Inklusionsbeauftragter legt Jahresbericht 2025 vor
Der städtische Inklusionsbeauftragte Oliver Arnold beobachtet einen wachsenden Beratungsbedarf. 116 Anliegen Betroffener wurden im Jahr 2025 bearbeitet - rund zwölf Prozent mehr als noch 2024. Die Stelle des Inklusionsbeauftragten gibt es in Ulm seit 2016.
„Ich gehöre mittlerweile zu den dienstältesten Behindertenbeauftragten“, sagt Oliver Arnold. Er berät die Stadtverwaltung und den Gemeinderat bei Maßnahmen der Inklusion. „Da geht es vor allem um die Reduktion baulicher Barrieren, zum Beispiel bei Straßenkreuzungen, Schulen und Behörden, aber auch um einfache oder leichte Sprache in der Verwaltung, um Assistenzhunde, Gebärdensprache und Blindenschrift“, so Arnold. Mit Jamila Schönsiegel und Denis Spill hat er inzwischen personelle Verstärkung erhalten.
Der zweite große Schwerpunkt des Teams ist die unabhängige Vertretung von Belangen der Betroffenen gegenüber der Verwaltung und Anderen als Ombudsmann. „Im vergangenen Jahr haben wir 116 Anliegen Betroffener bearbeitet“, so Jamila Schönsiegel. Probleme rund um die Beantragung des Schwerbehindertenausweises hätten dabei zugenommen. Weitere häufige Themen waren Barrieren im öffentlichen Raum, Behindertenparkplätze, der Bedarf an barrierefreien Wohnungen, Jobsuche, aber auch Kultur- und Sportangebote. „Ich hatte im vergangenen Jahr erstmals auch Fälle von Diskriminierung von Menschen mit Behinderung“, sagt Oliver Arnold, der hier das Fehlen eines passenden Hilfsangebots bemängelt: „Die nächste Fachstelle ist in Tübingen, wir können hier bislang nur verweisen“, betont Arnold.
Mit dem Fachtag „Nett hier… aber haben Sie schon mal barrierefrei gewohnt?“ hat die Stelle Investorinnen und Investoren und Eigentümerinnen und Eigentümer für den barrierefreien Umbau sensibilisiert. Es gab auch Tipps zu finanzieller Förderung und eine Ausstellung lokaler Handwerksbetriebe. Aktionen haben gezeigt, dass die Beseitigung von Barrieren ganz „spielerisch“ funktioniert: „Wir haben mit bunten Bausteinen sogenannte „Brickrampen“ gebastelt, mit denen Stufen vor Gebäuden auch von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern überwunden werden können“, sagt Jamila Schönsiegel. Menschen mit und ohne Behinderung haben in verschiedenen Workshops zu Bausteinen und Klebstoff gegriffen.
Ein weiterer Höhepunkt war ein Motivwettbewerb gegen die missbräuchliche Nutzung von Behindertenparkplätzen. „Über 70 Einsendungen haben wir bei der Aktion erhalten“, freut sich Schönsiegel. „Von den Siegermotiven haben wir Postkarten drucken lassen, diese können von uns bezogen und benutzt werden.“ In Kooperation mit dem Projekt „Smart City“ wurden neue digitale Lösungen für mehr Barrierefreiheit getestet und angewendet, zum Beispiel die „LocID“ für Menschen mit Sehbehinderung. Diese ermöglicht es beispielsweise per Bluetooth den Pilotton einer Ampel auszulösen, um diese für Menschen mit Sehbehinderung leichter auffindbar zu machen.
Der Jahresbericht ist unter http://behinderung.ulm.de abrufbar. Es gibt dort auch eine Hörfassung sowie eine Fassung in einfacher Sprache.