würdigte dessen achtjährige Amtszeit als eine Zeit großer künstlerischer Erfolge und wichtiger Impulse für das kulturelle Leben der Stadt.

In seiner Ansprache hob Ansbacher die besonderen Anforderungen hervor, die mit der Leitung eines Dreispartenhauses verbunden sind. Ein Intendant müsse künstlerische Vision, organisatorische Verantwortung und wirtschaftliche Herausforderungen miteinander in Einklang bringen und dabei stets die Balance zwischen künstlerischem Anspruch und den Erwartungen des Publikums finden.

„Sie haben diese Herausforderung in den vergangenen acht Jahren auf bemerkenswerte Weise gemeistert“, sagte der Oberbürgermeister an Kay Metzger gerichtet. Dieser habe das Theater Ulm nachhaltig geprägt und weit über die Region hinaus sichtbar gemacht.

Besonders würdigte Ansbacher die künstlerischen Erfolge während Metzgers Intendanz. Mit den Wiederentdeckungen der Opern "La Légende de Tristan" und "Le petit pauvre d’Assise" des französischen Komponisten Charles Tournemire habe das Theater Ulm internationale Aufmerksamkeit erlangt. Beide Produktionen wurden von der Fachzeitschrift Opernwelt als „Uraufführung des Jahres“ ausgezeichnet. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung sprach im Zusammenhang mit Le petit pauvre d’Assise sogar vom „Wunder von Ulm“.

Neben seiner Funktion als Intendant war Kay Metzger auch Operndirektor und inszenierte zahlreiche Produktionen selbst, darunter Richard Wagners "Der fliegende Holländer", "Parsifal" und zuletzt "Die Meistersinger von Nürnberg". Ansbacher betonte, Metzger habe mit seinen Inszenierungen Tradition und Gegenwart auf überzeugende Weise miteinander verbunden.

Der Oberbürgermeister erinnerte außerdem daran, dass Metzgers Amtszeit von besonderen Herausforderungen geprägt gewesen sei – allen voran die Corona-Pandemie mit monatelangen Schließungen und erheblichen Einschränkungen für den Kulturbetrieb. Zugleich habe Metzger das Theater immer auch als gesellschaftlichen Ort verstanden, der Haltung zeigt und den demokratischen Diskurs fördert. Beispielhaft nannte Ansbacher die Veranstaltung „Kunst ist solidarisch“ nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sowie das gemeinsame Engagement für die Freiheit der Kunst und die demokratischen Grundwerte.

Auch neue Formate wie die „Vis-à-vis“-Gottesdienste, die Theater und Kirche miteinander ins Gespräch bringen, sowie die Wiederbelebung des Theaterballs gingen auf Metzgers Initiative zurück.

„Sie haben das Theater Ulm nie als bloßen Aufführungsbetrieb verstanden, sondern als einen Ort der Begegnung, des Nachdenkens und des gesellschaftlichen Gesprächs“, betonte Ansbacher. „Sie haben das kulturelle Leben unserer Stadt bereichert, Debatten angestoßen und Menschen bewegt.“

Zum Abschluss dankte der Oberbürgermeister Kay Metzger im Namen der Stadt Ulm für dessen engagiertes Wirken: „Sie hinterlassen ein Theater, das künstlerisch selbstbewusst auftritt, überregional wahrgenommen wird und seinen festen Platz im kulturellen Leben unserer Stadt hat. Für all das gebührt Ihnen unser herzlicher Dank.“