„Tankstelle der Zukunft“ an der A 8 geplant
Die Stadt Ulm treibt ihre Strategie für eine nachhaltige Mobilitätsinfrastruktur weiter entschlossen voran: Im Ulmer Norden, unmittelbar an der Autobahnabfahrt der A 8, wird eine sogenannte „Tankstelle der Zukunft“ entstehen. Neben klassischen Kraftstoffen für PKW und LKW sollen dort vor allem moderne Antriebstechnologien wie Strom und Wasserstoff einen zentralen Platz einnehmen.
Das Projekt spiegelt den Wandel im Verkehrssektor wider, der sich angesichts der Klimakrise und veränderter Kundenbedürfnisse zunehmend hin zu alternativen, regenerativen Energiequellen entwickelt. Die Stadt Ulm reagiert mit dem Vorhaben auf diese Herausforderungen und schafft die notwendige Infrastruktur für die Mobilitätsformen von morgen. Die geplante Tankstelle soll daher über Elektroladeinrichtungen, Wasserstofftankstellen, eine Photovoltaikanlage sowie eine zukunftsfähige Energie- und Gebäudetechnik verfügen. Dieser Kraftstoff-Mix bedient auch den Bedarf der Ulmer Unternehmen aus der Batterie- und Brennstoffzellenforschung.
„Es ist ein mutiges und ein sehr ulmisches Projekt“, sagt Oberbürgermeister Martin Ansbacher. „Das ist deutschlandweit ein einzigartiges Vorhaben und ein weiteres Alleinstellungsmerkmal unserer Stadt. Damit wird Ulm erneut zum Vorreiter.“
Ziel ist es, ein funktional und ökologisch hochwertiges Gesamtkonzept umzusetzen, das sich flexibel an veränderte technologische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen anpassen lässt. So soll langfristig eine zuverlässige Versorgung sowohl für Individualnutzerinnen und Individualnutzer als auch für Unternehmen mit emissionsarmen oder -freien Antriebsstoffen sichergestellt werden. Sprich: Sobald sich ein neuer Kraftstoff etabliert, wird er auch dort verkauft werden können.
Das zugrunde liegende Grundstücksvergabeverfahren basiert auf der sogenannten „Ulmer Vergabe“. Das Modell orientiert sich an der Idee der Konzeptvergabe. Dabei steht nicht der Preis, sondern die Qualität und Nachhaltigkeit der eingereichten Ideen im Vordergrund. Die Bewertungskriterien wurden vom Hauptausschuss der Stadt im Februar 2024 beschlossen. Besonders berücksichtigt wurden Aspekte wie Regionalität, Energiekonzept, CO₂-Bilanz, Ressourcenschonung, der Einsatz erneuerbarer Energien (insbesondere Photovoltaik) sowie die Versorgung mit grünem Wasserstoff. „Auch dieses besondere Projekt zeigt, dass sich die Ulmer Bodenpolitik auszahlt“, sagte Ansbacher weiter.
Insgesamt gingen vier Bewerbungen bei der Stadt ein. Den Zuschlag erhielt die Golsner & Lutzenberger GbR aus Günzburg. Der Stadtentwicklungsverband Ulm/Neu-Ulm bestätigte die Entscheidung am 30. April 2025, die finale Vergabe erfolgte am 24. Juli 2025. In der darauffolgenden Optimierungsphase wurde das eingereichte Konzept in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Ulm überarbeitet und konkretisiert.
Das geplante Areal liegt im Bereich Himmelweiler. Durch seine Nähe zur Autobahn ist der Standort verkehrstechnisch optimal erschlossen und erfüllt wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Betrieb, auch im Hinblick auf den Schwerlastverkehr und Logistikunternehmen.
Die Inbetriebnahme sämtlicher Bereiche der neuen Tankstelle ist für Mitte 2027 vorgesehen.