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Aktuelles - Wechselausstellungen und neue Veröffentlichungen
Dokumente zum Aufbruch von Ulm entlang der Donau 1712/2012
Ausstellung vom 11. Mai bis 28. Juli 2012 (Di bis Sa 11 – 17 Uhr) im historischen Gewölbesaal im Schwörhaus
Ulm war im 18. Jahrhundert Dreh- und Angelpunkt großer Auswanderungswellen donauabwärts. Aus dem ganzen Südwesten des Alten Reiches kamen die Menschen hierher, um auf Ulmer Schiffen die Reise nach Südosteuropa anzutreten, eine Reise in ein neues Leben. Im Jahr 1712 jährt sich dieser "Aufbruch von Ulm entlang der Donau" zum 300. Mal. Begleitend zur Open-Air Ausstellung in der Ulmer Innenstadt finden Sie hier einige ausgewählte Originaldokumente.
Die Spurensuche zur Geschichte der Auswanderung gestaltet sich mitunter ausgesprochen kompliziert, da man die Schicksale der Emigranten von ihrem Heimatort, über den Reiseweg bis zur Ansiedlung in der neuen Heimat in den unterschiedlichsten Institutionen zusammensuchen muss.
Viele wichtige Materialien, wie z. B. die Kirchenbücher der Wengen- und Münstergemeinde oder die Herrschaftspflegamtsprotokolle des Ulmer Territoriums werden heute nicht mehr in Ulm, sondern in kirchlichen und staatlichen Archiven in Rottenburg, Stuttgart und Ludwigsburg aufbewahrt. Manche Quellen sind verloren gegangen oder nicht auffindbar, wie etwa die Passagierlisten der Ulmer Schifferzunft oder die Übernachtungslisten der Herbergen. Trotzdem bietet das Stadtarchiv Ulm wertvolles Quellengut, wie Ratsprotokolle, Chroniken und Akten, die durch Bestände der Ulmer Stadtbibliothek ergänzt werden können.
© Stadtarchiv Ulm
Ulm von Süden, um 1810. Stich von Johannes Hans. © Stadtarchiv Ulm
Die Auswanderung des Matthäus Fetzer von Jedelhausen. Von Matthäus Fetzer, der 1786 mit seiner Familie nach Ungarn auswanderte, finden sich Spuren im Ratsprotokoll, im Nachlass der Patrizierfamilie Besserer sowie in den Auswanderungsakten. Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus der abschließenden Schuldenerhebung der Behörden vor der Auswanderung. Neue Veröffentlichung "Aufbruch von Ulm entlang der Donau. Ulm und die Auswanderung im 18. Jahrhundert" von Marie-Kristin Hauke. Erschienen als Band 10 der "Kleinen Reihe" des Stadtarchivs.
© Stadtarchiv Ulm
Das 300-jährige Jubiläum des Beginns der Auswanderung in die Donauländer 1712 war Anlass, die Rolle der Stadt als Einschiffungsort tausender Emigranten in Richtung Südosteuropa im 18. Jahrhundert zu untersuchen. Dabei richtet sich der Fokus auf den Aufenthalt der zumeist katholischen Auswanderer im protestantischen Ulm, die sich dadurch ergebenden wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen und die Frage, ob sich das „Auswanderungsfieber" auf die Ulmer Untertanen übertragen hat.
Preis: 17,80 EUR. Zu beziehen im Stadtarchiv Ulm oder über den Buchhandel

