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Polizei verschärft Kontrollen an der Gänstorbrücke

Die Gänstorbrücke führt über die Donau.

Wie berichtet, wurde die Höhenbeschränkung an der Gänstorbrücke missachtet und so stark beschädigt, dass sie gegen eine massivere Konstruktion ausgetauscht werden musste. Doch auch die durch einen Stahlbalken und mit Abweisern verstärkte Höhenschranke hält die Lenker zu hoher und damit in der Regel auch zu schwerer Fahrzeuge nicht davon ab, über die Gänstorbrücke zu fahren.

Am Morgen des 14. August 2019 waren die Peitschenmasten der Höhenbegrenzungen auf beiden Seiten der Donau gegen den Widerstand der Klemmschrauben um 45 Grad in Fahrtrichtung - offensichtlich infolge eines heftigen Aufpralls - verdreht und mussten repariert werden. Anwohnende berichten zum Teil von „Anschlaggeräuschen“ im gefühlten 10-Minuten-Takt.

Die Stadtverwaltungen von Ulm und Neu-Ulm bitten nun zum wiederholten Mal, die für die Gänstorbrücke angeordneten Beschränkungen im Interesse aller Ulmer und Neu-Ulmer Verkehrsteilnehmer zu respektieren. Die Beschränkungen haben den Sinn, die Brücke als wichtige Verbindung zwischen den beiden Donaustädten zumindest für den Pkw-Verkehr noch bis zum Neubau zu erhalten.

Die Gänstorbrücke stammt aus dem Jahr 1950 und war nicht für heutige Verkehrslasten geplant. Daneben liegen massive Korrosionsschäden vor, die durch seinerzeitige Baufehler verursacht worden sind und nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Die mit der Bauwerksuntersuchung beauftragten Ingenieurbüros einschließlich eines Prüfstatikers haben ihre Zustimmung zum weiteren Betrieb der Brücke nur unter der Bedingung, dass ein Monitoringsystem installiert wird, gegeben.

Die in den letzten Monaten erfolgten Überfahrten durch Schwerverkehrsfahrzeuge haben zu einer weiteren Verschlechterung des Bauwerkszustandes geführt. Der verbaute Spannstahl beginnt sich unter Belastung plastisch, d.h. ohne elastische Rückbildung, zu verformen und kann damit in der Folge immer weniger Spannung aufnehmen. Wenn Spannstähle unter übermäßiger Belastung reißen - was die Sensoren der Monitoringanlage melden würden-, kann es sein, dass die Brücke sofort voll gesperrt werden muss.

Aus Sicht beider Stadtverwaltungen gibt es keine Alternative zu den jetzigen Gewichts- und Höhenbeschränkungen, um wenigstens dem Pkw-Verkehr sowie vor allem Rettungsdiensten und dem ÖPNV die weitere Überfahrbarkeit für die nächsten Jahre zu gewährleisten. Das sieht auch die Polizei auf beiden Seiten der Donau so und hat daher für die nächsten Wochen intensive und gezielte Kontrollen angekündigt. Erwischten Lkw-Fahrern droht nun ein Bußgeld von 500 Euro sowie ein zweimonatiges Fahrverbot wegen Verstoßes gegen die Höhenkontrolle. Sollte außerdem die Monitoringanlage - wie schon geschehen - wieder auslösen, kommen auf den Verursacher weitere Kosten zu, die die Stadt zivilrechtlich geltend machen wird.