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Schwörmontag 2010 kompakt
Schwörrede
Rechenschaft abzulegen über die politischen Handlungen des Vorjahres ist ein Kernelement der Schwörrede des Ulmer Oberbürgermeisters. Darüber hinaus gilt es jedoch auch, Orientierung zu geben und das Wertefundament, das dem Schwörbrief von 1397 zugrunde liegt, in die heutige Zeit zu übersetzen. "Die Botschaft des großen Schwörbriefes ist, zu allererst an die Gemeinschaft zu denken, um die Gemeinschaft zu stärken", mahnte OB Ivo Gönner, "heute jedoch erscheint mir der Zerfall der Gesellschaft in Einzel- und Partikularinteressen weit fortgeschritten. Eine gute Zukunft wird unsere Stadt jedoch nur dann haben, wenn es gelingt, eine starke Bürgergesellschaft zu formen, die die Individualität des einzelnen respektiert, ohne aber auf die von jedem zu tragende Verantwortung für das Ganze zu verzichten."
Regeln für Finanzmärkte als Gebot der Gerechtigkeit
Gönner warnte in seiner Rede vor einer Beschädigung der Demokratie durch die Vorgänge in der Finanz- und Bankenwelt: "Die Dirigenten und Strippenzieher der Finanzmärkte haben sich aus dem gesellschaftlichen Miteinander verabschiedet. Mehr denn je ist die Politik nun gerufen, den Finanzmärkten klare Regeln vorzugeben, den Währungsspekulanten das Handwerk zu legen und vor allem diejenigen, die all diese Krisen mitverursacht haben, nun auch finanziell zur Beseitigung der Folgen heranzuziehen - das ist ein selbstverständliches Gebot der Gerechtigkeit. Gelingt das nicht, ist ein weiterer Vertrauensverlust in die politisch Handelnden unvermeidbar".
Sparmaßnahmen beschlossen - Schuldenabbau sobald wie möglich
Gönner sieht Ulm gut aufgestellt, um die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu meistern. Nicht zuletzt aufgrund der hervorragend praktizierten Sozialpartnerschaft von Gewerkschaften und Unternehmen. So wurden Arbeitsplätze so weit wie möglich durch die Kurzarbeiterregelungen erhalten und Arbeitnehmer und die Unternehmer sind wieder näher zusammengerückt. "Fiskalisch haben uns die Auswirkungen der Krisen jedoch voll erreicht, neue Sparmaßnahmen müssen beschlossen werden, die Verschuldung ist im Jahre 2009 wieder um 10 Millionen Euro gestiegen", so Gönner, "sobald wir aber wieder über Mehreinnahmen verfügen, wird dies zur Begrenzung der Schulden und zum Schuldenabbau verwendet, das hat der Gemeinderat noch einmal deutlich bestätigt".
Vier Masterpläne für mehr Wachstum
Zentraler Baustein der Zukunft wird in den nächsten zehn Jahren die Bewältigung der vier Masterpläne, also der Regiehandbücher, sein, die der Gemeinderat beschlossen hat. Mit den Masterplänen zum Ausbau der Wissenschaftsstadt, zum Umbau und zur Neugestaltung des City-Bahnhofes, zur Erweiterung und Sanierung des Berufsschulzentrums und zur Realisierung neuer innerstädtischer großer Wohnquartiere am Safranberg und Kuhberg sollen also in den nächsten Jahren die Weichen auf Wachstum in Ulm gestellt werden.
Initiative "Engagiert in Ulm ist vorbereitet
Ivo Gönner betonte außerdem die große Bedeutung des sozialen Zusammenhalts in Ulm: "Die Zivilgesellschaft, die in unserer Stadt vorbildlich ist, ist eine Art Heilsarmee der Demokratie. Sie besteht aus Stiftungen und Organisationen, in der haupt- und ehrenamtlich Engagierte zusammenwirken, sie ist geprägt durch die Sozial- und Wohlfahrtsverbände. Wohlfahrt, das klingt betulich, ist aber sehr konkret für das gute, soziale Klima in unserer Stadt. Wir wollen dieses bewährte Engagement noch mehr unterstützen und weiter entwickeln, dazu ist die Initiative "Engagiert in Ulm" vorbereitet. Neue Anstöße sollen aufgenommen, aber auch langjähriges ehrenamtliches Wirken soll gewürdigt werden."
Wer die Live-Übertragung der Schwörrede verpasst hat, kann sich unter folgendem Link den Mitschnitt ansehen:
Die komplette Schwörrede zum Nachlesen gibt es unter folgendem Link:
Nabader kommen auf ihre Kosten
Vor zwei Jahren fiel das Nabada buchstäblich ins Wasser, letztes Jahr sorgten dann empfindlich kühle Wassertemperaturen und die starke Strömung für ein Nabada im Schnelldurchgang. Dieses Jahr waren die Bedingungen aber nahezu perfekt. 20 Grad Wassertemperatur, kein Wölkchen am Himmel und eine extrem ruhige Donau lockten eine rekordverdächtige Teilnehmerzahl ins Wasser. Zuschauer und Nabader genossen sichtlich die optimalen Rahmenbedingungen und gingen gewissermaßen in die Verlängerung: Über eineinhalb Stunden lang dauerte das fröhliche Treiben.
Nichts Neues beim Wettbewerb um das schönste Motto-Schiff: Mit 379 Stimmen haben wieder einmal die Zoll-Zillenfahrer aus Gögglingen mit ihrem Schiff "Eurofighter" die meisten Stimmen und damit den "Kübeles-Pokal" geholt. Auf Platz 2 folgt mit 249 Stimmen die DLRG-Jugend, die die katholischen Würdenträger nur spielen lassen wollte. Die Flößer aus dem eidgenössischen Forch haben mit 139 Stimmen Platz 3 geholt. Das Hildegard-Gymnasium aus Ulm belegt mit "Öl für uns alle!" den 4. Platz, gefolgt schließlich vom Ulmer Humboldt-Gymnasium und deren "Schweizer Exportschlager".
Lichterserenade mit Rekord - 12.000 Lichter erleuchten die Donau
Nasskalt war es - aber trotzdem schön! Bei der diesjährigen Auflage der Lichterserenade wurde die Rekordzahl von über 12.000 Lichter auf der Donau ausgesetzt. Das mäßige Wetter des Tages hatte wohl einige abgeschreckt, jedenfalls säumten dieses Jahr weniger Zuschauer als gewohnt die Donauufer. Die, die kamen, genossen jedoch einen malerischen Blick auf das Lichtermeer. Auf sieben Ulmer Schachteln sorgten mehr als 400 emsige Hände, dass die 12. 000 Windlichter, die zuvor in rote und gelbe Wachshüte gesteckt und angezündet hatten werden müssen, ins Wasser gesetzt wurden.
Dieter Thomas Kuhn lässt die 70er- und 80er-Jahre aufleben
Dieter Thomas Kuhn heißt schrille und schrullige Outfits, ein Publikum, das zu den Hochzeiten des deutschen Schlagers meistens noch gar nicht geboren war und Partylaune pur. Menschen in Schlaghosen, die Plastiksonnenblumen um den Hals hängen haben oder in den Himmel recken, die jeden Text auswendig können und mitsingen, hüpfen, tanzen. Der Plagiat-König spielte auch am Sonntag in Ulm gekonnt mit seinen "Jüngern". Ob "Michaela" von Bata Ilic über "Fiesta Mexicana" bis "Quando, Quando": Die 8000 Retro-Schlager-Fans hingen ihrem "Meister" an den Lippen.

