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Für jedes Kind das passende Angebot
"Inklusion"- mit diesem Fachwort ist ein gemeinsamer Unterricht von Menschen mit und ohne Behinderung gemeint. Behinderte jeden Alters sollen im Rahmen ihrer schulischen Ausbildung möglichst zusammen mit Nichtbehinderten unterrichtet werden. Wie dieses Ziel umzusetzen ist, das war Thema einer Fachtagung in Ulm mit rund 300 Fachleuten aus dem Bildungbereich.
"Die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Menschen mit Behinderung ein höheres Maß an Aktivität und Teilhabe in allen Lebensfeldern erreichen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Jeder ist aufgefordert daran mitzuwirken", betonte Bürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle bei der Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachkongresses "Inklusive Bildungsangebote an Schulen", der auf Einladung des Landkreis-, des Städte- und des Gemeindetags, der Stadt Ulm und des Kultusministeriums stattfand. Hintergrund ist die geplante Schulgesetzänderung.
Erste Erfahrungen mit dem Ausbau inklusiver Bildungsangebote gibt es in Baden-Württemberg bereits: In fünf Schwerpunktregionen - Stuttgart, Mannheim, Konstanz, Freiburg und Biberach - wird seit dem letzten Schuljahr in einem Schulversuch an geeigneten Fachkonzepten und Beteiligungsstrukturen gearbeitet, die die Einrichtung und Ausgestaltung inklusiver Bildungsangebote an Schulen auf breiter Basis unterstützten sollen. In Form von Fachvorträgen und Stellungnahmen von Vertreterinnen und Vertretern der Schul- und der Kommunalverwaltungen aus den Schwerpunktregionen wurden am Vormittag erste Ergebnisse präsentiert. In Foren am Nachmittag wurden zentrale Fragen zur Schulgesetzänderung, zur Schulangebotsplanung und zur Finanzierung inklusiver Bildungsangebote vertieft erörtert.
Die Ergebnisse zeigen, dass Vieles erreicht wurde, auch wenn zahlreiche Herausforderungen noch gemeistert werden müssen: So konnten für über 500 junge Menschen mit Behinderung für das laufende Schuljahr inklusive Bildungsangebote in allgemeinen Schulen in den Schwerpunktregionen eingerichtet werden. Nahezu alle Anträge von Eltern oder Schulen hätten realisiert werden können.
Es entwickelten sich neue Abstimmungs- und Kommunikationsstrukturen zwischen der Schul- und der Kommunalverwaltung, so wurde berichtet. Sie müssten aber noch stärker als bisher strukturell verankert werden.
Konsens bestand auch darüber, dass die frühzeitige Einbindung aller Kosten- und Leistungsträger ein entscheidender Faktor für das Gelingen inklusiver Bildungsangebote sei. Allerdings sei die vereinzelt von Eltern gewünschte wohnortnahe, zieldifferente Einzelinklusion für Kinder und Jugendliche mit einem umfassenden Förder-, Unterstützungs- und Betreuungsbedarf fachlich und finanziell teilweise nur schwer zu realisieren. Überhaupt müssten sich Land und Kommunen im Zuge der Schulgesetzänderung über die künftige Finanzierung inklusiver Bildungsangebote noch verständigen.
Konsens bestand auch darüber, dass die frühzeitige Einbindung aller Kosten- und Leistungsträger ein entscheidender Faktor für das Gelingen inklusiver Bildungsangebote sei. Allerdings sei die vereinzelt von Eltern gewünschte wohnortnahe, zieldifferente Einzelinklusion für Kinder und Jugendliche mit einem umfassenden Förder-, Unterstützungs- und Betreuungsbedarf fachlich und finanziell teilweise nur schwer zu realisieren. Überhaupt müssten sich Land und Kommunen im Zuge der Schulgesetzänderung über die künftige Finanzierung inklusiver Bildungsangebote noch verständigen.
Staatssekretär Frank Mentrup vom Kultusministerium unterstrich in seiner Rede, dass die Gestaltung inklusiver Bildungsangebote eine komplexe Aufgabe und für alle Beteiligten mit gleichermaßen hohen Anforderungen verbunden sei. Er rief die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachkongresses auf: "Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass das gemeinsame Lernen von jungen Menschen mit und ohne Behinderung zur Selbstverständlichkeit in Baden-Württemberg wird - ich kann Ihnen versichern, dass wir das Thema konsequent weiter verfolgen werden."

