Kopfnavigation:
Inhalt:
Interview mit Bürgermeister Alexander Wetzig
"Wir haben ein Stück Stadtqualität zurückgewonnen"
Die Bauarbeiten auf der Neuen Straße schreiten zügig voran. Immer deutlicher zeichnen sich die Konturen der "Neuen Mitte" im Herzen der Stadt ab. Eine städtebauliche Weiterentwicklung die gewiss auch Diskussionen aufwirft. Baubürgermeister Alexander Wetzig spricht im Interview über die Idee der "Neuen Mitte", das städtebauliche Konzept und die Verbesserung der Stadtqualität durch die Bauten auf der Neuen Straße.
Was ist das Besondere an der Neuen Mitte?
Dass es gelungen ist, eine Stadtautobahn zurückzubauen und dabei einen neuen urbanen Raum zu schaffen, ohne den Verkehr ganz wegzudrängen. Es war ein langer, schwieriger Prozess. Aber nun haben wir ein Stück Stadtqualität gewonnen.
Worin besteht die stadträumliche und städtebauliche Bedeutung des Projekts?
Im Stadtraum schafft die Neue Mitte die Verknüpfung zwischen dem nördlichen und südlichen Teil der Innenstadt, zwischen Münsterplatz einer-, Rathaus und Marktplatz andererseits. Städtebaulich geht es um entscheidende Funktionen für die Zentralität einer Stadt. Neben Wohnen sind dies Handel, Dienstleistungen, Kultur. Ein Kaufhaus, das kein Erlebnispark ist, die Sparkasse Ulm als regionaler Finanzmotor nicht am Rande in einem Büropark, sondern im Herzen der Stadt, und dann noch eine Kunsthalle! Es ging eben nicht um Kulissenschieberei, ums schöne Bild. Hier wird in der Mitte der Stadt deren Zentralität weiter entwickelt.
Die Architektur mit ihren strengen und klaren Baukörpern aus Sichtbeton und Glas spaltet aber auch die Bevölkerung. Können Sie die Ablehnung verstehen?
Spontane Ablehnung kann ich verstehen. Es geht dabei um Sehgewohnheiten, die von einem bestimmten Stadtbild kommen. Es gilt, davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, den Blick zu öffnen. In einer Stadt muss auch Neues entstehen. Wir haben keine Patrizier mehr, die im Erdgeschoss ihre Tuchballen anbieten und oben wohnen. Städtebau muss heute anderen Inhalten und Funktionen genügen. Im übrigen ist 85 Prozent von Ulm nicht alt, sondern Wiederaufbau. Teilweise von ziemlicher Banalität.
Was gewinnt also Ulm mit der "Neuen Mitte"?
Etwas sehr Wesentliches: Den Zusammenklang der Stadträume. Historische Gebäude von überragender Größe und Qualität und neue Gebäude von ebenfalls herausragender Qualität werden zusammengefügt - zu einem neuen, nicht mehr geteilten Zentrum.
Das komplette Interview mit Baubürgermeister Alexander Wetzig erscheint am 26. Januar in der Ausgabe des Schwaben-Journals (Kundenzeitschrift der SWU)

