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Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus - Die Ulmer Rabbinerfamilie Straßburger
Ein Fotoalbum und einige vergilbte Dokumente in einer fremden Sprache, mehr ist Yanai Regev und Osnat Kantor nicht von ihrer Familie geblieben. Dabei gehörte diese einst zu den angesehensten Familien Ulms. Ihr Großvater Dr. Ferdinand Straßburger war von 1915 bis zu seinem Tod 1927 Rabbiner der jüdischen Gemeinde. Als liberal-bürgerliche Rabbinerfamilie waren die Straßburgers ein wichtiger Teil des öffentlichen Lebens und Träger der jüdischen Kulturtradition. Bis zur Nazi-Diktatur, die auch dieser Familie Flucht und Tod brachte.
Die beiden Kinder von Ferdinand und Alice Straßburger konnten noch 1937 bzw. 1939 nach Palästina geschickt werden. Alice blieb in Ulm bei ihrer Mutter zurück, für die kein Visum zu bekommen war. Als stellvertretende Heimleiterin im jüdischen Altersheim Herrlingen und später als Leiterin des jüdischen Altersheims Tigerfeld bei Reutlingen bemühte sich die Rabbinerwitwe darum, das Leben der letzten noch in der Region lebenden Jüdinnen und Juden erträglicher zu machen. Im August 1942 wurden Mutter und Tochter deportiert und ermordet.
Für die Nachkommen blieben viele Fragen über die Herkunft ihrer Familie unbeantwortet, da die nach Palästina ausgewanderten Söhne bis zu ihrem Tod nicht über die schmerzvolle Geschichte gesprochen hatten. Um diese zumindest teilweise zu klären, kamen im Jahr 2010 die beiden Enkel Yanai und Osnat mit ihren sieben Kindern im Alter zwischen 21 und 31 Jahren nach Ulm.
Information:
| Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ist ein nationaler Gedenktag in der Bundesrepublik Deutschland. Der Tag erinnert an die Opfer des Holocaust in der Zeit des Nationalsozialismus. Er wurde am 3. Januar 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt und auf den 27. Januar festgelegt. Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz. |

