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OBUMBRO im Museum Ulm

11. November 2018 bis 28. April 2019

Computeranimierte Szene, die eine springende Heldin zeigt.

© 2013 Compulsion Games, Whitney Clayton. CONTRAST is developed by Compulsion Games and published by Focus Home Interactive

Szene aus dem Spiel CONTRAST

Das Computerspiel ist das ökonomisch vermögendste und ästhetisch vertrackteste Artefakt unserer Gegenwart. Längst schon hat es die Kinder-, aber auch Wohn- und Arbeitszimmer erobert. Die Ausstellung "OBUMBRO" im Museum Ulm baut auf dieser Entwicklung auf und will das Computerspiel erstmals in seiner medialen Einzigartigkeit und ästhetischen Bedeutsamkeit begreifen.

Zu diesem Zweck wird mit der Figur des Schattens ein besonderer Aspekt freipräpariert, der das Computerspiel mit den Anfängen unserer Kultur verknüpft – mit Kunst, Philosophie und Religion.

Wer den Begriff "Schatten" hört, mag zuerst an Nachtseitiges, Abwegiges und Unheilschwangeres denken. Die Ausstellung räumt mit diesem negativ besetzten Klischee auf: Sie bewundert eine Heilung durch Petrus’ Schatten und bestaunt die Schemen in Platons Höhle. Sie bezeugt mit Plinius das zeichnerische Festhalten einer geliebten Silhouette und beäugt, wie eine zum Leben erweckte Statue aus dem Schatten ihres Schöpfers Pygmalion tritt. Sie beobachtet, wie Peter Schlemihls Schattenbild verschwindet und Peter Pan seinen verlorenen Schatten wieder annäht. Aus den Mythen vom Ursprung bildnerischen Darstellens zieht die Ausstellung Schlüsse für ein Verstehen des Computerspiels.

Im Zeichen des Schattens paart die Ausstellung populäre und noch zu entdeckende Computerspiele mit frühneuzeitlichen Gemälden, barocken Emblem- und zeitgenössischen Kinderbüchern, mit Comics, Zeichnungen, Werbeplakaten, Fotografien, Filmen, Schattenspielfiguren und multimedialen Installationen. Sie zeigt so, dass das Computerspiel in der Herzkammer unserer ‚Hochkultur‘ angekommen ist.