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Ulm Neue Mitte
Die Diskussionen, Beratungen und Planungen zur Umgestaltung der Neuen Straße reichen zurück bis in die 70er Jahre. Was nach dem Zweiten Weltkrieg als unabdingbare Verkehrsader für eine prosperierende Stadt betrachtet wurde, bekam im Laufe der Jahre immer mehr das Stigma einer scharfen Trennungslinie mitten durch den Stadtkern. Mehrere Lösungsvorschläge wurden verworfen - einmal durch einen Bürgerentscheid - ehe der Gemeinderat im Jahr 2000 das Konzept der "Neuen Mitte" beschloss.
Dabei ging es um weit mehr als eine Verkehrsberuhigung, oder um eindrucksvolle, isolierte Bauten. "Stadtqualität zurückgewinnen" stand als Leitbild über den Planungen. Städtebaulich ging es um entscheidende Funktionen für die Zentralität einer Stadt. Neben Wohnen sind dies Handel, Dienstleistungen und Kultur. Ähnlich wie das Stadthaus verlangen auch die Bauten auf der Neuen Straße nach neuen Perspektiven, nach einer Öffnung des Blickes. Die "Neue Mitte" dokumentiert den Mut der Stadt, neue Wege zu beschreiten, um dadurch ihre Zukunft zu gestalten.
Hans-und-Sophie-Scholl-Platz
Der Jugend Beispiel zu sein, sei einer der wichtigsten Beiträge, um demokratische Prozesse mit Leben zu füllen. Denn eine Selbstverständlichkeit sei die freiheitliche Grundordnung nicht, betonte Oberbürgermeister Ivo Gönner in seiner Rede bei der Eröffnung des Hans-und-Sophie-Scholl-Platzes am Freitag, den 21. Juli 2006. Die Stadt Ulm ehrt die 1943 hingerichteten Widerstandskämpfer, die ihre Jugendjahre in Ulm verbrachten.
Am 22. Juli 2006 erinnerten die Ulmer in mehreren Veranstaltungen an das Erbe der Geschwister Scholl. Inhaltlicher Höhepunkt war das Podiumsgespräch im Amphitheater hinter der Stadtbibliothek, an der unter anderen auch Elisabeth Hartnagel, die Schwester von Hans und Sophie Scholl teilnahm.
Elisabeth Hartnagel appellierte an die Wachsamkeit der Bürgerschaft. Dass sich Farbige heutzutage nicht mehr in alle Stadtteile wagten, sei ein alarmierendes Zeichen. "So hat es damals auch angefangen", kommentierte sie die rassistischen Übergriffe.
Elisabeth Hartnagel appellierte an die Wachsamkeit der Bürgerschaft. Dass sich Farbige heutzutage nicht mehr in alle Stadtteile wagten, sei ein alarmierendes Zeichen. "So hat es damals auch angefangen", kommentierte sie die rassistischen Übergriffe.
Heute sind Hans und Sophie Scholl Heldenfiguren des Widerstands gegen das nationalsozialistische Regime. Doch für die Menschen in Ulm sei der Umgang mit den Geschwistern Scholl nicht immer einfach gewesen, berichtete Dr. Silvester Lechner, wissenschaftlicher Leiter des Dokumentationszentrums KZ Oberer Kuhberg. Die Gefühle seien in den verschiedenen Generationen sehr ambivalent. Neubürger verehren die Scholls aufgrund ihrer Zivilcourage, Alt-Ulmer haben zum Teil bis heute noch Ressentiments.
Fabian Hinrichs, Darsteller des Hans Scholl in dem Kinofilm "Sophie Scholl - die letzten Tage", berichtete von der schweren Aufgabe eines Schauspielers, in die Rolle eines Menschen zu schlüpfen, den es tatsächlich gab. "Es ist natürlich eine sehr große Verantwortung, einen Menschen zu spielen, der mit seinem Mut und seiner hohen moralischen Integrität einen festen Platz in der deutschen Geschichte hat". Für die junge Generation sei es schon schwer genug, sich in die Umstände der damaligen Zeit hineinzuversetzen. Demnach könne man sich einer Persönlichkeit eben nur so nahe wie möglich annähern.
Parkhaus am Rathaus: Großes Interesse am ersten Baustein der "Neuen Mitte"
Mehrere Tausend Besucher zeigten am 13. März 2006 großes Interesse am Programm zur Eröffnung des Parkhauses am Rathaus. Der erste Baustein der "Neuen Mitte Ulm" fand Gefallen, mehr noch, löste bei vielen Gästen Staunen und Bewunderung aus. Das gängige Bild eines unterirdischen Parkhauses wird jedenfalls mit dem Neubau ins Wanken gebracht.
Geräumige Parkmöglichkeiten, lichtgeflutete Räume und erhaltene Fragmente der dem Bau vorausgegangenen Ausgrabungen verleihen dem Parkhaus Individualität und ein eigenes Gesicht. Neben den rein praktischen Vorzügen eines erweiterten Parkplatzangebots in der Innenstadt, ist das Parkhaus auch Ausdruck der Idee, die der "Neuen Mitte" als Ganzes vorausging: Die Erhöhung der Stadtqualität durch eine Verschmelzung von Tradition und Moderne.
Prominenz aus Politik und Wirtschaft waren Gäste der Eröffnungsfeierlichkeiten. Oberbürgermeister Ivo Gönner zeigte sich zufrieden mit der Resonanz und den Reaktionen der Besucher: "Ich habe eigentlich nur Positives gehört. Ich bin froh, dass den Leuten das neue Parkhaus gefällt. Und ich bin sicher, dass dies bei den anderen Bauten am Ende genauso sein wird. Die Ulmer werden wohl ihre Sehgewohnheiten anpassen müssen. Aber es besteht kein Zweifel: die Innenstadt wird durch die "Neue Mitte" attraktiver sein als vorher."
Die offiziellen Feierlichkeiten wurden von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm begleitet. Ein Oldtimer-Korso durchfuhr die Innenstadt, das Ulmer Museum bot ein Sonderprogramm und ein Einparkwettbewerb sorgte für Unterhaltung.
Sparkasse Ulm eröffnet neues Gebäude
Prominenz aus Politik und Wirtschaft waren unter den Rednern und Gästen, als am 18. Oktober 2006 das neue Sparkassengebäude, ein Baustein der "Neuen Mitte, mit einem Festakt offiziell eröffnet wurde. Ministerpräsident Günther Oettinger war eigens nach Ulm gereist, um den Verantwortlichen zur Fertigstellung zu gratulieren. Er beglückwünschte die Ulmer Kommunalpolitik zu deren Mut, die Sparkasse Ulm zur Investitionsentscheidung, die "ein wichtiges Zeichen des Vertrauens in den Standort Ulm" setze - und nicht zuletzt den Architekten Stephan Braunfels, dessen Arbeit er mit dem Adjektiv genial adelte.
In das neue Gebäude invstierte die Sparkasse insgesamt 20 Millionen Euro (13,5 Millionen Baukosten, der Rest für Ausstattung und Grundstück). Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Manfred Oster, betonte, dass ein Großteil dieser Summe direkt im regionalen Wirtschaftskreislauf blieb, da vorwiegend Firmen aus der Region für den Bau beschäftigt wurden.
In das neue Gebäude invstierte die Sparkasse insgesamt 20 Millionen Euro (13,5 Millionen Baukosten, der Rest für Ausstattung und Grundstück). Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Manfred Oster, betonte, dass ein Großteil dieser Summe direkt im regionalen Wirtschaftskreislauf blieb, da vorwiegend Firmen aus der Region für den Bau beschäftigt wurden.
Stimmen zur Eröffnung
Ministerpräsident Günter Oettinger: "Ulm hat eine großartige Baukultur. Die neuen Gebäude sind Ausdruck des Spannungsfelds zwischen mittelalterlicher Stadtstruktur und Modernität. Jeder Bau mit Visionen erfordert Mut. Ich kann die Stadt Ulm und die Sparkasse zu diesem Mut nur beglückwünschen".
Oberbürgermeister Ivo Gönner: "Die "Neue Mitte" ist ein mutiges, ambitioniertes Projekt. Aber ich bin mir sicher, dass wir die richtige Standortentscheidung getroffen haben. Das neue Bankgebäude ist ein demonstratives, gleichsam angemessenes Zeichen heutigen Städtebaus"
Vorstandsvorsitzender Manfred Oster: "Der Neubau steht für das Sparkassenprinzip der Aufgeschlossenheit und für Aufbruch. Uns war es auch sehr wichtig, dass unsere Investition zum größten Teil der regionalen Wirtschaft zu Gute kam. Wir geben den Menschen jetzt das zurück, was wir gemeinsam erwirtschaftet haben".
Architekt Stephan Braunfels: "Ich gratuliere der Stadt, vor allem Baubürgermeister Alexander Wetzig, für den Mut, sich für moderne Architektur zu entscheiden. Ich hoffe natürlich, dass meine Bauten auf Sicht den Zuspruch aller Ulmer Bürger finden."
Eröffnung Kunsthalle Weishaupt - Eine weiße Rose als Präsent
So viel Prominenz aus Politik und Kultur erlebt man auch in Ulm selten. Zur Eröffnung der Kunsthalle Weishaupt am 24. November gaben Ministerpräsident Günther Oettinger und viele namhafte Künstler wie Robert Longo, Gotthard Graubner, Karl Gerstner, Ulrich Erben, Bill Beckley oder Hans Peter Reuter dem sichtlich ergriffenen Siegfried Weishaupt die Ehre. Robert Longo überreichte dem schwäbischen Unternehmer aus seinem Zyklus von Rosenbildern die großformatige Zeichnung einer weißen Rose. Günther Oettinger sprach von einem "neuen Marktplatz der Sinne mitten in Ulm". Das Zuschauerinteresse am folgenden Tag der offenen Tür war enorm. Die Warteschlange der Interessierten zierte den Hans-und-Sophie-Scholl-Platz während des gesamten Nachmittags.
Die Neue Mitte in bewegten Bildern
Atemberaubende Architektur, ein faszierendes Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne und neu geschaffene Stadtqualität. Das alles macht die Neue Mitte im Herzen Ulms aus. Wir haben in Wort und Bild über die Entwicklung des neusten städtebaulichen Bausteins berichtet. Jetzt präsentieren wir die Neue Mitte in bewegten Bildern und zeigen den Gewinnerfilm einer Ausschreibung. Die Firma protel Film&Medien setzte sich gegen hochklassige Konkurrenz durch. Der Film über die Neue Mitte ist der erste Teil einer Serie, die unsere Stadt in den nächsten vier Jahren präsentieren wird.

