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Ulmer Geschichte(n) - Was ist eigentlich ein 'Schwörmontag'?
Die Schwörfeier
Für jeden Ulmer ist es klar: am vorletzten Montag im Juli steigt das große Stadtfest - der Schwörmontag. Er gehört zum Ulmer Stadtbild wie das Münster, das Wappentier, der Spatz, oder das im vierjährigen Turnus stattfindende Fischerstechen. Offizieller Mittelpunkt des Schwörmontags ist der Rechenschaftsbericht des Oberbürgermeisters auf dem Balkon des Schwörhauses auf dem Weinhof. Ein noch größerer Zuschauermagnet folgt dann am Nachmittag auf der Donau - das "Nabada". Das "Herunterbaden" (für alle Nichtschwaben) ist ein fröhlicher Wasserumzug, bei dem mit Motto-Booten auch gern einmal die örtliche Prominenz auf die Schippe genommen wird. So viel zur Tagesaktualität. Aber warum heißt der Schwörmontag, Schwörmontag? Und warum feiern die Ulmer so gerne auf dem Wasser?
Ein Schwur ist eine ernste Sache, das ist klar. Ernsthaftigkeit wird denn auch verlangt, wenn der amtierende Oberbürgermeister der Stadt um Punkt 11 Uhr auf den Balkon des Schwörhauses tritt, um Rechenschaft abzulegen. "Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein", schwört das Stadtoberhaupt traditionell zum Abschluss seiner Rede. Die Formel geht zurück bis ins Jahr 1345, dem Jahr der Unterzeichnung des kleinen Schwörbriefes. Damals wurde den veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen schriftlich Rechnung getragen. Die Zünfte beanspruchten - auch aufgrund ihrer wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung - die Mehrheit im Rat. Dass 17 der 32 Ratsmitglieder zukünftig von den Zünften gestellt würden, legte der Kleine Schwörbrief fest. Das Bürgermeisteramt bleib jedoch dem Patriziat vorbehalten.
Gut fünfzig Jahre später flammten aber, trotz des jährlich von der Gemeinschaft beschworenen Willens eines friedlichen Miteinanders, erneut Konflikte auf. Der Rat wurde um 40 Mitglieder erweitert, wovon 30 von den Zünften und zehn von den Patriziern entsandt wurden. Was die Kräfteverhältnisse weiter zugunsten der Zünfte veränderte. Die neuen Mehrheitsverhältnisse wurden in der Verfassung von 1397, dem "Großen Schwörbrief", festgehalten. Der geistige Inhalt wurde nunmehr Jahr für Jahr am 23. April, dem St. Jörgen-Tag, beschworen.
Diese Tradition hielt sich, unterbrochen von einigen politischen Umwälzungen, bis ins Jahr 1802, als Ulm den Status als Reichsstadt verlor und bayerisch wurde. Die Stadt hatte nun schlicht keine eigene Verfassung mehr, die es zu beschwören galt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Wunsch nach einer Wiederbelebung des politischen Schwörmontags laut. Es gehört zur historischen Wahrheit, dass die Nationalsozialisten die Tradition aufgriffen und ihren Bürgermeister am Schwörmontag des Jahres 1933 mit einer Massenveranstaltung im Donaustadion ins Amt setzten.
Nach dem zweiten Weltkrieg hauchte Oberbürgermeister Theodor Pfizer dem Ulmer Brauch neues Leben ein. Eine reine Fortsetzung alter Riten kam dabei für ihn nicht in Betracht. Reichsstädtische Zeiten waren lange vorüber und bindende Wirkung hatte der Schwur politisch gesehen ohnehin nicht mehr. Vielmehr sollte das Stadtoberhaupt am Schwörmontag über das abgelaufene Jahr berichten und den Ulmern einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben geben. Dieser Grundgedanke ist bis heute das geistige Fundament des Schwörmontags, der seit 1949 immer am vorletzten Montag im Juli gefeiert wird.
Gut fünfzig Jahre später flammten aber, trotz des jährlich von der Gemeinschaft beschworenen Willens eines friedlichen Miteinanders, erneut Konflikte auf. Der Rat wurde um 40 Mitglieder erweitert, wovon 30 von den Zünften und zehn von den Patriziern entsandt wurden. Was die Kräfteverhältnisse weiter zugunsten der Zünfte veränderte. Die neuen Mehrheitsverhältnisse wurden in der Verfassung von 1397, dem "Großen Schwörbrief", festgehalten. Der geistige Inhalt wurde nunmehr Jahr für Jahr am 23. April, dem St. Jörgen-Tag, beschworen.
Diese Tradition hielt sich, unterbrochen von einigen politischen Umwälzungen, bis ins Jahr 1802, als Ulm den Status als Reichsstadt verlor und bayerisch wurde. Die Stadt hatte nun schlicht keine eigene Verfassung mehr, die es zu beschwören galt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Wunsch nach einer Wiederbelebung des politischen Schwörmontags laut. Es gehört zur historischen Wahrheit, dass die Nationalsozialisten die Tradition aufgriffen und ihren Bürgermeister am Schwörmontag des Jahres 1933 mit einer Massenveranstaltung im Donaustadion ins Amt setzten.
Nach dem zweiten Weltkrieg hauchte Oberbürgermeister Theodor Pfizer dem Ulmer Brauch neues Leben ein. Eine reine Fortsetzung alter Riten kam dabei für ihn nicht in Betracht. Reichsstädtische Zeiten waren lange vorüber und bindende Wirkung hatte der Schwur politisch gesehen ohnehin nicht mehr. Vielmehr sollte das Stadtoberhaupt am Schwörmontag über das abgelaufene Jahr berichten und den Ulmern einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben geben. Dieser Grundgedanke ist bis heute das geistige Fundament des Schwörmontags, der seit 1949 immer am vorletzten Montag im Juli gefeiert wird.
Schwörmontag-Foto-Wettbewerb 2012
Vogelperspektive. Schwarz-Weiß. Alt. Menschenmassen strömen über den Münsterplatz. Und im Hintergrund sind noch mit Pflanzen bewachsene Ruinen zu sehen. Der heute 86-jährige Heinz Lippott hat dieses beindruckende zeitgeschichtliche Foto im Jahr 1954 vom Münster aus geschossen und damit den Schwörmontag-Fotowettbewerb gewonnen. Das Bild entstand im Rahmen der 1100-Jahrfeier der Stadt Ulm, immerhin neun Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs und dokumentiert wie hart auch Ulm von den Kriegsfolgen betroffen war.
Den zweiten Platz unter zahlreichen Einsendungen belegte Jürgen Pichler, der einen Blitz und dessen Spiegelung auf der Donau einfing. Platz drei geht an Helga von Neubeck mit einem Motiv der Donaufront aus dem Jahr 1961.
Den Sonderpreis für das älteste Bild sicherte sich Günther Zeschke mit Nabada-Motiven aus dem Jahr 1952.

