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Ukrainische Delegation aus Bilhorod-Dnistrovskyi auf Studienreise in Ulm und Neu-Ulm

Gruppe mit OBs

Vom 26. bis 29. Januar 2026 besuchte eine Delegation der Stadt Bilhorod-Dnistrovskyi (Oblast Odessa, Ukraine) die Doppelstadt Ulm/Neu-Ulm. Ziel des Besuchs war es, die Zusammenarbeit bei nachhaltiger kommunaler Infrastruktur zu vertiefen und praktische Erfahrungen in den Bereichen Wasserwirtschaft, Energie, Abfallwirtschaft und Wärmeversorgung auszutauschen. Die Studienreise fand im Rahmen eines Projekts der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) statt.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges unterstützen Ulm und Neu-Ulm ihre ukrainischen Partner auf vielfältige Weise. Die im Frühjahr 2023 ins Leben gerufene Partnerschaft mit der Stadt Bilhorod-Dnistrovskyi hat hierbei bereits einen beachtlichen Beitrag geleistet. Neben humanitärer Hilfe und Sachspenden steht dabei zunehmend der nachhaltige Wiederaufbau und der institutionelle Wissenstransfer im Fokus. Bereits in der Vergangenheit konnten beispielsweise mit Hilfe der Firma Voith GmbH & Co. KGaA und der SWU Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH drei Gelenkomnibusse generalüberholt und übergeben werden.

Aufbauend auf dieser frühen Unterstützung hat sich die Partnerschaft zunehmend in Richtung nachhaltiger Wiederaufbau und strukturierter institutioneller Wissenstransfer verlagert. Die Studienreise stellt einen wichtigen Meilenstein in dieser Entwicklung dar und markiert den Übergang von unmittelbarer Solidarität zu mittelfristigem Kapazitätsaufbau und technischer Zusammenarbeit.

Oberbürgermeister Martin Ansbacher: „Der Besuch hat uns einmal mehr gezeigt, wie sehr beide Städte voneinander lernen können. Wir in Ulm waren tief beeindruckt, mit welcher Stärke und Entschlossenheit Bilhorod-Dnistrovskyi trotz der seit so langer Zeit andauernden widrigen Umstände weiter unbeirrt seinen Weg geht – und dabei nicht müde wird, unsere gemeinsamen europäischen Werte von Frieden, Freiheit und Demokratie zu verteidigen.
Genauso berührt hat uns die Wertschätzung unserer ukrainischen Partner, die die hervorragend organisierte, kollegiale Zusammenarbeit unserer kommunalen Betriebe und die innovative Herangehensweise an Themen wie Abfallwirtschaft, Wasseraufbereitung, Abwasserklärung und Energieerzeugung in Ulm und Neu-Ulm hervorhoben. Dieser gegenseitige Respekt und das Lernen auf Augenhöhe sind der wahre Kern unserer Solidaritätspartnerschaft.“

Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger: „Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen zeigt sich die Solidaritätspartnerschaft mit Bilhorod-Dnistrovskyi als belastbar, lernfähig und zukunftsorientiert. Auf Arbeitsebene erleben wir die ukrainischen Partner als kooperativ, transparent und an einer Fortführung der Zusammenarbeit interessiert. Ziel bleibt es, die Partnerschaft verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. Der vergangene Study Visit zeigt das wir hier bereits auf einem sehr guten Weg sind.“

Die ukrainische Delegation, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung sowie mehrerer kommunaler Betriebe aus Bilhorod-Dnistrovskyi, besuchte vom 26. bis 29. Januar 2026 im Rahmen eines umfangreichen Programms zentrale Infrastrukturstandorte in Ulm und Neu-Ulm. Dazu zählte die Führung durch die Thermische Abfallverwertung des Müllheizkraftwerks im Donautal, ein Besuch der Biomasse- und Fernwärmeanlagen auf dem Gelände der Fernwärme Ulm GmbH (FUG) und eine Besichtigung der Kläranlage Steinhäule in Neu-Ulm.

Darüber hinaus erfolgte ein Besuch der Einrichtungen der SWU-Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, mit Schwerpunkt auf der Funktionsweise von Wasserkraftwerken und der Trinkwasseraufbereitung, sowie der Entsorgungs-Betriebe Ulm (EBU) mit Gesprächen zum Thema Abfall und Kanalnetz (Abwasser). Ergänzt wurde das Programm durch einen umfangreichen Besuch der Biogas-Fachmesse in der Donauhalle und einem anschließenden fachlichen Austausch mit Dr. Andreas Lemmer, Leiter der Landesanstalt für Agrartechnik & Bioenergie an der Universität Hohenheim, sowie weiteren Fachgesprächen mit verschiedenen Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft. Zusätzlich standen auch Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern der ukrainischen Diaspora, lokalen Initiativen sowie politische Gespräche mit den Oberbürgermeistern von Ulm und Neu-Ulm, Martin Ansbacher und Katrin Albsteiger auf der Agenda. Diese Begegnungen sollen die Partnerschaft weiter stärken und neue Ansatzpunkte für zukünftige gemeinsame Projekte eröffnen.

Der Austausch sollte zeigen, wie Kommunen durch innovative, zukunftsfähige Technologien in den Bereichen Wasser, Energie, Abfall und Wärme ihre Ressourcen effizienter einsetzen können. Gleichzeitig diente die Reise dem strukturierten Wissenstransfer und dem Ausbau der Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg.