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So könnte die neue Gänstorbrücke aussehen

Modell der neuen Gänstorbrücke, die Ulm und Neu-Ulm verbindet

© KLÄHNE BUNG Ingenieure

Eine Jury hat am 7. Februar 2020 aus verschiedenen Entwürfen ihren Favoriten für die neue Gänstorbrücke ausgewählt. Das Modell zeigt sowohl in seiner schlanken Form als auch in seinem Ingenieursgeist starken Anklang an die bisherige Brücke, die derzeit nur noch einspurig je Richtung befahrbar ist. Der vom Preisgericht favorisierte Entwurf wird zusammen mit den neun weiteren eingereichten Vorschlägen vom 19. Februar ab 12 Uhr bis 24. Februar im Stadthaus zu sehen sein.

Ob das Modell des Berliner Büros "Klähne Bung / Beratende Ingenieure im Bauwesen GmbH" umgesetzt wird, entscheidet sich erst in den nächsten Monaten. Die Jury, die sich aus 17 Expertinnen und Experten der Architektur und Ingenieurswissenschaft sowie Ulmer und Neu-Ulmer Politikerinnen und Politikern zusammensetzte, wählte den Entwurf zwar einstimmig auf den ersten Platz. Es werden aber auch Verhandlungen mit den beiden Architekturbüros, die zusammen als dritter Preisträger bestimmt wurden, aufgenommen.

Alle zehn Entwürfe, die Eingang in den Wettbewerb gefunden hatten, sind vom Mittwoch, 19. Februar, bis einschließlich Rosenmontag, 24. Februar, im Stadthaus kostenlos zu sehen. Am 19. Februar um 12 Uhr wird die Ausstellung von Ulms Baubürgermeister Tim von Winning und Neu-Ulms Zweiter Bürgermeisterin Antje Esser eröffnet. Die restlichen Tage ist die Ausstellung von 10 bis 18 Uhr (Sonntag von 11 bis 18 Uhr) geöffnet.

Vom 2. bis 11. März wird die Ausstellung dann in Neu-Ulm in der Glacis-Galerie zu besichtigen sein.

Visualisierung der neuen Gänstorbrücke, die über die Donau führt

© KLÄHNE BUNG Ingenieure

"Der Siegerentwurf fügt sich unaufdringlich in das Stadtbild ein und entwickelt die bestehende Brücke technisch weiter", sagt Roswitha Schömig, Leiterin des Sachgebiets Ingenieurbauwerke der Stadt Ulm. Die extrem schlanke Figur der Brücke soll beibehalten werden, ebenso die Widerlager- und Bastionswände, die zu Aussichtbastionen weiterentwickelt werden könnten. Ziel ist ein Bauwerk, "das Ort und Geschichte nicht negiert, sondern fortschreibt und dem Betrachter vermittelt", wie es das Berliner Ingenieurbüro formuliert.

Dies gilt auch hinsichtlich des Ingenieursgeists des Bauingenieurs Ulrich Finsterwalder, dem sich die Planerinnen und Planer verpflichtet fühlen. Mit der Gänstorbrücke baute Finsterwalder Anfang der 1950er Jahre eine der ersten Spannbetonbrücken Deutschlands. Die künftige Brücke soll, neuen Anforderungen und effektiverem Materialeinsatz geschuldet, eine Stahlkonstruktion sein.

Ein Modell der neuen Gänstrobrücke mit Autos, Fußgängern und Radfahrern

© KLÄHNE BUNG Ingenieure

Den Beschluss zum Ersatzneubau werden der Ulmer Gemeinderat und der Neu-Ulmer Stadtrat, voraussichtlich bis zum Herbst 2020, treffen. Die Stadt Ulm ist federführend in dem Projekt und hatte den Realisierungswettbewerb ausgelobt, aus dem die jetzigen Entwürfe ausgewählt wurden. Für die Auswahl waren unter anderem folgende Kriterien ausschlaggebend: städtebauliche Einbindung in die Umgebung, architektonische Gestaltung, statisch-konstruktive Konzeption, technische Realisierbarkeit, Funktionalität, Eingriffe in den Verkehr, verkehrsplanerische Funktion sowie die Wirtschaftlichkeit hinsichtlich Herstellung, Erhaltung und Unterhalt.

Der Baubeginn der neuen Brücke ist für das Jahr 2024 anvisiert. Bis dahin müssen verschiedene Gutachten und Prüfungen, etwa hinsichtlich Umwelt und Wasserrecht, durchgeführt werden. Der Bau der neuen und der Abbau der alten Brücke sollen stückweise so erfolgen, dass der Verkehr aufrechterhalten werden kann: Während eine Seite der alten Brücke abgerissen wird, kann der Verkehr noch auf der anderen Seite fließen. Zeitgleich wird der erste Strang des Neubaus errichtet. Gänzlich in Betrieb genommen werden soll der Neubau dann 2025.

Im Laufe der Woche vom 10. bist 16. Februar 2020 wird die bereits aufgestellte Breitenbegrenzung auf der Gänstorbrücke in Betrieb genommen. Sie soll verhindern, dass LKW die beschädigte Brücke überqueren, was - trotz Höhenbegrenzung - immer noch gelegentlich vorkommt. Busse und Rettungskräfte erhalten eine extra Fahrspur. Hier ist die Durchfahrt mit einer Schranke geregelt, die sich durch die zugelassenen Fahrzeuge öffnen lässt.

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