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Wissenschaftsstadt aktuell
Helmholtz-Institut in der Wissenschaftsstadt
Aufwertung für den Forschungsstandort Ulm: Wie das Karlsruher Institut für Technologie als Mitglied der Helmholtz-Gesellschaft mitteilte. gründet es in Kooperation mit der Universität Ulm zum 1. Januar 2011 das "Helmholtz-Institut Ulm für Elektrochemische Energiespeicherung" (HIU). Forschungsschwerpunkt ist zukunftsweisende Batterietechnologie. Das neue Ulmer Institut wird auf dem Campus der Wissenschaftsstadt angesiedelt - zunächst in gemieteten Räumen, in den kommenden Jahren soll jedoch ein Neubau entstehen. Das jährliche Budget des HIU beträgt 5 Millionen Euro und wird zu 90 Prozent vom Bundesforschungsministerium und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert.
"Mit dem neuen Helmholtz-Institut entsteht in Ulm ein bundesweit einzigartiges Exzellenzzentrum für Batterieforschung, das hervorragende wissenschaftliche Partner vereint“, kommentierten Ministerpräsident Stefan Mappus und Bundesforschungsministerin Professor Annette Schavan die Entscheidung der KIT. Zu den Partnern gehören das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung (ZSW). Für Uni-Präsident Karl Joachim Ebeling eine ausgezeichnete Verbindung: "Es wird die Ulmer Tradition in der Elektrochemie und Batterietechnologie erfolgreich fortsetzen."
Die Forschungsschwerpunkte des neuen Instituts liegen auf den Feldern elektrochemische Grundlagenforschung, Materialforschung, Theorie und Modellierung chemischer Prozesse sowie übergreifende Systembetrachtungen wie beispielsweise Batteriemanagement und Materialverfügbarkeit. Darüber hinaus werden Analysemethoden zur Erforschung atomarer Prozesse während des Lade- und Entladevorgangs entwickelt.
Der Masterplan trägt erste Früchte
"Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen", meinte Alt-Kanzler Helmut Schmidt einst despektierlich. Gut, dass sich die Ulmer Stadtplaner nicht an diesen Rat gehalten haben! Vor eineinhalb Jahren wurde der unter der Regie des internationalen Planungsbüros Kees Christiaanse entstandene "Masterplan Wissenschaftsstadt", ein Handlungskonzept für die weitere Entwicklung auf dem Oberen Eselsberg, vorgestellt. Nach der Sitzung des Fachbereichsausschusses Stadtentwicklung, Bau und Umwelt am 19. Oktober lässt sich festhalten: Manchmal werden Visionen schneller wahr, als man glaubt. Hauptabteilungsleiter Volker Jescheck stellte nicht weniger als 14 neue Projekte vor, die dem Entwicklungsziel, aus dem reinen "Forschungslabor" einen Campus mit urbanen Anstrich zu machen, einen mehr als kräftigen Schub verleihen werden.
Masterpläne sind gemeinhin ambitioniert und stellen ein Wunschszenario dar. Will heißen: Nicht alles was drin steht besteht am Ende den Realitätscheck. Die Entwicklung des letzten Jahres überzeugt jedoch wohl auch die letzten Skeptiker. "Es war eine gute Entscheidung, die Akteure Land, Stadt, Uni, Klinikum, Hochschule, Studentenwerk, Bundeswehrkrankenhaus und Daimler an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam die Zukunft zu gestalten", so Baubürgermeister Alexander Wetzig, "jetzt ziehen alle an einem Strang." Was erfahrungsgemäß immer gut für die Erreichung von Zielen ist.
Die Wissenschaftsstadt soll sich also vom reinen Ort des Arbeitens zu einem vernetzten Campus entwickeln, soll mehr werden als die Summe der einzelnen Einrichtungen. Die im letzten Jahr angestoßenen Projekte weisen eindeutig in diese Richtung. Im Zuge des Neubaus der Chirurgie wird ein Kindergarten mit 100 Betreuungsplätzen entstehen, außerdem wird ein neues Casino mit 300 Plätzen gebaut, um die Mitarbeitenden der Chirurgie, der Strahlentherapie und der Medizinischen Klinik kulinarisch zu versorgen. Südlich des Klinikums findet die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie ein neues zu Hause. Der Bauantrag wurde bereits genehmigt. Baubeginn soll noch in diesem Herbst sein, Fertigstellung im Frühjahr 2012. Auch der stetig steigenden Anzahl Studierender wurde Rechnung getragen. Ein neues Studentenwohnheim mit 300 Plätzen westlich der Universität ist in Planung. Der Science Park I wird durch den Forschungsbau Lebenswissenschaften und ein Helmholtzinstitut erweitert und ein weiterer Neubau eines Biomedizinischen Lehr- und Trainingsgebäudes ist nördlich des Haupteingangs der Uni geplant.
Auch die private Wirtschaft ist am Wachstum der Wissenschaftsstadt beteiligt. Im Bereich Science Park II baut die PEG im Auftrag des ZSW, Institut für Batterietechnologie, einen dreigeschössigen Neubau und die AEG MIS verlässt die Söflingerstraße und bezieht ein neues Firmengebäude an der Albert-Einstein-Allee. Dort wird das schnell wachsende Unternehmen elektronische Anzeigesysteme für Bahnhöfe und Flughäfen entwickeln und produzieren.
Hausaufgaben gibt es natürlich angesichts des rasanten Wachstums auch zu erledigen. Ein neues Parkraumbewirtschaftungskonzept ist überfällig und wurde bereits von der Universität beim Land Baden-Württemberg beantragt. Außerdem ist ein weiteres Umspannwerk vonnöten. Spätestens zur Eröffnung wird die SWU das neue Umspannwerk zur Verfügung stellen, das im Science Park III vorgesehen ist. Auch die Planung einer Straßenbahnlinie zur Wissenschaftsstadt schreitet zügig voran.
Hausaufgaben gibt es natürlich angesichts des rasanten Wachstums auch zu erledigen. Ein neues Parkraumbewirtschaftungskonzept ist überfällig und wurde bereits von der Universität beim Land Baden-Württemberg beantragt. Außerdem ist ein weiteres Umspannwerk vonnöten. Spätestens zur Eröffnung wird die SWU das neue Umspannwerk zur Verfügung stellen, das im Science Park III vorgesehen ist. Auch die Planung einer Straßenbahnlinie zur Wissenschaftsstadt schreitet zügig voran.
"Diese Entwicklung ist in der Tat außergewöhnlich", befand Alexander Wetzig, "man gewöhnt sich ja langsam an die Erfolgsmeldungen aus der Wissenschaftsstadt. Davor sollten wir uns jedoch hüten, denn viele Städte beneiden uns um diesen Motor der Standortentwicklung". Dieser Einschätzung schlossen sich in seltener Übereinstimmung auch alle im Gemeinderat vertretenden Fraktionen an - kritische Stimmen gab es keine. Die Vision ist also auf einem guten Weg, Wirklichkeit zu werden.
Eine große Karte der geplanten Erweiterungsprojekte in der Wissenschaftsstadt finden Sie in folgendem pdf-Dokument:
Richtfest für den Forschungsbau Lebenswissenschaften
Ulm Auf dem Oberen Eselsberg ist am 26. Januar 2011 Richtfest für den neuen Forschungsbau Lebenswissenschaften gefeiert worden. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Universität und Universitätsklinikum Ulm. Die Kosten von 16 Millionen Euro werden über das Konjunkturpaket von Bund und Land gedeckt. Bis Oktober soll der Bau fertiggestellt sein. Er ist Teil des Masterplans zur Wissenschaftsstadt Ulm und ist ein Beispiel dafür, welch enormer Bauboom derzeit auf dem Oberen Eselsberg herrscht.
"Wenn es fertig ist, werden uns Viele um dieses Juwel der Forschung beneiden", zeigte sich Unipräsident Ebeling überzeugt. Unterkommen sollen in dem neuen Gebäude ein weiteres Institut für Stammzellforschung, ein Institut für pharmazeutische Biotechnologie und eine Abteilung für muskoskelettale klinische Forschung.
Das neue Zentrum der klinischen Forschung liegt laut Wilmuth Lindenthal, dem Leiter des Amtes Ulm des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg, im Kosten- und Terminplan. Weil es über das Konjunkturprogramm finanziert wird, muss es bis Ende des Jahres fertig sein.
Oberbürgermeister Ivo Gönner ergänzte die Ausführungen Karl Joachim Ebelings und verkündete, dass es in wenigen Wochen einen Beschluss des Gemeinderats geben werde, zur Verlängerung der Straßenbahnlinie hoch zum Eselsberg. Diese sei zwingend notwendig zur Erschließung der Wissenschaftsstadt. Außerdem sei eine Verabredung mit dem Land getroffen worden - wenn Firmen ein Interesse daran haben, im Science Park II neue Forschungszentren zu errichten, soll dies auch auf landeseigenen Grundstücken rasch möglich gemacht werden.

