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New Kreuterbuch, 1543
Zur Person Leonhart Fuchs (1501-1566)
© Stadtbibliothek Ulm
Aus der "Neuen deutschen Biographie" (NDB), Band 5, 1961, S. 681 f.
"Nach dem Schulbesuch in Heilbronn und Erfurt immatrikulierte sich Fuchs mit 12 Jahren in der Artistenfakultät der Universität Erfurt, erwarb hier den Grad eines Baccalaureus artium und eröffnete daraufhin eine Privatschule in seiner Heimatstadt. Seine Liebe zu den klassischen Sprachen, die sich als Leitfaden durch sein Leben zieht, veranlasste ihn, sein Studium 1519 in Ingolstadt wiederaufzunehmen. Als Magister artium (1521) wechselte er zur Medizin über. 1524 wird er bereits als
Dr. med. in den Matrikeln von Ingolstadt geführt. Als überzeugter Lutheraner vertauschte er 1524 Ingolstadt, das zur Vorkämpferin des Katholizismus geworden war, mit München, wo er 2 Jahre lang ärztliche Praxis ausübte. 1526 kehrte er als Professor der Medizin nach Ingolstadt zurück, gab jedoch 2 Jahre später seine Lehrtätigkeit an der Universität wieder auf zugunsten einer Leibarztstelle bei Markgraf Georg von Brandenburg in Ansbach. Da die Pläne des Markgrafen zur Errichtung einer protestantischen Universität scheiterten, kehrte Fuchs 1533 enttäuscht nach Ingolstadt zurück. Aber noch im selben Jahr musste Fuchs aus Glaubensgründen seine Lehrtätigkeit wieder abbrechen; abermals fand er in Ansbach Zuflucht, gerettet „ex Ingolstadiensium Sophistarum faucibus“. In Ansbach erreichte ihn ein Ruf Herzog Ulrichs von Württemberg nach Tübingen, dem er 1535 Folge leistete. Bis zu seinem Tode hat Fuchs in Tübingen gelehrt und entscheidend zur Neuordnung und zum Ruhme der Universität beigetragen. 1548 lehnte er sogar eine ehrenvolle Berufung des Herzogs Cosimo Medici ab, der ihn auf Veranlassung Vesals als Vorsteher eines in Pisa neu errichteten botanischen Gartens gewinnen wollte. Fuchs' Hauptleistung liegt auf dem Gebiet der Botanik. In seiner „Historia stirpium“ (Basel 1542, Porträt), die er 1543 als „New Kreuterbuch" in deutscher Übersetzung herausbrachte, versucht er, eine vollkommene Lebensgeschichte der Pflanzen zu geben. Die Systematik und Einheitlichkeit des Textes wie die künstlerische Vollkommenheit und botanische Genauigkeit der 541 Abbildungen haben ihm das Cognomen eines der „Väter der Botanik“ eingetragen; nach ihm wurde die Gattung „Fuchsia“ benannt. Seine literarischen Leistungen in der Medizin dagegen erheben sich nicht über das Niveau seiner Zeit. Sein Hauptverdienst liegt hier in der Eliminierung der Araber aus der Heilkunde und in ihrem Ersatz durch klassische Autoren. Zudem hat Fuchs als einer der ersten, wenn auch nicht uneigennützig, durch sein anatomisches Werk „De humani corporis fabrica“ (Tübingen 1551) die deutschen Ärzte mit Vesals Anatomie bekannt gemacht."
Dr. med. in den Matrikeln von Ingolstadt geführt. Als überzeugter Lutheraner vertauschte er 1524 Ingolstadt, das zur Vorkämpferin des Katholizismus geworden war, mit München, wo er 2 Jahre lang ärztliche Praxis ausübte. 1526 kehrte er als Professor der Medizin nach Ingolstadt zurück, gab jedoch 2 Jahre später seine Lehrtätigkeit an der Universität wieder auf zugunsten einer Leibarztstelle bei Markgraf Georg von Brandenburg in Ansbach. Da die Pläne des Markgrafen zur Errichtung einer protestantischen Universität scheiterten, kehrte Fuchs 1533 enttäuscht nach Ingolstadt zurück. Aber noch im selben Jahr musste Fuchs aus Glaubensgründen seine Lehrtätigkeit wieder abbrechen; abermals fand er in Ansbach Zuflucht, gerettet „ex Ingolstadiensium Sophistarum faucibus“. In Ansbach erreichte ihn ein Ruf Herzog Ulrichs von Württemberg nach Tübingen, dem er 1535 Folge leistete. Bis zu seinem Tode hat Fuchs in Tübingen gelehrt und entscheidend zur Neuordnung und zum Ruhme der Universität beigetragen. 1548 lehnte er sogar eine ehrenvolle Berufung des Herzogs Cosimo Medici ab, der ihn auf Veranlassung Vesals als Vorsteher eines in Pisa neu errichteten botanischen Gartens gewinnen wollte. Fuchs' Hauptleistung liegt auf dem Gebiet der Botanik. In seiner „Historia stirpium“ (Basel 1542, Porträt), die er 1543 als „New Kreuterbuch" in deutscher Übersetzung herausbrachte, versucht er, eine vollkommene Lebensgeschichte der Pflanzen zu geben. Die Systematik und Einheitlichkeit des Textes wie die künstlerische Vollkommenheit und botanische Genauigkeit der 541 Abbildungen haben ihm das Cognomen eines der „Väter der Botanik“ eingetragen; nach ihm wurde die Gattung „Fuchsia“ benannt. Seine literarischen Leistungen in der Medizin dagegen erheben sich nicht über das Niveau seiner Zeit. Sein Hauptverdienst liegt hier in der Eliminierung der Araber aus der Heilkunde und in ihrem Ersatz durch klassische Autoren. Zudem hat Fuchs als einer der ersten, wenn auch nicht uneigennützig, durch sein anatomisches Werk „De humani corporis fabrica“ (Tübingen 1551) die deutschen Ärzte mit Vesals Anatomie bekannt gemacht."
Weitere Informationen zur Person siehe Neue deutsche Biographie.
Zum Ulmer Exemplar 19 257 4° des New Kreuterbuch von 1543
Die Stadtbibliothek Ulm bewahrt zwei Exemplare dieses Druckes auf. Das unter der Signatur 19 257 4° aufbewahrte Exemplar der Stadtbibliothek Ulm stellt unter allen übrigen Exemplaren desselben Drucks eine einzigartige Besonderheit dar: Es stammt aus der Privatbibliothek von Leonhart Fuchs. Ein handschriftlicher Eintrag weist darauf hin: „Ex Bibliotheca Leonharti Fuchsij“. Der Band enthält über 500 handkolorierte Holzschnitte, die noch in unserer Gegenwart regelmäßig publizistisch, sowohl für wissenschaftliche wie für populäre Zwecke gefragt werden. Dass Fuchs selbst diese Kolorierung beauftragt und wohl auch ihre Durchführung beaufsichtigt hat, zeichnet die Qualität dieses Ulmer Exemplars aus. Vermutlich kam es durch seinen Sohn Friedrich Fuchs (1532-1604), der in Ulm als Stadtarzt beschäftigt war, in die Ulmer Stadtbibliothek.
Der Band wurde im Juli 1995 im Rahmen der von der Bibliotheksgesellschaft Ulm ins Leben gerufenen Aktion Adopt a book restauriert. Patin dieser Maßnahme war Frau Dr. Rosemarie Wildermuth.
2001 brachte der Taschen-Verlag in Köln einen Nachdruck dieses Exemplars heraus, der inzwischen vergriffen ist. Im selben Jahr brachte das Bundespostministerium anlässlich des 500. Geburtstages Leonhard Fuchs' eine Sondermarke "Von Indianischem Pfeffer" heraus, die die Abbildung Nr. CCCCXVIII auf Seite 727 zeigt.
Für Anfragen wegen Bildmaterials und der Rechte zu seiner Verwendung wenden Sie sich bitte an die Stadtbibliothek Ulm oder 0731 / 161-4101.
Die Stadtbibliothek Ulm dankt Herrn Dominic Kroiher für die großzügige Bereitstellung der Blätter-Engine MultiFlip sponsored by Dominic Kroiher, Audiovisuelle Medienproduktionen, www.dominic-kroiher.de, sowie Herrn Andreas Specht für sein großes persönliches Engagement, diese Anwendung zu realisieren.

