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Gemeinderat beschließt Umbau des Ehinger Tors

Visualisierung des zukünftigen Ehinger Tors

© sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH

Nach einem Stimmenpatt im Fachbereichsausschuss Stadtentwicklung, Bau und Umwelt am 16. Dezember 2025 hat der Ulmer Gemeinderat am 18. Dezember 2025 mit deutlicher Mehrheit den Umbau des Bereichs rund um das Ehinger Tor beschlossen. Ziel des Projekts ist es, den Stadtraum neu zu ordnen und die Aufenthaltsqualität spürbar zu verbessern. Dazu werden Fahrspuren neu organisiert, um mehr Platz für den Fuß- und Radverkehr zu schaffen, zusätzliche Grünflächen zu ermöglichen und den Bereich insgesamt attraktiver zu gestalten. Das Gesamtprojekt wird schrittweise in mehreren Bauabschnitten umgesetzt.

Was ist rund um das Ehinger Tor geplant und bis wann?
Rund um das Ehinger Tor wird der Stadtraum schrittweise bis 2030 umgebaut. Ziel ist es, den Verkehrsknoten übersichtlicher zu gestalten, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken und die Wege für Fuß- und Radverkehr deutlich zu verbessern. Die Maßnahmen betreffen mehrere Straßen und Plätze im Umfeld.

Neue Straße
Im März 2026 beginnen die Tiefbauarbeiten in der Neuen Straße. Fernwärme Ulm (FUG) und die SWU Netze bauen einen neuen Stauraumkanal und verlegen Leitungen vor dem Universum Center. Erst danach kann die Oberfläche neu gestaltet werden. Auf Höhe der Schillerstraße müssen im Jahr 2027 alle Fahrspuren der Neuen Straße einschließlich der Straßenbahngleise teilweise in offener Bauweise gequert werden. Zwischen dem Bismarckring und der Schillerstraße wird die Neue Straße auf Höhe des Universum Centers von fünf auf drei Fahrspuren reduziert. Ein Teil des dadurch gewonnenen Verkehrsraums wird für die ÖPNV-Haltestelle genutzt. Die verbleibende Fläche dient der Verbesserung der wichtigen Wegeverbindung für Fuß- und Radverkehr zwischen Innenstadt und Weststadt. Entlang der Neuen Straße entstehen ein eigener Gehweg, ein drei Meter breiter Zweirichtungsradweg sowie eine Baumreihe als Abgrenzung zur Fahrbahn.

Wagnerstraße
Zwischen dem Finanzamt und dem Hans-und-Sophie-Scholl-Gymnasium entsteht im Jahr 2028 ein neuer Platz als westlicher Stadteingang. Derzeit gibt es vor dem Finanzamt zwei Fahrspuren aus der Wagnerstraße heraus und eine Fahrspur in die Wagnerstraße hinein. Nach dem Umbau steht in jeder Fahrtrichtung nur noch eine Fahrspur zur Verfügung. Das Linksabbiegen von der Wagnerstraße auf den Bismarckring in Richtung Norden ist dann nicht mehr möglich. Der Verkehr aus der Weststadt zur B 10 in Fahrtrichtung Norden wird künftig über die Söflinger Straße und den Söflinger Kreisel geführt.

Bismarckring
Im Bereich zwischen der Neuen Straße am Universum Center und der Arsenalstraße entfällt auf der Seite des Ehinger Tors eine Fahrspur. Die frei werdende Fläche wird für eine durchgängige Radverbindung in Nord-Süd-Richtung von der Donau bis zur Wilhelmsburg genutzt, die sogenannte Glacisroute.

ÖPNV-Haltestelle
Im Zuge des Umbaus des Verkehrsknotens wird ab Sommer 2026 auch die ÖPNV-Haltestelle zukunftsfähig umgestaltet. Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Fahrgastzahlen im Nahverkehr bis 2030 zu verdoppeln. Ab 2027 kommen längere Straßenbahnen zum Einsatz. Dafür sind verlängerte und barrierefreie Haltesteige erforderlich. Aufgrund der neuen Anordnung des Haltestellenbereichs und der längeren Bahnsteige wird zunächst die große Dachkonstruktion zurückgebaut. Zudem werden die alten Straßenbahngleise erneuert, die Haltestellen mit eigenen Unterständen ausgestattet und Bäume gepflanzt, die zur Kühlung beitragen und Feinstaub binden. Die Platzgestaltung soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein.

Abhängig von den Baufortschritten an der Wallstraßenbrücke und der Adenauerbrücke sollen mittelfristig weitere Bereiche im Umfeld des Ehinger Tors umgestaltet werden.

Bismarckring und Furttenbachstraße
Im Bereich zwischen der Neuen Straße am Universum Center und der Arsenalstraße gibt es derzeit bis zu neun Fahrspuren. Laut Verkehrsprognosen werden künftig nur noch fünf Fahrspuren zur Verkehrsabwicklung benötigt. Dadurch kann der Verkehrsknoten übersichtlicher organisiert werden. Der Abzweig von der Zinglerstraße zur Adenauerbrücke könnte zur Sackgasse werden. Der Verkehr in Richtung Neu-Ulm und Adenauerbrücke würde dann über den Bismarckring geführt.

Zinglerstraße
Auf Höhe der Martin-Luther-Kirche sollen die Großen und Kleinen Ehinger Anlagen durch einen begrünten Mittelstreifen miteinander verbunden werden, um die Wege für Fuß- und Radverkehr zu verbessern. Die Entscheidung zur Umsetzung wurde im Gemeinderat zunächst vertagt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll geprüft werden, wie eine Reduzierung der Fahrspuren umgesetzt werden kann. Möglich ist dies, da durch die Querspange bei Erbach auf der B 311 die Kfz-Zahlen deutlich gesunken sind. Voraussetzung für weitere Maßnahmen ist, dass der marode Kanal der Ulmer Entsorgungsbetriebe unter der Zinglerstraße noch bis 2029 funktionsfähig bleibt.