Navigation und Service

Springe direkt zu:

Neues Museum für Ulm - Die Einsteins - Museum einer Ulmer Familie

Ausstellungsfoto aus Die Einsteins

Seit Jahrzehnten wartet Ulm darauf und endlich ist es soweit: Die neue Dauerausstellung "Die Einsteins - Museum einer Ulmer Familie" nimmt in Kürze den Betrieb auf. Albert Einstein, das Jahrhundertgenie, der weltberühmte Physiker und Nobelpreisträger, wurde 1879 in Ulm geboren. Dieser Tatsache trägt die Stadt Ulm jetzt Rechnung, indem sie ein Museum einrichtet. „Die Einsteins“ öffnet am 5. Juli 2024 am Weinhof in Ulm und beleuchtet die vielfältigen Schicksale der Familie Einstein. Das Museum ist im historischen Gebäude des "Engländers" untergebracht, in dem einst Einsteins Großmutter wohnte und die Bettfedernfabrik "Israel & Levi" von seinen Verwandten betrieben wurde.

Obwohl Albert Einstein nur wenige Monate in Ulm lebte, hielt er immer Kontakt zu seiner großen Familie, die in der Stadt ansässig blieb. Die Ausstellung zeigt bewegende Einzelschicksale der Familienmitglieder, die auch stark von den dunklen Ereignissen der NS-Zeit geprägt wurden. Dazu gehört zum Beispiel das Schicksal des Anwalts Salomon Moos, ein Großcousin von Einstein, der als politisch engagierter Bürger eine Hetzkampagne gegen sich ertragen musste, oder Heinz Frenkel, der als sechsjähriges Kind in die USA emigrierte. Auch an das tragische Schicksal Lina Einsteins, die in Treblinka ermordet wurde, wird besonders erinnert.

Das Museum bietet verschiedene Erlebnismöglichkeiten der insgesamt sieben Kapitel. Besucherinnen und Besucher können einen analogen Rundgang machen, der durch multimediale Komponenten wie Medienguides mit Erklärfilmen ergänzt werden kann. Zusätzlich gibt es sieben Graphic Novels, die die Geschichten und Schicksale einzelner Mitglieder der Familie Einstein beleuchten und digital abrufbar sind.
Die Ausstellung beginnt mit einer "Wunderkammer", die die Popikone Einstein in einem winzigen Ausschnitt zeigt, gefolgt von einem vier Meter breiten Stammbaum der Familie, die teils auch die Namen Hirsch oder Moos trug.

Auch die Erschütterungen der damaligen Zeit werden thematisiert: Einerseits der aufkommende rassistische Antisemitismus seit dem späten 19. Jahrhundert und andererseits die revolutionären wissenschaftlichen Erkenntnisse Einsteins, wie die Relativitätstheorie und Quantenmechanik, die die naturwissenschaftliche Welt nachhaltig veränderten.
Ein kleiner Exkurs beleuchtet das Verhältnis Einsteins zu Ulm und leitet zugleich das dunkelste Kapitel ein: die Shoah. In einem speziellen Fenster werden auf ausziehbaren Elementen verschiedene Briefe Einsteins dargestellt, sowohl an die Stadt Ulm als auch privater Natur.
Ein weiteres Highlight ist das "Fenster in die Vergangenheit", das historische und heutige Ansichten Ulms kombiniert. Zusätzliche vertiefende Informationen können an einer digitalen Collection-Wall angesehen werden. Hier werden auch Filme gezeigt und Workshops veranstaltet.

Die Ausstellung wird als wertvolles Stück Erinnerungskultur angesehen, die an die Geschichte der jüdischen Gemeinde Ulms erinnert und zur Wachsamkeit gegenüber Antisemitismus aufruft.
Das Museum "Die Einsteins" wird am Donnerstag, 4. Juli, abends um 19 Uhr mit einem Vortrag von Prof. Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt, im Stadthaus eröffnet. Die Veranstaltung wird auch gestreamt.

Ab 5. Juli stehen die Museums-Pforten für alle Besucherinnen und Besucher offen. Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 11 bis 17 Uhr, Do 11 bis 19 Uhr, Sa, So, Feiertage 11-18 Uhr.
Folgen Sie uns auf Facebook, Instagram oder über die neue Homepage http://einsteins.museum.