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Ein Masterplan für die Wissenschaftsstadt
Acht Akteure auf dem Oberen Eselsberg - Land, Stadt, Uni, Klinikum, Hochschule, Studentenwerk, Bundeswehrkrankenhaus, Daimler - haben am Masterplan für die Wissenschaftsstadt mitgewirkt. Am Zustandekommen war zudem je ein Vertreter der Ulmer Rathausfraktionen beteiligt. Die Zukunftsvision für den Oberen Eselsberg, die unter Regie des internationalen Planungsbüros Kees Christiaanse entstanden ist, soll die Wissenschaftsstadt auf ganz neue planerische Gleise stellen.
Arbeitsgruppe hat sieben Leitziele formuliert:
- Die Albert-Einstein-Allee wird als zentrale Erschließungsachse, die Adresse und Hauptzugang ist, entwickelt. Hier soll durch Erhöhung der Bebauungsdichte und möglichst öffentliche Nutzungen die Urbanität gestärkt werden.
- Als räumliches Modell wird das Szenario der "verknüpften Bebauungsinseln" verfolgt.
- Die Frei- und ebenerdigen Parkierungsflächen im Inneren der Wissenschaftsstadt werden intensiver bebaut. Der Sciencepark II der Stadt Ulm wird in seiner ersten Bauphase innerhalb des Berliner Rings entwickelt.
- Die Stadtbahn zur Wissenschaftsstadt ist das zentrale Verkehrsprojekt. Ziel ist dabei auch die Aufwertung der Erschließungsachse Albert-Einstein-Allee.
- Der öffentliche Nahverkehr soll gegenüber dem Individualverkehr gestärkt und gefördert werden. Die ebenerdige Parkierung wird mittel- bis langfristig zugunsten von Parkhäusern reduziert. Parkraumbewirtschaftung ist eine notwendige Maßnahme.
- Zur Aufwertung des Standorts (Campus) sollen künftig Flächen auch für (studentisches) Wohnen ausgewiesen werden.
- Drei wesentliche Frei- und Naturräume werden in ihren Funktionen gestärkt: im Süden der Naturraum zwischen Wissenschaftsstadt und Wohnquartier Eselsberg, der Wald zwischen Uni Ost und Sciencepark I sowie der Wald und der Biotopbereich zwischen Sciencepark II und Rehabilitations-Krankenhaus Ulm.
Die Verlängerung der Linie 1 nach Böfingen könnte also nur der Start eines umfassenderen Konzeptes des Ausbaus des Ulmer Schienennetzes gewesen sein. Dass künftig eine Straßenbahn bis auf den Oberen Eselsberg fahren soll, scheint politischer Konsens. Die Linienführung ist allerdings noch in der Diskussion. Die von der Stadt jetzt bei den Stadtwerken (SWU) in Auftrag gegebene Untersuchung geht von einer Trasse über den Mähringer Weg aus. Warum? Weil die Heilmeyer-Steige steil und kurvenreich ist, eine Streckenführung dort länger und teurer und dann der alte Eselsberg abgehängt wäre von der Schiene. Auch der Ausweg von zwei Eselsberg-Straßenbahnlinien wird politisch diskutiert.
Verknüpft mit Linie 1 würde die Eselsberg-Linie am Theater; am Ehinger Tor wäre die Abzweigung zum Kuhberg. Es wird also auch überlegt, den Kuhberg wegen der Sport- und Schulzentren - allein 6500 Schüler gehen in die Berufsschulen, vier von fünf Schülern sind Auswärtige - mit leistungsfähiger Nahverkehrsschiene zu versorgen.
Aus Neu-Ulm sind die SWU zudem aufgefordert, eine Strecke nach Ludwigsfeld unter die Lupe zu nehmen: über Neue Straße und Herdbrücke.

