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Ulmer Geschichte(n): Displaced Persons in Ulm
© Stadt Ulm
Ulmer Geschichte(n) Das Stadthaus zeigt derzeit eine äußerst erfolgreiche Ausstellung, die sich mit dem Thema der Displaced Persons nach Ende des Zweiten Weltkrieges befasst. Auch Ulm war Zuflucht für viele Menschen, zumeist jüdischen Glaubens. Menschen, die die Schrecken des Krieges überlebten, und doch völlig entwurzelt vor einer ungewissen Zukunft standen. Wir wollen in dieser Ausgabe der Ulmer Geschichte(n) die Zu- und Umstände in der Donaustadt beleuchten.
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Bis zu 7000 Displaced Persons lebten in Ulm Die Situation kurz nach Kriegsende war auch in Ulm katastrophal. Große Teile der Infrastruktur war dem Erdboden gleichgemacht, die Not der einheimischen Bevölkerung war groß. Und doch wurde Ulm zum größten Zufluchtsort Baden-Württembergs für Displaced Persons. Die insgesamt 6000-7000 Flüchtlinge wurden in der Sedan-Kaserne, der Hindenburg-Kaserne, der Bleidorn-Kaserne, der Boelke-Kaserne and der Donaubastion untergebracht. Unter den Bewohnern der DP-Camps in Ulm befanden sich übrigens nicht nur jüdische Flüchtlinge, auch Polen, Ukrainer und sogar Araber waren in den Kasernen untergebracht. Einige blieben später in Ulm und leben zum Teil noch heute hier. In Neu-Ulm wurde eine ukrainische Gemeinde mit eigener Kirche gegründet, die auch heute noch besucht wird.
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Auch Schule und Kindergarten gehörten zum Alltag Doch wie sah der Alltag der Displaced Persons aus? Und wie war das Verhältnis zur einheimischen Bevölkerung? Was zunächst nur für eine kurze Übergangsphase geplant war, entwickelte sich aus mehreren Gründen zu einem Dauerzustand. Ursprünglich war vorgesehen, die Vertriebenen möglichst zeitnah wieder in ihre Heimatgebiete zu integrieren. Dieses Vorhaben erwies sich aber schnell als illusorisch. Viele konnten aufgrund der politischen Situation nicht zurück - andere wollten nicht zurück in die Heimat, weil sie Repressionen fürchteten.
Die Folge dieser Fehleinschätzung war eine stetig steigende Zahl der Displaced Persons - auch in Ulm. Wenige gingen; viele kamen. Dieses "hausgemachte" Problem änderte fast zwangsläufig auch die Lebensumstände der Flüchtlinge. Ein Schulbetrieb wurde eingerichtet, die medizinische Versorgung wurde institutionalisiert, gar eigene Sportvereine gründeten sich. So bildete sich quasi eine Parallelgesellschaft.
Zum Unmut von Teilen der einheimischen Bevölkerung, die selbst unter der miserablen Wohnungssituation und den schwierigen Nachkriegszuständen zu leiden hatten. Nahrungsmittel, Kleidung und medizinische Versorgung waren immer noch knapp. Der Kampf ums Überleben einte die beiden Gruppen - und doch machten die Umstände sie auch zu Konkurrenten um die knappen Ressourcen.
Die schwierige Situation entspannte sich nur langsam. Teile der jüdischen Flüchtlinge verließen Ulm nach Gründung des Staates Israel. Erst 1949 verringerte sich die Zahl der Displaced Persons in Ulm signifikant.
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