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Aktuelles - Wechselausstellungen und neue Veröffentlichungen
Ausstellung "...gerade Dich, wollen wir". Nationalsozialismus und freie Gewerkschaften im Mai 1933. Ausstellung des DGB im Haus der Stadtgeschichte vom 30.04. bis 25.05.2013
Auch die Ulmer Gewerkschaften wurden 1933 von den Nazis zerschlagen. Die Maifeier am 1. Mai 1933 im Ulmer Stadion fand schon unter dem Hakenkreuz statt, am 2. Mai 1933 wurde das Gewerkschaftshaus am Weinhof besetzt. Der 1. Bevollmächtigte des Deutschen Metallarbeiterverbands, Leonhard Gerlinger, war bereits im April verhaftet und in das KZ Heuberg verbracht worden. Nach und nach eroberte sich die „Deutsche Arbeitsfront", die Zwangsorganisation von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im nationalsozialistischen Regime, die Ulmer Betriebe - und die Arbeiter und Arbeiterinnen mussten „freiwillig" beitreten. Ihre betrieblichen Rechte wurden brutal eingeschränkt, Interessenvertretung wurde fast unmöglich. Dieses historische Datum jährt sich zum 80. Mal. Darum lädt der DGB Ulm im Mai 2013 in die Ausstellung ".....gerade Dich, Arbeiter, wollen wir" ein. In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Ulm wird im Gewölbesaal des Schwörhauses/Haus der Stadtgeschichte gezeigt, wie es zur Machtübernahme der Nazis kam und wie die Gewerkschaften davon betroffen waren - durch Enteignung, Verhaftung, Folter und Mord. Informationen über die Ereignisse in Ulm ergänzen die Ausstellung.
Historische Ulm-Filme. Filmschätze Teil 2 auf DVD erschienen
© Stadtarchiv Ulm
Im Jahr 2006 veröffentlichte das Stadtarchiv Ulm die DVD-Edition „Historische Ulm-Filme“, in Zusammenarbeit mit der Ulmer Filmfirma protel Film und Medien. Das Publikum war begeistert, denn fast niemand kannte bis dato die alten Filme über Ulm. Auch die beiden nachfolgenden Editionen über die typischen „Ulmer Feste“ sowie „Alte Werbefilme“ aus der Ulmer Industrie fanden ein interessiertes Publikum. Mit dieser vierten DVD-Edition ist der Fundus historischer Ulm-Filme im Stadtarchiv Ulm weitgehend ausgewertet.
In die vorliegende Edition wurden auch Filme aufgenommen, die aus der Zeit des Nationalsozialismus stammen: In welcher Form dies erfolgen sollte, wurde unter den an der Edition Beteiligten kontrovers diskutiert, denn auch lokalgefärbtes Filmmaterial zeigt – in jeweils unterschiedlichem Umfang – die ideologisch-propagandistische Nutzung des Mediums Film: Themen, Perspektiven, Hintergrundgestaltung, Schnitt, Zwischentitel und ggf. Vertonung wurden gezielt im Sinne des NS-Regimes eingesetzt.
Selbst eine privat gefilmte Schachtel-Fahrt von 1939 transportiert bewusst oder unbewusst ein positives Image des Alltags in der Diktatur. Die auch in privaten Filmen suggerierte Normalität war aber längst nicht mehr vorhanden.
Selbst eine privat gefilmte Schachtel-Fahrt von 1939 transportiert bewusst oder unbewusst ein positives Image des Alltags in der Diktatur. Die auch in privaten Filmen suggerierte Normalität war aber längst nicht mehr vorhanden.
Letztlich fiel die Entscheidung dafür, die aufgenommenen Filme ungekürzt wiederzugeben. Eine „Lücke“ in den 1930er und 40er Jahren in der filmischen Überlieferung zu Ulm wäre fatal. Auch eine Kürzung der Filmdokumente kam nicht in Frage, da dies eine Verletzung ihrer Authentizität als historische Quelle dargestellt hätte. Außerdem enthalten die Filme wichtige dokumentarische Informationen, so beispielsweise zur Ansicht Ulms vor der Zerstörung.
Auch filmgeschichtlich ist das Material spannend, wurde hier doch erstmals in der Geschichte des Ulmer Films hochwertiger 16-mm-Farbfilm eingesetzt – auch dies ein Beleg dafür, welchen Stellenwert dem Medium beigemessen wurden, da die ersten Farbfilme teuer waren. Die Farbigkeit und die Qualität der Filmaufnahmen sorgen für eine Nähe der dargestellten Szenen, die vielleicht auch warnend darauf hinweisen mögen, dass die „braune“ Vergangenheit historisch gesehen nicht so weit zurück liegt, wie wir vielleicht glauben mögen. Viele dieser alten Filme liegen ohne Ton vor. Da dies den heutigen Seh- u. Hörgewohnheiten nicht mehr entspricht, wurden die Filme mit Klaviermusik unterlegt, in einem Fall (Meisterschaften 1941) jedoch absichtlich stumm belassen.
Die „Zeitreise 1922 bis 1944“ präsentiert und kommentiert Ulms älteste Filme und Filmfragmente erstmals auf kompakte Art und Weise. Der Ausschnitt über die Schachtelfahrt von 1938 wurde mit einem kürzlich aufgefundenen Original-Ton des NS-Oberbürgermeisters Friedrich Foerster kombiniert, aufgenommen vom Reichsrundfunk. Weiterführende Informationen zu den Filmen finden Sie wie gewohnt im Booklet, und der Vorspann einiger Filme soll der historischen Einordnung und einem kritischen Verständnis dienen. Als Zusatzmaterial wurde ein kurzer Film zum früheren „KZ Oberer Kuhberg Ulm“ aus dem Jahr 2011 aufgenommen, der die Kehrseite zum propagandistischen Schein des NS-Regimes in Ulm dokumentiert.
Die zweite DVD dieser Edition stellt weitestgehend unbekannte Filme der Nachkriegszeit bis in die 70er Jahre vor. Hier ragen besonders die Filme über den Deutschen Feuerwehrtag, das Ulmer Münster oder die Hochschule für Gestaltung heraus. Auch die Donau bleibt im Blickpunkt: Im Jahr des Mauerbaues 1961 fuhren die Ulmer Donaufreunde erstmals nach 1945 über Wien hinaus, hinter den „Eisernen Vorhang“. Der Film zeigt die Fahrt von Ulm bis Passau. Die Donau und ihr Weg durch viele Länder ist und bleibt ein Schlüssel-Thema der Münsterstadt, auch das zeigen die Historischen Ulm-Filme.
Inhalt: 2 DVDs mit 4 Stunden Filmmaterial und Begleitheft.
Preis: 29,80 EUR. Zu beziehen im Stadtarchiv Ulm oder über den Buchhandel.
Preis: 29,80 EUR. Zu beziehen im Stadtarchiv Ulm oder über den Buchhandel.
Neue Veröffentlichung "Von der Kloake zur Kanalisation. Die Geschichte der Abwasser-Entsorgung in Ulm" von Albert Haug. Erschienen als Band 14 der Reihe "Dokumentation" des Stadtarchivs
© Stadtarchiv Ulm
Eine geordnete Entsorgung des Abwassers bildet die Grundvoraussetzung für jede menschliche Zivilisation. Jeder weiß dies, aber niemand spricht gerne darüber, und dennoch ist die Frage seit jeher von größter Bedeutung. Vor allem das rasche Wachstum der Städte im Zuge der Industrialisierung führte überall zu gewaltigen Herausforderungen.
Das Buch des emeritierten Technikhistorikers und Ingenieurs Prof. Dr. Albert Haug über die Geschichte der Abwasser-Entsorgung in Ulm bringt nun Licht in das Dunkel. Er schildert sie von den reichsstädtischen Anfängen bis hin zur Errichtung und Weiterentwicklung der Sammel-Kläranlage Steinhäule und zur Gründung der Entsorgungs-Betriebe der Stadt Ulm (EBU). Deutlich wird hierbei, welche Jahrhundertaufgabe es für die Städte Ulm und Neu-Ulm zu stemmen galt, bis schließlich eine Kanalisation realisiert wurde, an die wir uns längst gewöhnt haben. Bis dahin war es aber ein weiter Weg, und Seuchen und Hygieneprobleme gehörten noch vor 150 Jahren auch in den beiden Donaustädten zum Alltag. Ohne die Lösung dieser Probleme wäre aber die heutige städtische Entwicklung kaum vorstellbar. Eindrücklich ist auch die Erkenntnis, dass die Einrichtung einer zentralen Kläranlage und der Anschluss der Haushalte im Grunde zur jüngeren Vergangenheit zählen, die ältere Menschen noch miterlebt haben. Albert Haug spricht daher zu Recht von einer kulturellen Aufgabe, die es zu leisten galt und tagtäglich von den Beschäftigten der EBU geleistet wird.
Das Buch des emeritierten Technikhistorikers und Ingenieurs Prof. Dr. Albert Haug über die Geschichte der Abwasser-Entsorgung in Ulm bringt nun Licht in das Dunkel. Er schildert sie von den reichsstädtischen Anfängen bis hin zur Errichtung und Weiterentwicklung der Sammel-Kläranlage Steinhäule und zur Gründung der Entsorgungs-Betriebe der Stadt Ulm (EBU). Deutlich wird hierbei, welche Jahrhundertaufgabe es für die Städte Ulm und Neu-Ulm zu stemmen galt, bis schließlich eine Kanalisation realisiert wurde, an die wir uns längst gewöhnt haben. Bis dahin war es aber ein weiter Weg, und Seuchen und Hygieneprobleme gehörten noch vor 150 Jahren auch in den beiden Donaustädten zum Alltag. Ohne die Lösung dieser Probleme wäre aber die heutige städtische Entwicklung kaum vorstellbar. Eindrücklich ist auch die Erkenntnis, dass die Einrichtung einer zentralen Kläranlage und der Anschluss der Haushalte im Grunde zur jüngeren Vergangenheit zählen, die ältere Menschen noch miterlebt haben. Albert Haug spricht daher zu Recht von einer kulturellen Aufgabe, die es zu leisten galt und tagtäglich von den Beschäftigten der EBU geleistet wird.
Preis: 19,80 EUR. Zu beziehen im Stadtarchiv Ulm oder über den Buchhandel
Neue Veröffentlichung "Aufbruch von Ulm entlang der Donau. Ulm und die Auswanderung im 18. Jahrhundert" von Marie-Kristin Hauke. Erschienen als Band 10 der "Kleinen Reihe" des Stadtarchivs.
© Stadtarchiv Ulm
Das 300-jährige Jubiläum des Beginns der Auswanderung in die Donauländer 1712 war Anlass, die Rolle der Stadt als Einschiffungsort tausender Emigranten in Richtung Südosteuropa im 18. Jahrhundert zu untersuchen. Dabei richtet sich der Fokus auf den Aufenthalt der zumeist katholischen Auswanderer im protestantischen Ulm, die sich dadurch ergebenden wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen und die Frage, ob sich das „Auswanderungsfieber" auf die Ulmer Untertanen übertragen hat.
Preis: 17,80 EUR. Zu beziehen im Stadtarchiv Ulm oder über den Buchhandel
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Fachbereich Kultur
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