Archäologie-Ausstellung im Stadthaus Untergeschoss. Foto: Sabine Presuhn

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Archäologie und Geschichte des Ulmer Münsterplatzes

Die Mitte Ulms, der Münsterplatz, den heute mit dem Ulmer Münster und dem Stadthaus zwei so ambivalente wie sich ergänzende Bauwerke prägen, blickt auf eine spannende und wechselvolle Geschichte zurück. Genau darum geht es in einer kleinen, aber feinen Dauerausstellung, die wir in unserem Untergeschoss präsentieren: Um die Archäologie und die Geschichte des Ortes, an dem das Ulmer Stadthaus heute steht.

Das erste Zeichen menschlicher Anwesenheit auf dem heutigen Münsterplatz war ein 4300 Jahre altes Frauengrab, das erst Ende der 1980er Jahre, unmittelbar vor Beginn des Stadthaus-Baus, entdeckt wurde. Eine wechselvolle Geschichte prägte diesen Platz, auf dem Alamannen bestattet wurden, Handwerker in Grubenhäusern arbeiteten, ein Bettelorden sein Kloster baute, den die Ulmer für die Errichtung ihres mächtigen Münsters aussuchten und auf dem heute zweimal die Woche Obst und Gemüse verkauft werden. Bis Ende der 1980er Jahre noch ein hässlicher Autoparkplatz, ist der Münsterplatz mit dem Stadthaus heute ein urban gestalteter Treffpunkt der Bürgerschaft.

Einer der Höhepunkte der Ausstellung ist ein Alamannensarg aus dem frühen 6. Jahrhundert. Er zählt zu den nur 27 erhaltenen Totenbäumen aus einem Gräberfeld in Oberflacht/ Schwarzwald. Die Alamannen auf dem Areal des heutigen Ulmer Münsterplatzes waren in ebensolchen Totenbäumen bestattet worden.
Besondere Preziosen sind einige kostbare spätmittelalterliche Gläser, gefunden in der Grube einer ehemaligen Latrine am Rande des Münsterplatzes.
Imponierend auch zwei lebensgroße Steinlöwen aus dem 13. Jahrhundert, einst die Wächter des Stadttores an der Stelle, an der sich heute das Stadthaus befindet. Erst im Jahr 2000 sind sie in einem Steindepot wiederentdeckt worden. Wer mehr über die Löwen erfahren möchte, dem sei der Beitrag in unserer "warum"-Rubrik empfohlen!

Der Grabstein eines Ulmer Schneiders ist der herausragende Fund, der 1999 an der Stelle des von 1377 bis 1526 belegten Münsterfriedhofes freigelegt wurde. Vermutlich waren die Ulmer Schneider schon seit 1252 in einer Zunft organisiert.

Die Exponate werden ergänzt um kurzweilige, siebenminütige Filme zu einzelnen Aspekten der Münsterplatzgeschichte, die in drei Sprachen abrufbar sind.

Die Dokumentation „Archäologie und Geschichte des Ulmer Münsterplatzes. Ein Streifzug durch vier Jahrtausende“ ist leider vergriffen.

Mehr über die Ulmer Stadtgeschichte erfahren Sie im Ulmer Museum (Schauen Sie hier unter "Sammlungen") oder im Haus der Stadtgeschichte / Stadtarchiv Ulm (mit Link zur Übersicht über die Dauerausstellung im Haus der Stadtgeschichte).



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