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City Bahnhof Ulm
Projekt City-Bahnhof im Schaufenster
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Information kann durchaus beeindruckend sein. Schlagender Beweis für diese These ist der futuristisch anmutende Info-Pavillon am Hauptbahnhof, der am Freitag von Oberbürgermeister Ivo Gönner eröffnet wurde. Das Projekt City-Bahnhof, das "nächste Jahrhundertprojekt für Ulm", wie es Baubürgermeister Alexander Wetzig bezeichnet, wird in den nächsten zehn bis fünzehn Jahren in dem neuen, von Architekt Adrian Hochstrasser gestalteten Bau, der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Der City-Bahnhof ist eingebettet in das Großprojekt der Deutschen Bahn, der Magistrale Paris-Budapest und der Schnellstrecke Stuttgart-Ulm. Deshalb lag nahe, die Entwicklung und die Pläne an einem Ort zu dokumentieren. OB Ivo Gönner hob die Wichtigkeit des gemeinsamen Vorhabens hervor: "Der Neubau der ICE-Strecke Stuttgart Ulm ist für Ulm als Wirtschaftsstandort von elementarer Bedeutung. Das Ulmer Projekt "City-Bahnhof" wird deshalb in enger Absprache mit der Deutschen Bahn weiterentwickelt".
Der Info-Pavillon wird thematisch in zwei Hälften geteilt. Auf der einen Seite informiert die DB über den Fortschrift ihres Großprojekts, auf der anderen Seite werden illustrierte Schautafeln die städtischen Planungen veranschaulichen. Bereits 2009 sollen die Ergebnisse eines Architektenwettbewerbs zum Projekt "Citybahnhof Ulm" präsentiert werden.
Der "i-Pavillon" ist von Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr geöffnet und alles andere als ein Provisorium. "Er bleibt mindestens zehn, wenn nicht fünfzehn Jahre stehen", kündigte Baubürgermeister Alexander Wetzig an. Soll heißen: Zumindest bis zur Inbetriebnahme der Schnellstrecke Stuttgart-Ulm soll er als "Kommunikationsplattform" dienen, in der nicht nur Ausstellungen sondern auch Diskussionsveranstaltungen stattfinden.
Überblick
Ulm ist mit der Einbindung in das IC- und ICE-Netz der Deutschen Bahn AG Knotenpunkt im internationalen Schienenverkehr. Der Ulmer Hauptbahnhof als ein Ort von höchster Zentralität für die Stadt Ulm und die Region ist allerdings längst an seine Leistungsgrenze gestoßen und erfüllt seine Funktion nur noch eingeschränkt. Bereits heute passieren täglich 40.000 Besucher das Bahnhofsgebäude. Mit Fertigstellung der ICE-Neubaustrecke ist von einer erheblichen Erhöhung der Fahrgastzahlen auszugehen. Deshalb ist geplant, in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Bahn den Bahnhof und dessen Umfeld in funktionaler, architektonischer und städtebaulicher Hinsicht aufzuwerten. Ziel ist es, den Ulmer Hauptbahnhof zu einem multifunktionalen Verkehrs-, Handels- und Dienstleistungszentrum zu entwickeln.
Die unterschiedlichen Verkehrsträger sollen verknüpft und der Bahnhofsbereich zu einer integrierten Verkehrsdrehscheibe ausgebaut werden. Zentrale Aufgaben sind die Neugestaltung des Bahnhofsgebäudes, die Neuordnung der Erschließung und des Parkens sowie eine verbesserte Anbindung an die Innenstadt und die umliegenden Stadtquartiere.
Maßnahmenschwerpunkte
Folgende Maßnahmenschwerpunkte sind vorgesehen:
- Der Bahnhof wird grundlegend neu konzipiert. Die neue großzügige Bahnhofshalle ist ein Ort des Ankommens, Abfahrens und des Wartens mit attraktiven Flächen für ein DB-Reisezentrum, Gastronomie, tägliche Versorgung und Dienstleistung.
- Der neue City-Bahnhof verbindet unter dem Bahnhofplatz und den Gleisen die Fußgängerzone mit dem Dichterviertel im Westen. Entlang dieser – Subway genannten – fußläufigen Verbindung ist die großzügige Bahnhofshalle mit den ebenerdig gelegenen ÖPNV-Haltestellen und der Innenstadt verbunden. Ein attraktiver Bahnhofplatz ermöglicht eine bequeme und sichere Überquerung der Friedrich-Ebert-Straße. Nach Westen wird der Subway bis zu einem Westzugang mit Parkhaus an der Schillerstraße fortgeführt.
- Für Lang- und Kurzzeitparker werden ausreichende Angebote geschaffen. Die vorhandene Tiefgarage vor dem Intercity-Hotel wird vergrößert. Der fußläufige Zugang von der Tiefgarage zur Bahnhofshalle erfolgt barrierefrei in der Ebene –1.
Um dieses Projekt Wirklichkeit werden zu lassen, wird die unter dem Bahngelände verlaufende Kleine Blau parallel an die Schillerstraße verlegt und mündet als erlebbarer Wasserlauf in die Große Blau.
Weitere stadtentwicklungspolitische Zielsetzungen
Neben dem eigentlichen Bahnhofsneubau beinhaltet das Projekt City-Bahnhof Ulm weitere stadtentwicklungspolitische Zielsetzungen im Umfeld des eigentlichen Bahnhofs.
Mit dem Theaterviertel zwischen der Olgastraße und der Neutorstraße verfügt die Stadt Ulm über ein Flächenpotential für eine City-Erweiterung mit bester Anbindung an Schiene und Straße. In einer Mischung aus Wohnen und Arbeiten soll hier ein urban geprägtes Stadtquartier mit qualitätvollen öffentlichen Freiräumen entstehen.
An der Schillerrampe ist die Entwicklung eines prägnanten Standorts für Büro- und Verwaltungsnutzung in Nachbarschaft zum Verwaltungszentrum des Alb-Donau-Kreises oder eines Wissensstandorts denkbar.
Die Schillerstraße selbst soll im Bereich des Bahnhofs dreistreifig ausgebaut werden und attraktive begleitende Geh- und Radwege erhalten, die in das bestehende Wegenetz eingebunden werden.
Mit dem Theaterviertel zwischen der Olgastraße und der Neutorstraße verfügt die Stadt Ulm über ein Flächenpotential für eine City-Erweiterung mit bester Anbindung an Schiene und Straße. In einer Mischung aus Wohnen und Arbeiten soll hier ein urban geprägtes Stadtquartier mit qualitätvollen öffentlichen Freiräumen entstehen.
An der Schillerrampe ist die Entwicklung eines prägnanten Standorts für Büro- und Verwaltungsnutzung in Nachbarschaft zum Verwaltungszentrum des Alb-Donau-Kreises oder eines Wissensstandorts denkbar.
Die Schillerstraße selbst soll im Bereich des Bahnhofs dreistreifig ausgebaut werden und attraktive begleitende Geh- und Radwege erhalten, die in das bestehende Wegenetz eingebunden werden.
Machbarkeitsstudie Verkehr
Eine eingehende Verkehrsuntersuchung und Mängelanalyse aller Verkehrsträger im Bahnhofsumfeld ergab die Formulierung einer Reihe von Zielen für den City-Bahnhof:
Für Fußgänger:
- direkter Zugang von Osten in einer Ebene zum Bahnhof.
- Direkter Westzugang zu den Gleisen über eine öffentliche Ost-West-Verbindung
- Kurze Wege
- Barrierefreiheit
- Sichere und attraktive öffentliche Räume und Querungen
Für Radfahrer:
- attraktive und sichere Radverbindungen mit Anschluss an Radwanderwege
- Neuordnung des Fahrradparkens
Für ÖPNV:
- Verbesserung der Haltestellen und ihrer Erreichbarkeit
- Optimierung der Verkehrsabläufe und Leistungsfähigkeit
Für MIV:
- Reduzierung der nicht quartiersbezogenen Verkehrsrelationen auf der Friedrich-Ebert-Straße und verbesserte Abwicklung des Restdurchgangsverkehrs
- Attraktive und ausreichende Parkangebote
Ausgehend von diesen Zielen wurden drei Szenarien als mögliche Denkansätze für den neuen Bahnhof entwickelt und auf ihre verkehrliche Machbarkeit untersucht:
Szenario "Bahnhofsplatz"
Der Bahnhofsplatz wird als Fußgängerzone ausgewiesen und der Motorisierte Individualverkehr in einen Straßentunnel verlegt. Die ÖPNV-Haltestelle verbleibt auf der Ebene des Platzes. Die unterirdische Bahnsteigerschließung wird bis zur Schillerstraße verlängert, wo ein neuer Bahnhofszugang entsteht.
Szenario "Skywalk"
Der Skywalk führt Fußgänger und Radfahrer in Ost-West-Richtung von der Fußgängerzone in luftiger Höhe über den Bahnhofsplatz, durch die Bahnhofshalle, über die Gleise und weiter zur Schillerstraße. Die Anbindung in der Fußgängerzone erfolgt über ein Rampenbauwerk. Der Zugang hinunter zur ÖPNV-Haltestelle und den Gleisen erfolgt über Treppen und Aufzüge. Im Westen werden die Schillerstraße und die Bahnhofsvorfahrt über eine Wendel angeschlossen.
Szenario "Subway"
Der Subway ist eine durchgehende Unterführung von der Fußgängerzone unter dem Bahnhofsplatz und den Gleisen hindurch bis zur Schillerstraße. Die neue Bahnhofshalle ist in den Subway integriert. Geschäfte und Dienstleistungsunternehmen begleiten den Subway. Die Anbindung zur Fußgängerzone erfolgt über eine flache Rampe. Die Topographie der Bahnhofstraße wird dabei ausgenützt. Unter dem Bahnhofsplatz sind Parkanlagen für Kfz und Fahrräder mit direktem Zugang zur neuen Bahnhofshalle. Durch natürliche Belichtung soll die Attraktivität zusätzlich gesteigert werden. Zur Umsetzung des Szenarios Subway wird die Kleine Blau verlegt, die bisher die Gleisanlagen und den Bahnhof unterquerend in die Innenstadt fließt. Als offener Flusslauf mündet die Kleine Blau dann an der Schillerstraße in die Große Blau.
Die drei Szenarien wurden auf ihre verkehrliche, städtebauliche und wirtschaftliche Machbarkeit untersucht. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass bei objektiver Abwägung der Vor- und Nachteile nur das Szenario „Subway“ realisiert werden kann.
Untersuchungsergebnis der Verkehrsstudie:
Neubaustrecke Stuttgart-Ulm
Die ICE-Neubaustrecke Stuttgart-Ulm gehört zu den Infrastrukturmaßnahmen der Deutschen Bahn zum Umbau der Schienenwege in ein modernes Hochgeschwindigkeitsnetz. Mit Fertigstellung der Strecke wird sich die Fahrzeit zum Stuttgarter Hauptbahnhof auf 28 Minuten verkürzen, zum Flughafen Stuttgart und zur Neuen Messe auf 23 Minuten. Die europäischen Hochgeschwindigkeitszüge verlassen künftig den City-Bahnhof Ulm in Richtung Norden durch den 6 km langen Albabstiegstunnel und fahren anschließend ober- und unterirdisch parallel zur Autobahn A8 zum Flughafen. Vom Filderbahnhof geht es dann durch den 9,5 km langen Fildertunnel zum neuen Durchgangsbahnhof von Stuttgart 21.
Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Der Baubeginn ist für 2010 vorgesehen. Die Gleisbauarbeiten im Bereich des Bahnhofs sollen drei Jahre dauern. Die Bauarbeiten werden 2019 abschlossen sein.
Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Der Baubeginn ist für 2010 vorgesehen. Die Gleisbauarbeiten im Bereich des Bahnhofs sollen drei Jahre dauern. Die Bauarbeiten werden 2019 abschlossen sein.
Magistrale für Europa
Das Projekt City-Bahnhof Ulm ist eng verbunden mit dem Neubau der Schnellbahnstrecke Stuttgart-Ulm. Die neue Strecke wird ein wichtiger Abschnitt der Eisenbahnachse Paris-Budapest sein, der so genannten „Magistrale für Europa“. Diese Magistrale ist eine vorrangige Verkehrsmaßnahme der Europäischen Union und erstreckt sich über fünf Nationen. Sie ist gleichbedeutend mit dem Eisenbahnkorridor, der Paris mit Budapest verbindet. Geographisch liegt dieser Korridor in der Mitte zwischen Nordsee und Mittelmeer und stellt die zentrale West-Ost-Achse in Europa dar. Sie ist Teil des europäischen Eisenbahnfernverkehrsnetzes und ein wichtiges Projekt des TEN-Programms (Trans European Network).
Der Weg entlang der Magistrale wird seit Jahrhunderten genutzt, um Güter, Personen und Gedanken auszutauschen. Deshalb ist die Magistrale für Europa mehr als nur ein Schienentransportweg: Sie ist eine länderübergreifende politische Idee, die Menschen entlang dieses Korridors einander näher zu bringen. Mit den politischen Veränderungen in Osteuropa konnte die Stadt Ulm einen Teil ihrer früheren kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Bedeutung für die Donauländer zurückgewinnen. Die Magistrale für Europa unterstützt diesen Prozess.
Der Weg entlang der Magistrale wird seit Jahrhunderten genutzt, um Güter, Personen und Gedanken auszutauschen. Deshalb ist die Magistrale für Europa mehr als nur ein Schienentransportweg: Sie ist eine länderübergreifende politische Idee, die Menschen entlang dieses Korridors einander näher zu bringen. Mit den politischen Veränderungen in Osteuropa konnte die Stadt Ulm einen Teil ihrer früheren kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Bedeutung für die Donauländer zurückgewinnen. Die Magistrale für Europa unterstützt diesen Prozess.
Einkaufsgalerie Sedelhof
In direkter Nachbarschaft zum City-Bahnhof Ulm wird zwischen der Bahnhofstraße und der Olgastraße im Bereich der Parkgarage Sedelhof ein neues innerstädtisches Einkaufszentrum mit direkter Anbindung an die Fußgängerzone und später an den Subway zum Bahnhof entstehen. Die Einkaufsgalerie Sedelhof bildet am Ostzugang zum Subway den stadträumlichen Auftakt zum neuen Bahnhof und wird auf ca. 15.000 m² Einzelhandelsfläche ein innenstadtgerechtes Sortiment an Waren anbieten und auch der Nahversorgung der umliegenden Stadtquartiere dienen. Die bestehende Parkgarage soll erweitert werden.
Öffentlicher Dialog
Für das Projekt City-Bahnhof Ulm bietet die Verwaltung einen offenen Dialog mit der interessierten Öffentlichkeit an.
Als ein erster wichtiger Baustein dieses Dialogs entsteht auf dem Bahnhofsvorplatz ein Infopunkt als Kommunikationsplattform für Diskussion, Veranstaltungen und Präsentation des Projekts. Dieser Infopunkt wird das Projekt City-Bahnhof bis zur Fertigstellung der Neubaustrecke Ulm-Stuttgart im Jahr 2019 begleiten.
Die Ulmer Stadtverwaltung wird ebenso wie die Deutsche Bahn intensiv über die Projekte City-Bahnhof und ICE-Neubaustrecke informieren. Allen Bürgern wird ausreichend Gelegenheit gegeben, Anregungen und Meinungen zu den Planungen zu äußern.
Ansprechpartner für Fragen und Anregungen zum Projekt
Herr Harald Walter
Hauptabteilung Stadtplanung, Umwelt und Baurecht
Münchner Straße 2
89073 Ulm
fon 0731 1616156
fax 0731 1611607
email: h.walter@ulm.de
Herr Harald Walter
Hauptabteilung Stadtplanung, Umwelt und Baurecht
Münchner Straße 2
89073 Ulm
fon 0731 1616156
fax 0731 1611607
email: h.walter@ulm.de

